So verhindern Sie das Rotwerden

Selbst den kühlsten Köpfen schießt bei Ärger, Scham und Aufregung das Blut in die Wangen. Und ein rotes Gesicht macht unangenehme Situationen nicht leichter. Wir verraten Ihnen, wie Sie lästiges Erröten in den Griff bekommen und das Rotwerden künftig verhindern.

Physiologisch betrachtet ist Erröten eine Sache des vegetativen Nervensystems. Bei jeder Form der Aufregung versetzt der Sympathikus unseren Körper in Alarmbereitschaft. Die Blutgefäße erweitern sich. Und wir erröten zwangsläufig, weil das Gesicht dicht unter der Hautoberfläche sehr stark durchblutet ist. Rot zu werden ist also eine ganz normale Reaktion des Körpers – mit evolutionärem Hintergrund: Wir warnen damit unbewusst unser Gegenüber: „Achtung, ich bin aufgeregt“ oder „Abstand, ich bin zornig!“.

Nun ist es nicht in jeder Situation angenehm, wenn andere Menschen uns unsere innere Anspannung an der Nasespitze ablesen können. Natürlich kann man Aufregung aus dem Weg gehen – doch darunter leiden oft Privatleben und Karriere. Besser ist es, das Erröten sanft zu kontrol­lieren. Die folgenden Tipps helfen dabei.

1. Sichtwechsel

Rote Ohren sind peinlich? Wenn Sie das so sehen, wird Ihre Anspannung leider bestehen bleiben und mit ihr auch die Röte. Der Ausweg: Ändern Sie Ihre Einstellung. Ist Ihr Erröten denn wirklich eine Schande, etwas, wovor Sie Angst haben müssen? Sehen Sie darin doch lieber Ihre Art zu reagieren: Sie sind eben sensibler, energiegeladener, engagierter. Und das ist keine Schwäche.

Fragen Sie doch mal Ihre Freunde. Deren Sichtweise wird Ihre Befürchtungen wahrscheinlich relativieren. Die moderne Psychologie hat in Gruppenexperimenten nämlich herausgefunden: Schüchterne mögen zwar im Erstkontakt nicht punkten, doch gelten sie nach mehrmaliger Zusammenkunft als die intelligentesten und sympathischsten Mitglieder in der Runde. Beobachter verspüren sogar mehr Zuneigung zu Personen, die (noch) rot werden können.

2. Psychotricks

Die Angst vor der Röte kann sehr blockierend sein. Schaffen Sie es nicht aus eigener Kraft, ihre Einstellung gegenüber einer ganz normalen körperlichen Reaktion zu verändern und sie als liebenswert und menschlich neu zu bewerten, suchen Sie sich therapeutische Hilfe. Hauptziel: ihr Selbstvertrauen stärken. Denn je mehr Sie von sich selbst überzeugt sind, desto weniger werden Sie sich für Ihr Rotwerden verurteilen oder vielleicht auch gar nicht mehr erröten.

Hilfreich kann auch eine systemische Therapie sein, die davon ausgeht, dass Sie selbst eine für sich passende Lösung (er)finden können. Sie könnten zum Beispiel die Kontrolle wieder erlangen, wenn Sie Ihrem Erröten gedanklich Gestalt geben. Und dann das "rote Monster" einfach wegsperren.

Keine Angst vor dem Erröten: Psychologische Strategien zur Selbsthilfe
von Doris Wolf von Pal (€ 12,80)

Angst vorm Erröten? Erythrophobie: Hintergründe, Auswege und Erfolgsberichte Betroffener
von Carsten Dieme (€ 16,40)

3. Schön atmen


Um Anspannung und Stress abzubauen und damit das Rotwerden zu verhindern, können Sie entspannungsfördernde Atemübungen machen. Legen Sie Ihre Hand zwei Zentimeter unterhalb des Nabels auf die Bauchdecke. Atmen Sie tief ein und spüren Sie, wie der Atem langsam in Ihren Bauch fließt und schließlich Ihre Hand hochhebt. Lassen Sie den Atem wieder über den Brustraum zurück und über die Nase nach außen entweichen und konzentrieren Sie sich dabei darauf, wie Ihre Hand wieder nach unten sinkt. Wiederholen Sie diese Technik mehrere Minuten lang. Gut als Sofortmaßnahme: Drücken Sie die Fingerkuppen von kleinem und Ringfinger gegeneinander. Der Atem beruhigt sich, der Gleichmut kehrt zurück.

4. Schwamm drüber


Es ist wichtig, unangenehmen Situationen nicht auszuweichen, sondern sie immer wieder zu üben, um die Angst vor ihnen zu verlieren. Solange Sie ihr Rotwerden noch nicht richtig im Griff haben, kann das richtige Make-Up Sicherheit geben - quasi als Schutzschild. Kompaktpuder oder deckendes, mit einem Schwämmchen aufgetragenes Make-Up über einer grünlichen Tagescreme, die mit ihren komplementären Farbanteilen eigentlich zur Abdeckung von roten Äderchen dient, macht das Erröten für andere unsichtbar. Betonen Sie zudem Ihre Augen, das gibt Ihrem Blick Kraft und Ausdruck.


 

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