Sperma – gib mir Saft

Zu einer Schwangerschaft gehören immer zwei: Ihr Ei und sein Spermium. Gerade was Letzteres betrifft, sollten Sie sich nicht allein auf Ihren Partner verlassen. Es gibt nämlich so einiges, was Sie zu Aufzucht, Pflege und durchschlagendem Erfolg des Samens beitragen können – vor, während und nach dem Sex.

Theoretisch ist die Sache ganz einfach: Das Spermium vereinigt sich binnen zweieinhalb Sekunden mit dem Ei. Neun Monate später sind Sie Eltern. Praktisch gibt es aber natürlich einiges, was dem Babywunsch entgegensteht. Manchmal hilft tatsächlich nur noch ein Fertilitätsspezialist. Doch oft reicht es, einfach ein paar Dinge anders zu machen - vor, während und nach dem Sex. Folgen Sie einfach dem WIENERIN-Guide für eine erfolgreiche Zeugung ...

Vor dem Sex

1. Suchen Sie sich den richtigen Mann aus

Und zwar im Hinblick auf die Spermaqualität. Um diese zu beurteilen, brauchen Sie kein Spermiogramm. Ein Blick in sein Gesicht genügt. Wenn Ihnen gefällt, was Sie sehen, haben Sie den Vater Ihrer zukünftigen Kinder gefunden – behauptet jedenfalls eine Studie der Uni Valencia. Männer mit besonders symmetrischen Zügen schnitten darin nicht nur in puncto Attraktivität überdurchschnittlich gut ab, sondern auch in Sachen Spermaqualität. Ihr Samen war der schnellste und gesündeste.

2. Bleiben Sie cool

Leider sind selbst die schnellsten und gesündesten Spermien echte Weicheier. Die Liste jener Dinge, die ihr Wohlbefinden empfindlich stören können und die es deshalb zu (ver-)meiden gilt, ist lang. Ganz oben: Hitze. Nicht umsonst befinden sich die Hoden außerhalb des Körpers. Bis in die 1950er-Jahre galten heiße Bäder gar als Verhütungsmittel. Sehr sicher ist diese Methode freilich nicht. Doch haben Ärzte der britischen Bourn-Hall-Klinik tatsächlich festgestellt, dass Sonnenanbeter schlechte Aussichten haben, ein Kind zu zeugen. Ihre Eier sind buchstäblich hart gekocht. Gleiches Schicksal ereilt Männer, die ihren Laptop zu oft auf dem Schoß parken. Wissenschaftler der State University New York fanden heraus, dass durch die Betriebstemperatur von bis zu 70 Grad die Spermienproduktion gedrosselt wird.

3. Finger weg von Drogen

Außer seinem Laptop sollten Sie Ihrem Liebsten noch Zigaretten, potenzsteigernde Mittelchen und Joints entreißen. Denn Rauchen kann die DNA der Samenzellen schädigen. Wirkstoffe in Viagra und Co. führen laut Forschern der Queen's University Belfast zu einer vorzeitigen Auslösung biochemischer Prozesse beim Spermium, so dass dieses die Eizelle nicht mehr befruchten kann. Und der im Cannabis enthaltene Wirkstoff THC führt zu einer Reduktion der Spermienbeweglichkeit um 45 Prozent.

4. Sperma auf Trab halten

Die These, wonach einige Tage Enthaltsamkeit die Qualität des Spermas steigern, ist Quatsch. Wissenschaftler der Ben-Gurion-Universität bewiesen in einer Studie mit 6.000 Männern, dass bereits zwei Tage ohne Orgasmus die Spermien langsam werden lassen. Außer regelmäßigem Sex helfen Folsäure sowie die Vitamine B6 und B12, sie wieder beweglicher machen. Ein Cocktail dieser drei Vitamine - zu finden beispielsweise in Spinat, Fenchel, Rosenkohl, Rote Bete und Vollkornprodukten - wandelt das schädliche Stoffwechselprodukt Homocystein, das die Fruchtbarkeit herabsetzt, in harmlose Aminosäuren um, wie man an der Uni Innsbruck erforschte.

Die These, wonach einige Tage Enthaltsamkeit die Qualität des Spermas steigern, ist Quatsch. Wissenschaftler der Ben-Gurion-Universität bewiesen in einer Studie mit 6.000 Männern, dass bereits zwei Tage ohne Orgasmus die Spermien langsam werden lassen.

