Song Contest 2014

Es war ein spannendes Finale am Samstag Abend beim Eurovision Song Contest in Kopenhagen - und am Ende stand eine strahlende Conchita Wurst als Gewinnerin auf der Bühne. Zuletzt hatte Udo Jürgens vor 48 Jahren die Trophäe für Österreich geholt.

"I am so thankful", flüsterte Conchita Wurst mit tränenerstickter Stimme ins Mikrofon, als die Hälfte der Eurovision Song Contest-Nationen ihre Punkte vergeben hatten - und sie mit ihrem Song "Rise Like A Phoenix" auf Platz 1 lag. Dann wurde es noch richtig spannend, mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Band aus den Niederlanden und Conchita Wurst. Doch kurz bevor die letzten Länder ihre Stimmen abgaben, war der Finalgewinn für Wurst fix. Die Höchstwertung von 12 Punkten bekam Wurst unter anderem aus Isreal, Irland, Italien und Spanien. TV-Moderatorin Kati Bellowitsch, die die Punkte für Österreich durchgab, huldigte dem Rising Star mit einem Conchita Wurst-Outfit - und trat mit Bart vor die Kamera.

Zuletzt hatte Österreich 1966 mit Udo Jürgens den Song Contest gewonnen.

Frau mit Bart

Jetzt wird das Medieninteresse an der von Tom Neuwirth geschaffenen Kunstfigur noch größer werden als bisher - und auch die Landesgrenze überschreiten.

Schon die Nominierung der Dragqueen hatte für Schlagzeilen in den Medien gesorgt. So viel mediale Aufmerksamkeit bekamen österreichische Song Contest-Starter in den vergangenen Jahren selten.

Die Frau mit Bart soll ein Zeichen gegen Diskriminierung sein, mit der Tom Neuwirth zuvor oft zu kämpfen hatte. „Einzig und allein der Mensch zählt", sagt der 25-jährige Künstler, der in Oberösterreich geboren wurde und in der Steiermark aufgewachsen ist. „Jeder soll sein Leben so leben dürfen, wie er es für richtig hält, solange niemand zu Schaden kommt." Aussehen, Geschlecht und Herkunft seien eben „Wurst".

Kritik aus Österreich und Europa

Nicht ganz „wurst" ist die Kunstfigur vielen Kritikern - die Aussehen, Stimme und sexuelle Orientierung zum Thema machen. In Weißrussland wurde etwa laut Medienberichten eine Petition gegen die Teilnahme des Travestiekünstlers gestartet, weil eine Lebensweise vorgezeigt werden, die für die Gesellschaft Weißrusslands „inakzeptabel" und „beleidigend" und Wurst eine Gefahr für Kinder sei. Auch Armeniens Kandidat Aram MP3 machte mit Anfeindungen gegen Wurst auf sich aufmerksam, entschuldigte sich jedoch später dafür.

Doch nicht nur im Ausland, auch in Österreich hatten sich Kritiker lautstark zu Wort gemeldet. Neben einer Petition gegen die Teilnahme am Song Contest, die bislang knapp 5.000 Unterstützer gefunden hat oder einer Nein-zu-Conchita-Wurst-Facebook-Gruppe mit mehr als 38.000 Mitgliedern, kamen unter anderem von Ex-Song-Contest-Teilnehmer und Kabarettist Alf Poier harte Worte. „Wenn jemand nicht weiß, ob er ein Manderl oder ein Weiberl ist, dann gehört er eher zum Psychotherapeuten als zum Song Contest", befand dieser und erntete dafür prompt Zustimmung von FPÖ-Chef H.C. Strache. Poier relativierte seine Aussage später und betonte, dass es ihm nicht um die sexuelle Orientierung, sondern vielmehr darum ginge, dass der mediale Fokus bei Wurst nicht auf der Musik, sondern auf der Kunstfigur liege.

Wurst hatte die Anfeindungen als „geschmacklos" bezeichnet, die Diskussionen um ihre Person ansonsten aber gelassen genommen. Schließlich hatte sich die Dragqueen ganz auf ihren Auftritt konzentrieren wollen - und darauf, warum sie unbedingt zum Song Contest wollte: „Seit ich ein Kind war, habe ich mir den Song Contest angeschaut. Es zwar ein Klischee, aber ich sag es so gerne: Ich bin ein schwuler Junge, ich weiß wovon ich rede", so Wurst im Interview mit dem Falter.

Gegen wen Conchita Wurst im Finale angetreten war - inkl. allen Videos - sehen Sie auf Seite 2...

Das Finale des Eurovision Song Contest hat am 10. Mai in Kopenhagen stattgefunden. In der tvthek von ORF eins ist derzeit die Doku "Conchita - einfach persönlich" anzuschauen.

Diese Sängerinnen und Sänger traten gegen Conchita Wurst an:

  • Malta: Firelight mit "Coming Home"

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  • Norwegen: Carl Espen mit "Silent Storm"

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  • 5. Polen: Donatan & Cleo mit "My Slowianie - We Are Slavic

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  • Österreich: Conchita Wurst mit "Rise Like A Phoenix"

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  • Finnland: Softengine mit "Something Better"

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  • Weißrussland: Teo mit "Cheesecake"

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  • Schweiz: Sebalter mit "Hunter Of Stars"

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  • Griechenland: Freaky Fortune feat. RiskyKidd mit "Rise up"

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  • Slowenien: Tinkara Kovač mit "Round and around"

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  • Rumänien: Paula Seling & OVI mit "Miracle"

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Welche Länder außerdem gegen Österreich angetreten sind, sehen Sie auf Seite 3!

Diese Sängerinnen und Sänger tragen gegen Conchita Wurst an:

  • Armenien: Aram MP3 mit "Not Alone"

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  • Aserbaidschan: Dila Kazimova mit "Start A Fire"

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  • Deutschland: Elaiza mit "Is It Right"

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    • Finnland:Softengine mit "Something Better"

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    • Frankreich: Twin Twin mit "Moustache"

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    • Großbritannien: Molly Smitten-Downes mit "Children Of The Universe"

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    • Island: Pollapönk mit "No Prejudice"

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    • Italien:Emma Marrone mit "La Mia Cittá"

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    • Montenegro: Sergej Ćetković mit "Moj Svijet"

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    • Niederlande: The Common Linnets mit "Calm After The Storm"

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    • Russland: Tolmachevy Sisters mit "Shine"

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    • San Marino: Valentina Monetta mit "Maybe (Forse)"

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    • Schweden: Sanna Nielsen mit "Undo"

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    • Spanien:Ruth Lorenzo mit "Singing in The Rain"

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    • Ukraine: Mariya Yaremchuk mit "Tick - Tock"

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    • Ungarn: András Kállay-Saunders mit "Running"

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