So sind Männer

10 Dinge, die Sie schon immer über Männer wissen wollten.

1. Warum Beziehung für ihn nicht das Wichtigste im Leben ist

Er verbringt halbe Tage im Fitnessstudio. Halbe Nächte im Büro. Ganze Nächte mit seinen Jungs. Irgendwann war jede Frau schon einmal mit der Frage allein, was zum Teufel er da draußen in der Welt verloren hat, wenn er doch neben ihr am Sofa kuscheln könnte. Die Antwort ist simpel: seine Männlichkeit, er sucht da draußen seine Männlichkeit. Würde er das nicht tun, hätten wir zwar ständig jemand neben uns, aber keinen Mann an unserer Seite. Nur einen kleinen Buben, der seine Ersatzmutti vergöttert. Lust darauf?

Während seiner gesamten Kindheit lernt ein heranwachsender Mann, dass er zu den Jungs gehört und was es bedeutet, ein Mann zu sein. Es bleibt für ihn eine Notwendigkeit, Zeit mit anderen Männern zu verbringen, mit ihnen dem Spieltrieb zu frönen oder stundenlang zu diskutieren. Über absurde Themen aus weiblicher Sicht: Computerprozessoren, vergebene Torchancen und die Titten von der neuen Kellnerin. Worum es im Grunde dabei geht? Er zeigt den anderen, dass er sich in den "wichtigen" Dingen auskennt und ein ganzer Kerl ist. Er misst sich mit ihnen und bekommt dadurch eine Bestätigung seiner Männlichkeit. Genauso läuft's im Job und im Sport - immer wird gecheckt: "Kann ich mit den anderen mithalten? Bin ich vorne dabei?" Das ist das Wichtigste in seinem Leben. Nur wenn sein Männer-Ich einigermaßen stabil steht, kann er sich dem Zweitwichtigsten stellen - dem Wir.

2. Warum er nicht anruft

Eines vorweg: Wenn ein Mann wirklich anrufen will, schafft er es auch während eines Hundeschlitten-Rennens durch Alaska. Lassen Sie sich nie, nie das Gegenteil einreden. So was wie "Hatte so viel zu tun" oder "Hund war krank". Die Wahrheit ist: Wenn er nicht anruft, dann ist er auch nicht voll entflammt. Die einzige andere Möglichkeit: Er glaubt, bei ihnen nicht wirklich punkten zu können. Aus irgendeinem Grund, wegen irgendeiner kleinen Geste, die ihm ablehnend erschien. Man ahnt als Frau nicht, wie unsicher Männer eigentlich hinter ihren Schlipsen sind. Wie gut aussehend, reich oder berühmt einer auch sein mag, er wird sich immer fragen: Hat sie einen Freund? Wird sie mich abblitzen lassen? Bin ich ihr überhaupt gewachsen? Wenn die Unsicherheitsfaktoren überwiegen, greift er nicht zum Handy. Für einen Mann ist eine Abfuhr ein seelischer Absturz, er fühlt sich sofort als Loser - und diese Rolle ist nun wirklich sein schlimmster Albtraum. Wenn Sie ihm also nach der ersten Begegnung Ihre Telefonnummer gegeben haben und er ruft nicht innerhalb einer Woche an, dann vergessen Sie ihn. Und wenn er nach zwei Wochen anruft, erst recht. Dann hat er nur gerade im Telefonbuch geblättert, weil er einen einsamen Abend hat und zu wenig Sex.

3. Warum oft nicht einmal sein bester Freund weiß, wie es ihm geht

Die Sachen, über die ein Mann happy ist - seine Erfolge, seine Aufträge, seine Aufrisse - kennt der beste Freund sehr wohl. Aber ein Mann denkt, warum über Pleiten, Pech und Pannen reden? Jammern bringt mich auch nicht weiter. Und überhaupt: Das mühsam aufgebaute Image riskieren? Für ihn kommt es einer Kamikaze-Aktion gleich, in der konkurrenzorientierten Männerwelt freiwillig Schwächen zu zeigen. Da hält er lieber seinen Mund.

"Aber warum macht er ihn dann nicht wenigstens bei uns auf?", so stöhnen wir. Ganz einfach: Weil wir ihn am meisten verwunden könnten. Vor uns will er am allerwenigsten als Schwächling dastehen. Für uns will er Superman sein. Hat er Probleme, verschanzt er sich hinter Coolness, geht auf Distanz - und macht damit das, was wir am meisten fürchten.