5. Machen Sie sich rar

Qualität ist gut, Quantität aber nicht zu unterschätzen. Ein Ejakulat kann zwischen 40 und 600 Millionen Spermien enthalten. Weil nur etwa ein Prozent der Spermien auch wirklich einen "Befruchtungsauftrag" hat - der Rest hat sich in einer Art Verfolgungswahn darauf spezialisiert, rivalisierendes Sperma zu bekämpfen -, kann es nicht schaden, die Spermienzahl zu erhöhen. Die Strategie: Verbringen Sie nicht jede freie Minute mit Ihrem Partner, sondern machen Sie sich rar. Wenn nämlich sein Körper entscheidet, wie viel Sperma geladen und ejakuliert werden soll, dann beginnt er zu rechnen. Je weniger Zeit Ihr Liebster mit Ihnen verbracht hat, desto höher schätzt er die Wahrscheinlichkeit ein, dass Sie untreu gewesen sein könnten und Ihre Vagina bereits Spermien eines Nebenbuhlers enthält. Um den Spermienkrieg zu gewinnen und damit seine Chancen auf Fortpflanzung zu erhöhen, muss er also mehr Sperma ins Rennen schicken. Ergo: Die Chancen auf einen Treffer steigen ...

6. Setzen Sie die Pille nicht zu früh ab

Ein Team um Alexandra Farrow von der Brunel-Universität in London hat in einer Studie gezeigt, dass Pillenverhüterinnen sich um ihre Fruchtbarkeit keine Sorgen machen müssen. Von den Frauen, die länger als fünf Jahre die Pille genommen hatten, waren fast 90 Prozent innerhalb eines Jahres nach Absetzen der Pille schwanger - vier Prozent mehr als bei jenen Frauen, die nie mit der Pille verhütet hatten.

7. Immuntoleranz aufbauen

Fortpflanzungsbiologen der University of Adelaide haben entdeckt, dass viel Sex Ihr Immunsystem an Spermien gewöhnt – und so eine Schwangerschaft erst möglich macht. Normalerweise würden sich Immunzellen in Scheide und Gebärmutter die Struktur der fremden Proteine merken, um beim nächsten Eindringen der Spermien-Fremdkörper mit einer schnellen Immunantwort reagieren zu können.

8. Schlucken Sie mal

Eine Studie von Carin Koelman und Gustaaf Dekker zeigt, dass Sperma auch den Weg über den Mund nehmen kann, um eine Immuntoleranz aufzubauen. Die Forscher fanden heraus, dass Frauen, die eine Schwangerschaftsgestose hatten, wesentlich seltener Oralsex hatten als Frauen, die normale Schwangerschaften austrugen. Und der Schutzeffekt des Spermas war offenbar am besten, wenn das Ejakulat auch geschluckt wurde. Bei circa fünf kcal pro Schuss übrigens ein schlanker Snack - der außerdem die Vitamine C und B12, Kalzium, Magnesium, Zink und Kupfer enthält.

Beim Sex

1. Machen Sie sich locker

Gehen Sie die Sache entspannt an. Das gilt auch und ganz besonders für Ihren Partner. US-Wissenschaftler haben nämlich herausgefunden, dass Stress die Spermienqualität deutlich herabsetzt. Unbewusst scheint sich sein Körper dagegen zu sträuben, in Zeiten hoher psychischer und physischer Belastung auch noch ein Kind in die Welt zu setzen. Der einzige Turbogang, den Ihr Liebster im Bett also einlegen sollte, ist jener bei der Ejakulation. Mit durchschnittlich 17 km/h entlädt sich das Sperma. Und das ist gut so, denn einmal losgelassen beträgt die mittlere Reisegeschwindigkeit eines Spermiums gerade mal drei Millimeter pro Minute - und der Weg bis zum Ei ist immerhin rund neun Zentimeter weit.

2. Nehmen Sie Stellung

Unterstützen Sie den Samen auf seiner langen Reise so gut als möglich. Zwar können Spermien über die Haut und sogar durch Unterwäsche schwimmen, doch hilfreich ist es schon, wenn Ihr Partner tatsächlich in Sie eindringt. Und das möglichst tief, wie etwa in der Missionarsstellung. Wenn Sie dann noch Ihr Becken mit einem Kissen hochlagern, so dass möglichst viel Samen den Eingang zur Gebärmutter umspült, ist das schon das halbe Baby.

Spermien können über die Haut und sogar durch Unterwäsche schwimmen.

