So viel kostet euch die unfaire Tamponsteuer in Österreich

Eine neue Online-Petition fordert die Senkung der Tamponsteuer. Aus gutem Grund.

Eine Frau zu sein heißt auch: einmal im Monat tief in die Tasche zu greifen. Denn Hygieneartikel wie Tampons, Binden & Co. sind alles andere als billig. Und das Schlimmste daran: 20 Prozent wandern als Steuer direkt ans Finanzministerium. Binden und Tampons werden damit genauso hoch besteuert wie Champagner. Obwohl sie definitiv keine "Luxusartikel" sind.

Petition fordert: Runter mit der Tamponsteuer!

Die Initiative Aufstehn fordert jetzt den Finanzminister Hans-Jörg Schelling dazu auf, die Tamponsteuer zu senken. "Während Frauen und Männer selbst entscheiden können, ob sie sich ein Glas Champagner leisten, haben wir Frauen bei unserer Periode keine Wahl", heißt es in der dazugehörigen Online-Petition (LINK). "Die sogenannte Tampontax ist diskriminierend, weil sie (fast) nur die Frauen trifft, die diese Produkte ja quasi kaufen müssen", fügt Maria Mayrhofer, die die Kampagne gestartet hat, im WIENERIN.at-Gesprächhinzu.

Zeit: rund 40 Jahre lang haben Frauen durchschnittlich die Regel, 3-7 Tage pro Monat (= 6-7 Jahre oder 3000 Tage)

Geld: 10.000-17.000 Tampons bzw. Binden verbraucht eine Frau in ihrem Leben. Je nachdem, ob sie Billig- oder Markenprodukte verwendet, gibt eine Frau in Österreich in ihrem Leben zwischen 2.500 und 4.500 Euro Minimum für Damenhygieneprodukte aus.

Schmerzen: 75% aller Frauen haben zeitweise leichte bis mäßig starke Beschwerden bei ihrer Regelblutung. Bei zwei Schmerzmitteln pro Periode gibt eine Frau in ihrem Leben rund 700 Euro für Schmerzmittel aus.

Beeinträchtigung im Alltag: Über 10% aller Frauen leiden so stark unter ihrer Periode, dass sie in dieser Zeit ihrer Ausbildung oder ihrem Beruf nicht nachgehen können.

(Quelle: Erdbeerwoche)


"Gerade liegt ein Antrag dazu im Finanzausschuss des Nationalrats, in anderen Ländern hat die Politik bereits reagiert – in Frankreich wurde die Steuer gesenkt, in Kanada gibt’s Binden und Tampons sogar steuerfrei. Auch hierzulande greifen immer mehr Medien und PolitikerInnen das Thema auf", schreiben die InitiatorInnen weiter.

Die finanzielle Belastung ist für einige Frauen sehr hoch

Besonders für ökonomisch schlechter gestellte Frauen seien Frauenhygieneprodukte eine enorme finanzielle Belastung: Eine Frau gibt in Österreich im Schnitt mindestens 2.500 Euro für Tampons und Co aus, davon fließen mindestens 500 Euro Steuern direkt an den Finanzminister. Die Initiative rechnet anschaulich vor: "Von dem Steuergeld könnte sie sich also schon einen Laptop leisten."

Bereits voriges Jahr forderte der Onlineshop für nachhaltige Frauenhygieneprodukte Erdbeerwoche eine Senkung der Tamponsteuer (die WIENERIN.at hat berichtet). Damals hieß es: „Österreich muss endlich mit Ländern wie Frankreich, Spanien oder Großbritannien, wo die Steuer auf Monatshygieneartikel nur zwischen 5 und 10% beträgt, gleichziehen."

 

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