Sollte der Straßenstrich in Österreich verboten werden?

Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren in Österreich über Prostitution diskutiert – um die Prostituierten, die Freier, aber auch die Bevölkerung rund um die betroffenen Zonen zu schützen. Auch wenn vieles geändert wurde, gibt es noch immer Zündstoff. Ein neuer Straßenstrich in Wien zeigt die Schwächen der aktuellen Gesetze.

Was würden Sie sagen, wenn ihr Sohn am Heimweg von der Berufsschule von einer Prostituierten angesprochen wird? Genau das passiert nun immer wieder in Floridsdorf, da sich in der Einzingergasse an der Grenze zu Strebersdorf ein neuer Straßenstrich etabliert. Die leicht bekleideten Damen sprechen schon am frühen Nachmittag vorbeikommende Passanten an, darunter auch Kinder und Jugendliche. Die Bevölkerung tobt, ist aber machtlos. Denn laut dem Wiener Prostitutionsgesetz ist an dieser Stelle rund um den Marchfeldkanal die Prostitution zugelassen.

Damit stellt sich die Frage, ob die derzeitigen Zonen wirklich gut gewählt sind, wenn diese so nahe an Schulen vorbei gehen? Und die Polizei kann nur kontrollieren, ob die Prostituierten gemeldet sind.

Am Schauplatz: Billiger Sex

Zur Prostitution in Wien: Jede Prostituierte in Wien muss sich registrieren und wöchentlich einen Check auf ansteckende Geschlechtskrankheiten und HIV machen. Eine Anbahnung im Wohngebiet ist grundsätzlich verboten, genau so wie die Ausübung von sexuellen Handlungen auf der Straße. In anderen Bundesländern schaut es etwas anders aus. In Vorarlberg ist der Straßenstrich generell verboten und auch indoor ist ein solcher nur in bewilligten Bordellen erlaubt und solche gibt es derzeit nicht. 2011 gab es geschätzt zwischen 70 und 100 illegale Bordelle im westlichsten Bundesland Österreichs. In Wien hingegen arbeiten etwa 3000 Frauen im ältesten Gewerbe der Welt, davon nach etwas älteren Informationen etwa 130 am Straßenstrich in Wien.

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