3. Aktivieren Sie den Vakuum-Effekt

Ein befriedigender Akt ist der Zeugung dienlich. Das gilt für ihn (auch wenn bereits sein Lusttropfen mit bis zu einer Million Spermien für eine Befruchtung ausreicht), aber erst recht für Sie. Zum einen hat der Zervixschleim, der den Muttermund bedeckt, nach Ihrem Orgasmus einen spermienfreundlicheren ph-Wert, und auch der Rückfluss (siehe unten) fällt "gnädiger" aus. Zum anderen entsteht durch die Kontraktionen der Gebärmutter ein Vakuum-Effekt, der die Spermien Richtung Muttermund saugt und ihnen so ein Stück Schwimmarbeit abnimmt. So kommen 50 bis 90 Prozent des Inseminats auch dort an, wo sie hin sollen. Ohne Orgasmus sind's maximal 50 Prozent.

4. Achten Sie aufs Timing

Entscheidender als das Wie ist nur noch das Wann. Besonders gut stehen die Zeugungschancen, wenn Sie kurz nach Ihrem Partner kommen, damit der Vakuum-Effekt auch seine volle Wirkung entfalten kann. Und dies am besten innerhalb der sechs Tage vor dem Eisprung. Danach tut sich nicht mehr viel. Das Motto lautet deshalb: Lieber zu früh Sex haben als zu spät. Schließlich wird Sperma in Gewebetaschen bis zu fünf Tage gebunkert.

Nach dem Sex

1. Bleiben Sie liegen

Bis der Samen beim Ei ankommt und es befruchtet hat, vergehen gut 25 Minuten. Bleiben Sie deshalb nach dem Sex liegen. Auch um den Rückfluss des Spermas aus der Scheide zu erschweren, bei dem schon mal die Hälfte des Ejakulats "zur Tür hinausbefördert" wird (es sei denn, Sie hatten einen Orgasmus, dann fällt er weit weniger heftig aus).

2. Abwarten und Tee trinken

Lehnen Sie sich also ganz entspannt in den Kissen zurück. Und brühen Sie sich einen Frauenmanteltee auf. Der erhöht die Chance auf Schwangerschaft.

3. Spermienkrieg meiden

Auf keinen Fall sollten Sie jetzt auf die Pirsch gehen und fremdgehen. Denn damit zetteln Sie einen Krieg der Spermien an, in dem es oft keinen Sieger gibt. Oder den falschen. Studie des Medical Centers in Utah haben nämlich gezeigt: Die Chancen, dass der One-Night-Stand und nicht der Langzeitpartner der Vater Ihres Kindes wird, stehen 4:1. Der Grund: Um seine Chancen auf eine Vaterschaft zu erhöhen, wird Ihr Seitensprung wahrscheinlich mehr Spermien ausstoßen, als Ihr Partner es beim Routinesex getan hat.

Die Chancen, dass der One-Night-Stand und nicht der Langzeitpartner der Kindesvater wird, stehen 4:1.

Ihr Lover muss schließlich davon ausgehen, dass seine Spermien in Ihrer Vagina auf Gegenwehr trifft: von so genannten "Blockierer-Spermien", die den Eingang zum Muttermund besetzen und keinen "Fremden" durchlassen. Oder von "Killern", die in der Gebärmutter herumstreifen, um fremde "Befruchter-Spermien" anzugreifen und abzutöten. Zahlenmäßig wird die Spermien-Armee Ihrer Affäre in der Überzahl sein und daher den Krieg gewinnen. Falls nicht beide Heerscharen im Gefecht auf der Strecke bleiben ...

4. Auf in Runde zwei

Jede fünfte Mutter berichtete in einer Studie der University San Diego, den Moment entstehenden neuen Lebens, in dem sich die Eizelle mit dem Spermium vereinigt, gespürt zu haben: "Es war wie ein kleines Plopp." Nach erfolgtem "Plopp" empfiehlt es sich, mit dem Sex weiterzumachen. Sicher ist sicher. Und zwar deshalb, weil Studien der Uni Heidelberg dafürsprechen, dass Bestandteile der Samenflüssigkeit die Produktion von Zytokinen in der Gebärmutter anregen. Diese begünstigen die Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut. Und dort soll sie ja auch hin - für die nächsten neun Monate ...

... Sperma peinlich werden kann
Unter UV-Licht leuchtet Sperma bläulich. Auch Waschen befreit mit Sperma "kontaminiertes" Gewebe nicht von dieser fluoreszierenden Eigen-schaft - was für die Gerichtsmedizin von Bedeutung ist, in der Disco aber peinlich werden kann.

