Sommerdepression: Woran du merkst, dass dich der heurige Sommer nicht nur ein bisserl anzipft

Sommerdepression

Eigentlich is ja alles fein: Die Sonne scheint, der See ist kühl und der Spritzer ebenso. Die Vitamin-D-Produktion unseres Körpers rennt auf Hochtouren und die zachen Alles-ist-schlimm-und-es-wird-so-schnell-dunkel-Gefühle einer Winterdepression sind eigentlich in weiter Ferne.

Aber: Nicht alle Menschen reagieren auf Schönwetterperioden mit Hochgefühlen – ganz im Gegenteil. Oft wächst der Druck, den Sommer genießen und ständig gut gelaunt sein zu müssen, dass sich ein Gefühl der Einsamkeit und Isolation einschleicht. Daran könnt’s liegen:

1. Deine Körperwahrnehmung verändert sich.

Ja, eigentlich wissen wir’s ja eh: Every body is a beach body. Aber wir wissen auch: Wir leben halt immer noch in einer Gesellschaft geprägt von patriarchalen Schönheitsnormen. Es ist also nur nachvollziehbar, wenn du dich zu Beginn des Sommers in luftigen Kleidern und kurzen Shorts nicht auf Anhieb wohlfühlst. Das schlägt auf die Stimmung – und kann weit über ein persönliches Empfinden hinausgehen: Unwohlfühlen im eigenen Körper ist omnipräsent im Alltag und kann (unbewusst) unsere Sommerpläne beeinflussen – etwa, wenn du den Ausflug zum See mit Freund*innen absagst, weil du dich nicht im Bikini zeigen magst oder nicht zur Grillerei kommst, weil dich Essen vor Anderen triggert.

2. Es ist viel zu heiß.

Den ganzen Tag in der prallen Sonne zu brutzeln ist nicht unbedingt deins und eigentlich fühlst du dich im klimatisierten Haus viel wohler als draußen auf der Liege? We feel you – aber für unsere Psyche gilt das leider nur kurzfristig. Verbringen wir viel Zeit drinnen, kann das in schlechtem Gewissen á la Ich-müsste-doch-eigentlich-auch-den-Sommer-draußen-am-See-genießen resultieren. Dadurch fühlen wir uns müde, faul und deprimiert. Was hilft: Am Abend, wenn's ein bisserl abkühlt vielleicht noch eine kleine Runde Sport einplanen – das produziert Endorphine und du schläfst besser.

3. Die Ruhephasen werden kürzer.

Apropos Schlaf. Wir alle kennen das: An einem lauen Sommerabend kann man gerne mal versumpern und länger wachbleiben als im Winter. Dabei wären Ruhephasen gerade für unsere mentale Gesundheit wichtig: Schlafmangel führt dazu, dass der Körper mehr Stresshormone produziert, was zu einer höheren emotionalen Sensibilität und in weiterer Folge zu depressiven Verstimmungen führen kann.

4. Hallo, FOMO!

Gerade jetzt nach der Isolation glaubt man vielleicht alles Verpasste aufholen zu müssen: Spritzertrinken mit der BFF, Brunchen gehen mit den Arbeitskolleg*innen, Badengehen mit den Freund*innen – der Freizeitstress ist real gerade. Und auch wenn das eigentlich alles nach feinen To-Dos klingt, kann uns diese Hektik ganz schön durcheinanderbringen und unsere Schlaf- und Essgewohnheiten stören. Das kann in weiterer Folge zu einer Sommerdepression führen, daher gilt: Statt To-Do-Listen lieber Prioritätenlisten führen und eines nach dem anderen angehen.

 

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