Solidarität mit Jacob Blake: Basketballerinnen setzen starkes Zeichen gegen Polizeigewalt

Die Spielerinnen der Washington Mystics erscheinen in weißen Shirts, die den Namen des jüngsten Opfers rassistischer Polizeigewalt tragen. Auf dem Rücken sind sieben Einschusslöcher zu sehen.

Basketballerinnen protestieren gegen Polizeigewalt

Aus Protest gegen Polizeigewalt gegenüber Schwarzen in den USA sagten sowohl WNBA (Women’s National Basketball Association) als auch NBA (National Basketball Association) all ihre Spiele am Mittwochabend ab. Auslöser für die historische Protestaktion ist die jüngste Gewalttat von Polizisten gegen den 29-jährigen Afroamerikaner Jacob Blake, dem am Wochenende siebenmal in den Rücken geschossen worden war.

Einschusslöcher erinnern an Gewalttat gegen Blake

Vor dem geplanten Spiel gegen Atlanta Dream erschien das Mystics-Team in weißen T-Shirts, die jeweils einen Buchstaben von Jacob Blakes Namen trugen. Auf der Rückseite der Oberteile sind jeweils sieben Einschusslöcher zu sehen – genau so oft wurde Blake Samstagabend angeschossen. Mit eingehakten Armen knieten die Spielerinnen auf dem Basketball Court während die US-Hymne spielte. Anschließend verließen sie das Feld wieder.

"Wir sind nicht nur Basketballerinnen"

"Hier geht es nicht um Basketball. Wir sind nicht nur Basketballerinnen. Wir sind viel mehr. Wenn wir nachhause gehen, sind die meisten von uns Schwarz. Wir haben Cousins, Brüder, Schwestern, Mütter … auch unsere Leben zählen. Ich bin es leid, das Leuten erklären zu müssen", zitiert HuffPost die 24-jährige WNBA-Spielerin Ariel Atkins. "Wir stehen solidarisch mit unseren Brüdern in der NBA und werden dieses Thema in alle Ligen tragen und gemeinsam weitere Maßnahmen ergreifen", so Atlanta Dream-Spielerin Elizabeth Williams. "Was wir in den letzten Monaten und zuletzt bei den brutalen Polizeischüssen auf Jacob Blake gesehen haben, ist erschütternd. Es ist an der Zeit, Veränderung einzufordern".

Lob für Protestaktionen

In den sozialen Medien werden die Boykotts der geplanten Sportveranstaltungen gelobt. Auch BarackObama, Joe Biden, Alexandria Ocasio-Cortez und BernieSanders sprechen sich online anerkennend für die Protestaktionen aus.

Angriff auf Blake löst erneut Protestwelle aus

Was genau ist am Wochenende passiert? Auf einem Video ist zu sehen, wie Blake zu seinem Auto geht, zwei Polizisten mit gezogenen Waffen folgen ihm. Eine der Waffen ist auf seinen Rücken gerichtet. Als Blake die Fahrertür öffnet und sich ins Auto beugt, fallen Schüsse. Nach Angaben des Anwalts der Familie saßen Blakes drei kleine Kinder im Auto. Laut Blakes Vater ist der 29-Jährige infolge der Schüsse von der Hüfte abwärts gelähmt. Der Fall von Jacob Blake hat zu schweren Unruhen in Kenosha, Wisconsin sowie zahlreichen anderen US-Städten geführt und erneut Zehntausende Demonstrant*innen auf die Straße gebracht.

 

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