Soja: Top oder Flop?

Jahrelang galt Tofu, Soja und Co als absolute Top-Produkte in Sachen gesunde Ernährung. Doch nun sorgen Gerüchte über Sojaprodukte für negative Schlagzeilen. Wir haben für Sie herausgefunden, was hinter diesen Behauptungen steckt und wie gesund Soja tatsächlich ist.

Tofu-Schnitzel, Spaghetti alla Tofu-Bolognese, Sojajoghurt, Sojaeis und Coffee to Go mit Sojamilch: die Wunderbohne Soja ist in aller Munde und wohl kaum mehr weg zu denken, aus dem normalen Alltag aller ernährungsbewussten Menschen.

Allerdings meinen neueste Studien unterschiedlicher Universitäten, dass Sojamilch und Tofu eher schlecht als recht ist für die Gesundheit. Laut Studie sollten vor allem Männer die Bohne und ihre unterschiedliche Verarbeitungsvarianten (Tofu und Co) meiden, da die sekundären Pflanzenstoffe der Sojabohne angeblich die Fruchtbarkeit bei Männern reduzieren und generell die Vergesslichkeit und Krebs fördern soll.

Soja senkt Spermienzahl?

Wenn man sich die Ergebnisse der Studie genauer ansieht, so muss man, wie bei vielen Meldungen über Lebensmittel, feststellen, dass auch hier Hypothesen nur durch mangelhafte, beweiskräftige Studien aufgestellt wurden.

Ernährungswissenschaftler erklären hier, dass, wie bekannt ist, Spermien in großem Maß und Überfluss produziert werden. Sogar wenn dem so wäre, dass ein übermäßiger Konsum von Sojaprodukten die Spermienzahl negativ beeinflusst bzw. senkt, so ist dies für die Fruchtbarkeit des Mannes eher irrelevant.

Soja ist und bleibt gesund

Weltweit wurden, vor allem seit aufkommendem Sojaboom, viele Studien zu Sojaprodukten und zur Zauberbohne gemacht und in allen stellte man fest, dass Soja verdauungsfördernd und blutfettsenkend wirkt.

Allerdings ist es richtig, dass Soja sekundäre Pflanzenstoffe enthält, die, abhängig von der Menge, unter unterschiedlichen Bedingungen, auch krebsfördernde Wirkung zeigten.

Aufgrund dieser Auswertung wurde von der FDA-USA (Food and Drug Administration) eine Empfehlung für den Konsum von Sojaprodukten formuliert: Für eine herzgesunden Ernährung, sind 25 Gramm Sojaprotein pro Tag ratsam. Dies entspricht 300 g Tofu, 800 ml Sojamilch oder 600 ml Sojajoghurt.

Alles was in deutlichem Ausmaß über diese Menge geht, wäre als eher nicht empfehlenswert, jedoch auch nicht als "giftig", zu bewerten.

Mehr Infos über Soja in den Wechseljahren erfahren Sie auf Seite 2!

Mit Soja meint man eigentlich Sojabohnen, die zu den Hülsefrüchten gehören und reich an Vitamin B, Kohlenhydrate (20-30%) ungesättigten Fettsäuren, Kalzium, Ballaststoffen und Folsäure ist.

Hinzukommen Inhaltsstoffe wie Eisen, Fett (14%), Zink, hochwertiges, biologisches Eiweiß (35%) sowie kein einziges Gramm Cholesterin.

Soja kann auf unterschiedlichste Art und Weise verarbeitet werden:
- Tofu
- Sojamilch
- Tempeh (gekochte, fermentierte Sojabohnenmasse)
- Sojajoghurt, -milch, -drinks
- Sojasprossen
- Sojasauce
- Sojapaste

100 g Soja decken 40% des Eisenbedarfs und 33% des Selenbedarfs pro Tag!

Achtung bei Kindern

Bei Kleinkindern, vor allem Säuglingen, sollte generell auf Sojanahrung verzichtet werden, so das Institut für Lebensmittelchemie der Universität Karlsruhe.

Der Grund dafür: durch die hohe Zufuhr an hormonähnlichen Phytoöstrogenen, können die weiblichen Fortplanzungsorgane und das Immunsystem beeinflusst bzw. verändert werden.

Soja für Frauen in den Wechseljahren

Die Wunderbohne Soja ist nicht nur reich an Eiweiß und ungesättigten Fettsäuren, sonderns sie enthält auch wichtige Stoffe, wie Phytosterin, Phenolsäure und Flavone:

  • Pythosterin senkt den Cholesterinspiegel
  • Phenolsäure schützt vor Infektionen
  • Isoflavone (Phytoöstrogene) sind dem weiblichen Hormon Östrogen sehr ähnlich
 

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