“Sprache verbindet” - Was steckt dahinter?

Die alttestamentarische Geschichte vom Turmbau zu Babel kommt einem in den Sinn. Wenn man den göttlichen Kontext einmal vernachlässigt, bleibt eine Geschichte von Menschen, die ein Vorhaben nicht zu Ende bringen konnten, weil sie nicht in der Lage waren, miteinander zu kommunizieren. Selbst wenn Menschen die gleiche Sprache sprechen, ist Kommunikation eine der schwierigsten zwischenmenschlichen Herausforderungen.

PR-Bilder

Gegen die Verständigungsschwierigkeiten aufgrund unterschiedlicher Muttersprache ist ein Kraut gewachsen: Fremdsprachenunterricht.Deutsch Nachhilfe in Wien, Englischkurse online oder ein Aufenthalt in dem Land, dessen Sprache man erlernen möchte, sind Möglichkeiten zur Verbesserung der Kommunikation mit Anderssprachigen.

Kommunikation in der Partnerschaft

Interessanterweise ist es auch bei gleicher Muttersprache noch längst nicht gegeben, dass wir uns auch verstehen - verstehen nicht im Sinne von ‘mögen’, sondern dass tatsächlich keine Missverständnisse entstehen. Egal ob in Partnerschaften, Freundschaften oder der Familie.

An unsere*n Partner*in stellen wir besondere Ansprüche so scheint es, denn er*sie soll nicht nur unser*e Liebhaber*in, Freund*in und Vertraute*r sein, sondern auch die Person, mit der wir alles teilen. Ist das sinnvoll? Stellt es nicht eine Überforderung für einen einzigen Menschen dar, all dies für einen anderen Menschen zu sein?

Es gibt Kulturkreise, wo Frauen diese Ansprüche nicht an ihre Männer stellen, sondern vieles davon von den Freund*innen abgedeckt wird. Sind diese Frauen glücklicher?

Was können wir tun, damit Kommunikation in der Partnerschaft funktioniert? Zunächst ist da das große Ideal der Ehrlichkeit. Aber bereits hier treffen wir auf unterschiedliche Interpretationen, nicht nur, was ehrlich sein überhaupt bedeutet (Ist Verschweigen eine Lüge? Oder wird es erst zur Lüge, wenn die Unwahrheit gesagt wird?), sondern auch, ob es überhaupt sinnvoll ist, dem Partner alles zu erzählen.

Selbst, wenn beide in einem sehr ähnlichen sozialen Kontext im gleichen Landstrich aufgewachsen sind, kommt es zu kommunikativen Problemen, weil wir mehr darauf bedacht sind, uns mitzuteilen als darauf, den anderen zu hören und die Dinge zu tun, die für sie*ihn bedeutend sind.

Werkzeuge zur besseren Kommunikation

Menschen mögen Menschen - mit sehr wenigen Ausnahmen und die sind oft traumatisch bedingt, also ein Resultat von Übergriffen und/oder wiederholt schlechten Erfahrungen, nicht eine misanthropische Grundhaltung. Wir sind Sozialwesen und benötigen den Kontakt zu Artgenoss*innen für ein gesundes Aufwachsen. Kommunikation ist dabei ein wesentliches Werkzeug, ob verbal oder non-verbal. Non-verbale Kommunikation über die Körpersprache wird oft nur unterbewusst wahrgenommen und führt manchmal zu überraschenden Reaktionen, die einer Deutung bedürfen, welche dann verbal erfolgt: in einem Gespräch.

Wenn wir jemanden neu kennenlernen, wissen wir nichts über deren Hintergrund, Aufwachsen, Umfeld, Vorlieben und Abneigungen. Dementsprechend vorsichtig kommunizieren wir, um nicht zu verletzen oder zu vertreiben. Diese Art der rücksichtsvollen Kommunikation können wir auch später in der Beziehung praktizieren, wo wir glauben, den anderen nun zu kennen und einschätzen zu können. Aber wir verändern uns mit jeder Erfahrung, die wir machen idealerweise hin zu einem weiseren, freundlicheren und empathischen Wesen und so ist es von Vorteil, wenn auch die Kommunikation mit einem langjährigen Partner*in rücksichtsvoll und vor allem liebevoll bleibt.

Gewaltfreie Kommunikation und die ‘Fünf Sprachen der Liebe’

Zum Einstieg in die Welt der besseren Kommunikation eignen sich Informationen zur Gewaltfreien Kommunikation und kleine Quiz wie das zu den ‘Fünf Sprachen der Liebe’. Letzteres ist ein kurzer Fragebogen, bei dem wir feststellen können, was uns in einer Partnerschaft besonders wichtig ist, wie wir Nähe erfahren und uns wohl fühlen mit dem anderen. Sprechen beide Partner*innen die gleiche ‘Liebessprache’ ist es einfacher aufeinander zu zu gehen - und wenn die ‘Liebessprachen’ unterschiedliche sind, weiß man schon, womit man den anderen erfreuen kann.

In der Gewaltfreien Kommunikation geht es darum im Streitgespräch sowohl darauf zu achten, was wir sagen, als auch wie wir es sagen. Marshall B. Rosenberg, der Entwickler des Konzeptes, schlägt vier Schritte vor, die zusammenfassend Folgendes ermöglichen: Zunächst sagt man, was man beobachtet, dann erzählt man von dem Gefühl, welches durch die Beobachtung entsteht oder entstanden ist. In der Folge wird das Bedürfnis mitgeteilt, welches man nun hat und eine Möglichkeit der Bedürfniserfüllung genannt. Der erste Schritt ist bereits nicht so einfach wie er sich liest, denn es geht hierbei um die neutrale Beobachtung ohne Interpretation. Verfolgt man als Paar diese Art des ‘Streitgesprächs’ erfahren beide eine Wertschätzung, und der Streitpunkt ist schnell aus dem Weg geräumt.

 

Aktuell