Soweit der soziale Hintergrund. Es gibt aber auch eine biologische Basis, warum Männer so schwer mit der Sprache rausrücken. Während Frauen mit beiden Gehirnhälften Sprache verarbeiten, ist bei den Männern nur die linke aktiv, die rational-analytische. Das bedeutet: Wir denken vernetzt, er linear. Wir haben viele Worte parat, um die vielen Nuancen unseres Gefühlslebens zu beschreiben. Er sieht das Grundproblem - und sucht sofort nach einer Lösung. Hat er keine, spricht er es gar nicht erst an. Schweigen im Wald. Denn er fühlt sich einfach wohler, wenn er sein Gefühle durch Taten zeigt statt durch Worte.

4. Warum guter Sex für ihn kein Beziehungsgrund ist

Diese verflixten erotischen Phasenverschiebungen: Bevor man im Bett gelandet ist, war er heiß - man selbst jedoch nur lau. Danach ist es plötzlich umgekehrt. Man ist entflammt - und er wird kühl. Wir sind verwirrt: Diese Nacht kann ihn doch nicht kalt gelassen haben.

Doch: Einen Mann kann guter Sex im Herzen unberührt lassen, leichter jedenfalls als uns. Er freut sich darüber - und geht seines Wegs. Nicht selten steckt aber auch etwas anderes dahinter, wenn ein Mann nach einer leidenschaftlichen Liebesnacht abtaucht: seine heimliche Doppelmoral. Er will den schnellen Sex. Aber wenn er ihn dann von einer Frau bekommt, wird ihm unbehaglich. Er liegt neben ihr und fragt sich: Ob sie wohl immer so spontan ist? Ob sie das mit jedem macht? Er würde sich eher die Zunge abbeißen, als es zuzugeben, aber unter der Oberfläche all seiner sexuellen Prahlerei ist er ziemlich konservativ und idealistisch. Er will ein braves Mädchen. Eine treue Seele. Wenn er glaubt, dass sie für Sex keine emotionelle Bindung braucht, fühlt er sich auch nicht genötigt, eine zu entwickeln. Dann landet sie bei ihm in der Rubrik Partygirl - gut für den Spaß, aber keine, die er seiner Mutter vorstellt. Der Trost für die Leidenschaftlichen unter uns: Er würde seiner Mutter andererseits auch nie eine vorstellen, mit der er nicht wirklich guten Sex hat.

5. Warum er liebevoll seine Müllhalde hütet

Im Büro (Ikea 1980) stapeln sich Asterix-Hefte aus dem Jahre Schnee, im Schrank modert seine erste Lederjacke. Für uns ein klarer Fall: Sondermüll. Für ihn: ein Heiligtum. Denn Asterix-Hefte und dergleichen sind für ihn emotionale Bezugspunkte aus Momenten, in denen seine Welt noch in Ordnung war. Oder Beutestücke, an denen er sich einmal bewiesen hat. Männer sind von Geburt an Jäger und Sammler. Trophäen wirft man nicht weg - so etwas stärkt ein Leben lang als Talisman den Rücken.

Männer sind aber nicht nur auf materieller Ebene sehr anhänglich, sondern auch auf sinnlicher. Sein Lieblingsessen von Mutti bleibt sein Lieblingsessen, und haben sie im Bett einmal mit etwas Erfolg gehabt, bleiben sie erst mal die nächsten Jahre bei dem Verfahren. Warum etwas ändern, es hat doch funktioniert? Im Tiefen verborgen, wirkt hier wieder einmal die männliche Unsicherheit. In einem Kosmos voller Herausforderungen braucht er kleine Haltegriffe und manchmal ein Geländer - kann man es ihm verdenken, dass er danach greift?

6. Warum Kuscheln für ihn eine Aufforderung zu Sex ist

Face it - sein Geschlechtsorgan ist raketenförmig. Ein Körperteil, das nur darauf wartet, abzuheben. Einmal antippen, und das Zielerfassungsprogramm ist aktiviert: "Achtung: Weibliches Wesen im Umkreis von 20 Zentimetern, bin startklar!" Sie kommt freiwillig in Reichweite - da kann doch auch sie nichts anderes als Sofortsex wollen ... oder? Nun, natürlich weiß er, dass seine Partnerin keine heiße Nummer braucht, wenn sie sich um ein Uhr nachts mit einem Seufzer der Erschöpfung an ihn kuschelt - aber er probiert es eben. Er spürt ihren Körper. Und wird davon ziemlich schnell scharf. Das führt zu Realitätsverlust. Er glaubt plötzlich, sie doch noch verführen zu können. Dass der Funke doch noch überspringt. Schließlich ist das ja irgendwann einmal auch schon gelungen. Er fummelt also weiter, sie brummt. Er will es nicht wahrhaben. Denn ein Mann, der eine Chance nicht nutzt, der's nicht wenigstens probiert hat, fühlt sich nicht als ganzer Mann. Sein Selbstwertgefühl hängt eng mit seiner sexuellen Leistungsfähigkeit zusammen. "Ich krieg' sie 'rum, also bin ich." Ob man ihn von diesem Leistungsstress befreien kann? Na ja. Man kann lieb und nett sein und seine Rakete loben. In Aussicht stellen, dass sie bald wieder abheben darf. Es wird sich trotzdem kaum vermeiden lassen, dass dann wieder einer im Doppelbett liegt und brummt.

