So viel Eifersucht ist normal

Wie viel Eifersucht ist noch in Ordnung und vielleicht sogar erwünscht? Wann wird es krankhaft? Und vor allem: Wie geht man mit diesen Gefühlen um?

Krampfhafte Kontrolle des Partners, Misstrauen gegenüber gleichgeschlechtlichen Personen und ständige Unsicherheit: Eifersucht verändert Menschen. Hinzu kommt, dass Nachspionieren heute einfacher ist denn je. Facebook, Partnertracker-App & Co. sind eine große Versuchung, selbst zum Stalker zu werden.

Doch wo sind die Grenzen? Ist Eifersucht krankhaft oder womöglich nur ein Zeichen für eine intakte soziale Beziehung?

Männer und Frauen sind unterschiedlich eifersüchtig

Männer beunruhigt vor allem die Vorstellung, die Partnerin könnte Sex mit einem anderen Mann haben. Gleichzeitig fürchten sich Frauen stärker davor, ihr Liebster könnte eine enge emotionale Beziehung zu einer anderen Frau eingehen, eine reine Bettgeschichte würden sie ihm eher verzeihen. Darin spiegeln sich offenbar die geschlechtsspezifischen Ängste: Der Mann hat Angst vor einem Kuckuckskind, die Frau will nicht verlassen werden.

Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.
von Franz Grillparzer

Liebe ohne Eifersucht ist keine Liebe

Doch ganz ohne geht es fast nicht. Wenn man absolut keine Angst davor hat, seinen Partner zu verlieren, sind dann noch genügend Gefühle im Spiel? Der schwächere Teil des Paares ist meist eifersüchtiger, weil er mehr zu verlieren hat. Ist die Frau jung und schön, muss sich der Mann Sorgen machen - die Konkurrenz steht sozusagen Schlange. In späteren Jahren verändern sich die Positionen: beide Partner verlieren möglicherweise an Attraktivität, können stattdessen vielleicht durch beruflichen Erfolg und Erfahrung punkten. Und manchmal wird die Eifersucht extra ein wenig geschürt, um klarzumachen: Ich bin nicht selbstverständlich. Das muss aber kein Schaden sein.

Was jetzt?

Sind Sie selbst eifersüchtig? Eifersucht kann man leider nur schwer abstellen. Wer betroffen ist, sollte sich zumindest klar darüber werden, ob es dazu wirklich einen Anlass gegeben hat oder ob das Gefühl den eigenen Gedanken entsprungen ist. Und im Zweifelsfall hilft es den Partner anzusprechen und das möglichst frühzeitig, um negative Gefühle nicht anzustauen und möglichst vorurteilsfroh auf den Liebsten zuzugehen. Und manchmal kann man nach einem solchen Gespräch sogar gemeinsam darüber gelacht werden. Und so soll es sein, denn Vertrauen ist das A und O jeder Beziehung.

 

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