Sophie Hunger über ihr neues Album Supermoon

Das Schweizer Ausnahmetalent Sophie Hunger holt uns mit ihrem neuen Album nicht nur die Sterne vom Himmel, sondern gleich den ganzen Mond: "Supermoon" ist ein intergalaktischer Musik-Mix aus Jazz, Blues und Pop in vier Sprachen. Und ein Bruch mit Konventionen – ganz in gewohnter Sophie Hunger-Manier.

„Das größte Potenzial hat jeder nur in sich selbst und das ist das, was ihn von anderen unterscheidet!“. Von ihrem eigenen Erfolgscredo kann uns Sophie Hunger sprichwörtlich ein Lied singen. Die talentierte Singer- und Songwriterin, Pianistin und Gitarristin ist eine Ausnahmemusikerin, die nach 250.000 verkauften Alben und ausverkauften Konzerten auch längst außerhalb ihres Heimatlandes Schweiz gefeiert wird.

Mit ihrem 5. Album Supermoon, das seit heute (24. April) im Handel erhältlich ist, beweist die 32-Jährige einmal mehr, warum ihre Musik so unverwechselbar ist. Die hallenden Folk- und Rockgitarren, elegischen Chansons, Blues- und Jazz-Fragmente und die betörenden Pop-Refrains lassen sich keinem Genre zuordnen. Dazu kommt der Gesangs-Mix aus Deutsch, Englisch, Französisch und Schwytzerdütsch. Den Spirit haucht dann noch Hungers warme, Stimme ein.

FREMDE HEIMAT

Sophie Hunger singt vom Unterwegssein und der Heimat, über Anarchie und Haltung. Kein Zufall, zumal das Album entstand, als die Künstlerin, die in England, der Schweiz und in Deutschland aufwuchs, wieder einmal auf Reisen war. Diesmal in Amerika, wo sie sich eigentlich eine Pause gönnen wollte. Sie kaufte ein One-Way-Ticket nach Kalifornien und lebte dort in AirBnB-Wohnungen, die allesamt mit Instrumenten ausgestattet waren. „Ich wollte irgendwo hingehen, wo ich niemanden kenne und nicht meine Sprache reden muss. Und ich hatte Lust darauf, fremd zu sein. Amerika ist das Land der Immigranten. Vielleicht fühle ich mich deswegen wohl da, weil alle irgendwie fremd sind.“ Das Ergebnis dieses Zustandes hatte zur Folge, dass aus der Pause nichts wurde. Nach knapp vier Monaten kehrte Sophie Hunger mit neuen 10 Tracks nach Hause zurück.

Wenn man ständig nur versucht bestimmte Dinge zu erreichen, dann entfernt man sich von sich selbst und verliert automatisch an Kraft und Originalität.
von Sophie Hunger

Die Musik, sagt sie, kam dort ganz einfach aus ihr heraus. Die Arbeitsweise entspricht ihr, die ohnehin „alles eher unverkrampft“ angeht. Ihren Erfolg kann sich die Tochter eines Botschafters aber bis heute nicht erklären – höchstens eine Annäherung dazu: „Wenn man ständig nur versucht bestimmte Dinge zu erreichen, dann entfernt man sich von sich selbst und verliert automatisch an Kraft und Originalität.“

ERFOLG UND GEFÜHL

Die Inspiration zu ihrer Originalität holt sie sich aus dem Leben: „Ich schaue die Dinge an, die um mich herum passieren. Das müssen nicht immer große Weltthemen ein. Ich mag das Alltägliche. Und ich lasse in meine Musik alles einfließen, auch Dinge, die ich nicht verstehe. Musik ist meine Ausdrucksform. Ich hab nicht so gut gelernt, die Sachen anders auszudrücken.“


Ihre Musik möchte sie betont nicht als Wegweiser verstehen. „Ein guter Text schlägt lediglich etwas vor, eine Idee, ein Bild, oder eine Situation, aber es ist nicht klar, was es will. Es gibt kein Ziel. Für den Betrachter oder Zuhörer wird es zu seinem Bild. Schließlich will man ja auch niemanden einen Kuchen ins Gesicht drücken, man stellt ihn lieber hin. Marke: "take it, or leave it“ sagt die Künstlerin. Dass so viele Menschen inzwischen ihre Musik so gut annehmen kann sie selbst kaum glauben. „Ich empfinde es immer noch als ein Wunder, dass die Leute kommen, ein Ticket kaufen, einen Parkplatz suchen oder einen Babysitter anheuern um einen auf der Bühne stehen zu sehen. Nur für ein Gefühl, das sie im Gegenzug bekommen. In einer Zeit, die eigentlich so materialistisch ist. Das ist schön!“

Wir finden jedenfalls, wenn musikalische Genialität, so bescheiden, ungekünstelt und sympathisch daher kommt, wie bei Sophie Hunger, verdient sie erst Recht unser Gehör.

Supermoon Cover Sophie Hunger

Sophie Hunger: "Supermoon", VÖ: 24.4.2015, Caroline.

26.5. Wien Konzerthaus

30.7.-1.8. Szene Open Air

19.11. Salzburg - Republic

21.11. Linz - Posthof

 

Aktuell