So will die Stadt London ihr "Coffee-To-Go"-Problem lösen

Allein in Deutschland werden pro Kopf schätzungsweise 130 Einwegbecher jährlich verbraucht. Dass die Becherberge zum wachsenden Problem werden, finden nicht mehr nur UmweltschützerInnen, sondern auch PolitikerInnen. London wagt nun ein Experiment, um gegen die ungeliebten Becher vorzugehen.

Lange Zeit waren sie Inbegriff eines urbanen, coolen und unabhängigen Lifestyles, nun geraten die "Coffee-To-Go"-Becher immer mehr in die Kritik.

Denn: Aufgrund ihrer Einweg-Nutzung sind die Behälter extrem umwelt-un-freundlich und sorgen für immer mehr Müll. In Deutschland allein schätzt man, dass jährlich 6,4 Milliarden (!) dieser Becher zum Einsatz kommen. Pro Becher, so schätzt eine deutsche Verbraucherzentrale, werden somit jeweils 110 Gramm an CO2 ausgestoßen - da kommt bei einem pro Kopf Verbrauch von 130 Einwegbechern im Jahr schon einiges zusammen.

Mit gelben Mülleimern gegen Einwegbecher?

Weltweit wird die Problematik rund um das Wegwerfprodukt immer öfter Thema, auch auf Regierungsebene. In London startete aus dem diesen Grund kürzlich die Recycling-Offensive "Square Mile Challenge", die den Papierbechern (zumindest teilweise) den Kampf ansagen will - denn auch in Großbritannien herrscht mit einem Verbrauch von 2,5 Milliarden Bechern ein stetig wachsendes "Coffee-To-Go"-Problem.
Gemeinsam mit 35 Unternehmen, 119 Kaffee-Anbietern, der Stadt London und dem öffentlichen Verkehrssystem möchte man im ersten Monat eine halbe Million Becher in Recyclingboxen sammeln und wiederverwerten. Bis zum Ende des Jahres sollen es sogar fünf Millionen Becher sein, so das ehrgeizige Ziel der Kampagne.

Die Recycling-Container werden an 100 Orten in London aufgestellt, Konsumenten können dort ihre leeren Becher ordnungsgemäß entsorgen. Bisher wurden lediglich 1 Prozent der Einwegbecher in Großbritannien recycelt.

Und was passiert mit den Bechern? Laut den Organisatoren der Kampagne gibt es mehrere mögliche Wiederverwertungswege. Ein Teil der gesammelten Becher wird etwa zu Plastikbänken oder Picknick-Tischen wiederverarbeitet.

Kann das die Lösung sein?

Leider nein. Denn trotz der Sammelaktion bleibt das Problem der riesigen Masse an verschwendeten Einwegbechern bestehen.

Langfristig müssen KundInnen gezwungen werden, entweder selbst entsprechende Behälter mitzunehmen oder einen Aufschlag zu zahlen.

Jeder nicht benötigte Einweg-Becher trägt zur Müllvermeidung bei und dazu, dass weniger Bäume gefällt werden müssen.
von Starbucks

Das amerikanische Kaffee-Unternehmen Starbucks hat bereits vor einigen Jahren begonnen, KundInnen mit mitgebrachten Behältern bevorzugt zu behandeln: Sie erhalten einen Sofortrabatt von 30 Cent - bei jeder Bestellung. Auch in Österreich! Ein Konzept, das auch für andere Anbieter hierzulande vorstellbar wäre, oder?

 

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