Solidarität: So lieb sind Österreicher*innen in Corona-Zeiten zueinander

Die aktuellen Einschränkungen des öffentlichen Lebens schützen die Gemeinschaft - bergen aber auch verschiedenste Probleme für viele Menschen. In sozialen Medien zeigen viele Österreicher*innen nun, wie Zusammenhalt aussehen kann.

Leute fladern Desinfektionsmittel, hamstern Klopapier und verhalten sich rücksichtslos: Die Bilder, die gerade in sozialen Medien gezeichnet werden, zeigen die Menschheit nicht von ihrer besten Seite. Aber, und auch das ist in Zeiten wie diesen wichtig zu wissen: Nicht alle sind so.

Zwischen all den schrecklichen Nachrichten setzt sich aber immer wieder das Gute durch. Schaut mal:

An die Nachbar*innen denken

Inzwischen hat das wohl ganz Österreich mitbekommen (immerhin hat's Barbara Stöckl vorgelesen!) aber wir erwähnen es hier trotzdem nochmal: Fredi Ferkova, Kulturschaffende aus Wien, hat diese Woche einen kleinen aber wichtigen Zettel im Stiegenhaus ihres Wohnhauses aufgehängt. Darauf schrieb sie, dass sie Nachbar*innen bei Besorgungen ihre Hilfe anbietet. Ein Foto davon wurde binnen kürzester Zeit hunderte Male geteilt, unter dem Hashtag #Nachbarschaftschallenge greifen andere die Idee auf.

Die Idee kam Ferkova, als sie von einer Politikwissenschaftlerin las, die sich mit ihrem Kind in Quarantäne befindet: "Ich bin dann runter von meinem Unter 30-Ross und habe nachgedacht, wie ich Riskogruppen schützen kann." Weil sich bis jetzt noch niemand gemeldet hat, möchte sie in den nächsten Tagen nochmal an die Türen klopfen und die Hilfe persönlich anbieten. "Manche ältere Personen haben ein Problem damit, sich als 'hilfsbedürftig' zu sehen, fühlen sich fit und realisieren nicht, dass sie sich einer Gefahr aussetzen", erzählt Ferkova der WIENERIN. "Da ist persönlicher Kontakt auf empathischer Basis und mit 1,5m Abstand natürlich besser als ein Zettel."

Die Stadt Wien hat inzwischen eine Hotline eingerichtet, wo ältere Menschen in Zeiten von Corona bei der Besorgung von Lebensmitteln und Medikamenten Unterstützung bekommen können. Einfach hier anrufen: 01 / 4000-41

Freischaffende Künstler*innen unterstützen

Für Menschen, die von Auftritten und Versammlungen leben, sind die Einschränkungen existenzbedrohend. In sozialen Netzwerken weisen seit Tagen mehrere Personen auf die möglicherweise bald sehr prekäre Lage von betroffenen Künstler*innen hin, darunter auch Stefanie Sargnagel:

Das Epidemiegesetz schützt auch Dienstentfälle von Selbstständigen, wie die Arbeitsmarktsexpertin Veronika Bohrn Menaaufklärt:

Nur: Bis dahin kann es noch recht lang dauern - und auch das kann sich nicht jede*r leisten. Wer also akut helfen kann - tut es!

Betrieben unter die Arme greifen

Auch Gastronom*innen und Betreiber*innen von Unterhaltungsstätten stecken diese plötzlichen Änderungen nicht so leicht weg. Das SORA Institut (ja, die mit den Wahlprognosen!) hat auf Twitter gezeigt, wie man im Kleinen was Großes beitragen kann, wenn es geht: Sie haben eine Jubiläumsfeier abgesagt (sehr gut, denn große Menschenansammlungen erhöhen die Ansteckungsgefahr), werden dem Gastronomen aber den entgangenen Umsatz überweisen.

Im Nachsatz beweist das SORA Institut, dass dies natürlich nur aus einer privilegierten Position passieren kann: "Tut's das auch, wenn es Euch nicht umbringt." Soll heißen: Wer kann, der hilft jenen, die nun betroffen sind. So funktioniert Gemeinschaft und Solidarität!

 

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