Spitzensport ist ein Boys-Club

Die Einkommenunterschiede zwischen Sportlerinnen und Sportlern sind enorm. Frauen verdienen am meisten, wenn sie zum Sexobjekt taugen.

Die Tennisspielerin Serena Williams ist die am höchsten positionierte Frau auf der jährlich vom Magazin Forbes erstellten Liste der SportlerInnen, die am meisten verdienen. Allerdings: auf Rang 51, und als einzige Frau überhaupt in den Top 100. Das Statistikportal hat die Jahreseinkommen erfolgreicher SportlerInnen weltweit erhoben, von Juni 2016 bis Juni 2017. Während Fußballer Cristiano Ronaldo in diesem Zeitraum 93 Millionen Dollar einstrich, musste sich Serena Williams mit 27 Millionen zufriedengeben.

Bei den Männern verdienen sieben Star-Athleten jeweils mehr als 50 Millionen Dollar – in Sport­arten wie Fußball, Basketball, Tennis, Football, Golf oder Autorennen. Bei den Frauen sind mit Ausnahme der Nascar-Rennfahrerin Danica Patrick und Mixed-Martial-Arts-Kämpferin Ronda Rousey nur Tennisspielerinnen unter den Topverdienerinnen.

Sex sells.

Spitzensport ist also eine der letzten Bastionen des Machismo. Nirgendwo sonst sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern so offensichtlich. Sportler werden als Helden positioniert, Sportlerinnen als Sexobjekte. Bis heute wird Beach­volleyballerinnen die Bikinigröße vorgeschrieben: Ihre Hosen dürfen an der Seite nur sieben Zentimeter breit sein. Was Aussehen für das Einkommen bringt, zeigt die Tennisspielerin Anna Kurnikowa: Sie gewann in ihrer Karriere keinen einzigen WTA-Titel (im Einzel), brachte es aber dank Werbe- und Sponsorgeldern auf satte 40 Millionen Dollar.

Begründet wird die Einkommenskluft mit der Popularität des Sports bei Sponsoren, ZuschauerInnen und Medien. Eine Studie der UNO belegt, dass die Berichterstattung über Sportwettkämpfe der Männer auf allen Ebenen dominiert. Die Medien rechtfertigen sich damit, dass Frauensport nicht genug Zuschauerzahlen erziele. Doch wie soll Frauensport an Popularität gewinnen, wenn er von Medien immer noch stiefmütterlich behandelt wird? So wird sich auch an der Einkommensschere nichts ändern, denn die Verteilung von Sponsorengeldern hängt wiederum davon ab, wie präsent SportlerInnen in den Medien sind.

Eine klassische Henne-Ei-Situation.

Werbewert hat der Sport-Sponsormarkt 2017 laut Focus Institut in Österreich. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 12,9 Prozent. 657 Millionen Euro entfielen auf TV, 286 Millionen Euro auf Printmedien. Skistar und Werbe-Spitzenreiter Marcel Hirscher erreichte für seine Sponsoren einen Werbewert von sieben Millionen Euro.

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