So wurde ich verrückt nach Paartherapie

Lorenz ist 48 Jahre alt und seit 10 Jahren in Therapie. Er hat keine Psychose, ist nicht chronisch depressiv oder sozial gestört. Er hat einfach gemerkt, dass Therapie seiner Beziehung mit Teresa unheimlich gut tut. Warum, erzählt er hier selbst.

Lorenz ist ein normaler Mann. Kein reines Alphatier, kein super Softie, ein cooler Typ, dem Gleichberechtigung wichtig ist und der von sich selbst sagt, er ist Feminist. Als er seine "große Liebe" Teresa trifft wird aber schnell klar, dass es neben der Liebe auch viel Energie für Streit gibt - und scheinbar keinen Ausweg. Hier erzählt er seine Story.

Lorenz: "Auslöser für unsere Paartherapie waren heftige Konflikte, die in unserer damals noch jungen Beziehung in regelmäßigen Abständen über uns hereinbrachen – so, als könnten wir das auch bei größtem Bemühen nicht verhindern. Und das, obwohl wir uns sicher waren, dass wir uns liebten.

Der dramatische Dominoeffekt

Die Konflikte waren heftig und emotional belastend. Sie betrafen aber nicht die großen Themen in der Beziehung (wie z. B. den Umgang mit Kindern aus früheren Beziehungen), sondern hatten scheinbar unwesentliche Auslöser, die in der Folge wie in einem Dominospiel, das nicht mehr beeinflussbar ist, eskalierten. So kam auch die Entscheidung zur Paartherapie. Gut so. Sie hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir begonnen haben, die Muster unseres Verhaltens zu verstehen. Wir konnten gemeinsam erkennen, warum wir in den Konflikten so destruktiv wurden und warum wir aus der Eskalationsspirale nicht herauskamen.

Oft sagte ich: Boah, ist das naiv

Es hatte zunächst immer mehr mit uns selbst zu tun, mit unseren Interpretationen. Oft war ich auch widerständig und fand vieles naiv, aber ich habe mich darauf eingelassen und war immer wieder überrascht, auf kleine Wahrheiten draufzukommen, die sich dann mehr und mehr als Sicherheiten in mir eingenistet haben. Ich glaube, ich bin dadurch weniger empfindlich geworden, habe mich in meinem Verhalten mehr hinterfragt und mehr Respekt Teresa gegenüber aufgebaut.

Next Level: Beziehungs-Spa

Warum wir nicht „aus-therapiert" sind? Weil ich es heute als Luxus sehe. Next Level Beziehungs-Spa statt Paartherapie. Ich erlebe Teresa dort wie nirgendwo sonst, das ist aufregend; ich bekomme Sachen von ihr mit, die ich sonst vielleicht nie erfahren würde, und es kommen neue Ideen für unser Leben auf, die sonst in uns drinnen weiterschlummern würden – von der Krisenvorbeugung bei heiklen Themen einmal ganz abgesehen.

Wie seine Frau Teresa die Paartherapie erlebt, welche Top-3 Themen Paare in die Therapie führen und wie man diese Form von Coaching in den Alltag integrieren kann, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der WIENERIN, Juni 2017.

Cover WIENERIN Juni 2017

 

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