... Sperma gut schmeckt
Vorausgesetzt, der Liebste isst auch das Richtige. Vom Mann konsumierte Lebensmittel können sich nämlich auf den Geschmack des Spermas auswirken. Nach einer Studie der Hamburger Sexualtherapeutin Angelina Borgaes macht der Genuss von Knoblauch das Ejakulat säuerlich bis faulig, Aspirin führt zu einem herb-bitteren Aroma und Bier wirkt sich mit einem schalen und faden Gaumenerlebnis aus. Ananas hingegen lässt Sperma süßlich schmecken.

... Sperma die Laune hebt
In einer Studie von Gordon Gallup von der State University of New York wurde festgestellt, dass verschiedene Bestandteile des männlichen Samens, unter anderem Hormone wie Testosteron, Östrogen und das follikelstimulierende Hormon Prolactin und verschiedene andere Prostaglandine (Sekrete der Prostata-Drüse) eine antidepressive, also stimmungsaufhellende Wirkung auf die Frau haben.

... Sperma Wehen auslöst
Der berechnete Geburtstermin ist bereits verstrichen? Lassen Sie sich nicht gleich an den Tropf hängen. Auch Sex ist ein probates Mittel, Wehen auszulösen. Denn Sperma enthält Prostaglandine, die gemeinsam mit dem beim Orgasmus ausgeschütteten Hormon Oxytozin Kontraktionen des Uterus bewirken können.

... Sperma Angst und (Allergie-) Schrecken verbreiten kann
50 belegte Fälle von Spermaphobie gibt es weltweit. Etwas häufiger tritt da schon die Sperma-Allergie auf. Jährlich werden in Europa etwa 60 Fälle gezählt, die Dunkelziffer auf ein Hundertfaches geschätzt. Und die Opfer sind durchwegs weiblich. Sie reagieren auf ein Protein in der Samenflüssigkeit. Die Spermien selbst wirken nicht allergen. Die Reaktionen? Brennen, Juckreiz, Schwellungen, Hautausschläge im Intimbereich, in Extremfällen auch Durchfall, Erbrechen oder ein anaphylaktischer Schock. Kondome schützen. Und sonst hilft ein Antihistaminikum.

... Sperma rekordverdächtig ist
Den Sperma-Rekord hält ein Amerikaner namens Horst Shultz. Seine Ejakulationsgeschwindigkeit (68 km/h),-höhe (1,65 m) und-weite (6,52 m) sind unerreicht. Multipler-Orgasmus-Sieger ist ein Unbekannter: Dr. William Hartmann vom Center of Martial and Sexual Studies in Kalifornien gibt den Rekord mit 16-mal pro Stunde an.

... Sperma reich macht
Der Schauspieler Vincent Gallo bietet sein Sperma auf seiner Homepage zum Verkauf an. Kostenpunkt: 710.000 Euro pro Schuss. 500.000 Dollar kostet die Befruchtung auf natürlichem Wege extra. Rabatte sind möglich.

... Sperma was über das Leben verrät
Bei Vergleichen von Spermiogrammen über beinahe 40 Jahre fanden Forscher der Uni Marburg heraus, dass Männer mit normalen und vielen beweglichen Spermienzellen länger leben. Weniger fruchtbare oder gar zeugungsunfähige Männer sterben im Durchschnitt zehn Jahre früher. Wenn man sich allerdings anschaut, dass Übergewicht, Diabetes und Drogen die Spermaqualität beeinträchtigen, verwundert das wenig.

... Sperma verdammt lang hält
Außerhalb des Körpers überlebt Sperma nur wenige Minuten. Es sei denn, man friert es ein. Dann hält es Dekaden. In England wurde 21 Jahre lang gelagertes Sperma für eine In-Vitro-Fertilisation verwendet. Das Ergebnis: ein gesunder Junge.

... Sperma schön macht
Porno-Darstellerin Geena Hole schwört: Frisches Sperma ist ein Anti-Ageing-Mittel. Das Sexsternchen gönnt sich daher öfter mal eine Gesichtspackung: "Einfach eine Ladung Sperma auf das frisch gereinigte Gesicht verteilen und etwa eine Viertelstunde einwirken lassen. Das wertvolle Protein im Sperma strafft die Haut und lässt Fältchen sichtbar verschwinden. Das mache ich immer vor wichtigen Terminen!"
 

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