7. Warum er glaubt, dass Schnitzel und Bier sein Wohlbefinden steigern

Schon in der Steinzeit hat der beste Jäger im Stamm die größten Brocken vom Mammut bekommen. Und nach der Jagd haben die Männer wahrscheinlich Unmengen vergorener Säfte gekübelt, und wer am längsten aufrecht am Lagerfeuer sitzen konnte, war der Champ. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Das Mammut ist zwar ausgerottet, aber Fleisch steht immer noch für "männlich". Alkohol ist männlich. Härtetests am eigenen Fleisch, über seine Grenzen gehen ist männlich. 15 Whiskeys überlebt? Jeden Sonntag Stelze, und noch nie einen Cholesterin-Test gemacht? Gratulation, Herr Huber, Sie sind ein Held.

Männer leben ungesund, dafür gehen sie nicht zum Arzt. Wir essen mehr Salat - und verstehen nicht, was die Typen da eigentlich für ein Selbstzerstörungs-Ding am Laufen haben. Warum foltern sie ihre Körper, warum dröhnen sie sich so gerne zu, warum stürzen sie sich in kleinen Kajaks Wasserfälle hinunter? Nun, das ganze Geheimnis ist: Männer gefährden ihr Leben, weil sie Angst vor dem Tod haben. Sie tun so, als ob sie unverwundbar wären - damit sie es selber glauben können. Damit sie weiter mit dem Feuer spielen können. Denn der ewige Krieger in ihnen liebt die Gefahr. Das Extreme, das Animalische. Da fühlt er seine Muskeln, seine Instinkte, seine Macht. Da fühlt er sich lebendig - und das steigert logischerweise sein Wohlbefinden.

8. Warum er in der Beziehung ein Faultier ist

Ein Mann, der eine Frau erobern will, setzt einen energetischen Kraftakt. Er gibt alles, was er hat. Und danach? Hat er sie. Der Jagdtrieb ist fürs Erste befriedigt. Jetzt will er sich zurücklehnen und es sich gemütlich machen. An der Beziehung arbeiten? "Hab' doch eh schon alles gemacht", denkt er und macht sich auf dem Sofa breit.

Wir finden aber, dass da noch ein paar Kleinigkeiten zu erledigen wären. Und wir finden uns bei diesen Dingen immer wieder ziemlich allein gelassen. Als ob es nur unser Job wäre, die "Paar Probleme" anzusprechen und Lösungen zu suchen. Warum sind selbst die größten Workaholics im Privatbereich so arbeitsscheu? - Darum. Zuhause bedeutet für Männer: Ich bin davon befreit, mich beweisen zu müssen. Endlich muss ich nicht mehr reden. Endlich muss ich keine Frau beeindrucken, keinem Chef in den Hintern kriechen und keinen Kollegen ausstechen. Ich kann mich vor den Fernseher setzen und hemmungslos schweigen.

Zuhause bedeutet für Männer aber auch: konflikfreie Zone, bitte. Stress hab' ich tagsüber schon genug. Wenn die Beziehung in seinen Augen einigermaßen läuft - das heißt, solange die Frau nicht mit dem Steakmesser auf ihn losgeht - sieht er daher keinen Anlass zu Aussprachen. Schlafende Löwen wecken? Nicht sein Ding. Männer neigen zu dem Glauben, dass Probleme durchs Reden erst entstehen. Dass etwas unnötig aufgebauscht wird, oder dass sie ihre Partnerin verletzen, wenn sie ihr offen die Meinung sagen. Und bevor sie im eigenen Wohnzimmer eine Handgranate zünden, gehen sie lieber präventiv in Deckung.

9. Warum er immer seine Schlüssel sucht

Es soll Männer geben, die ihre Schlüssel beim Nachhause- kommen immer auf denselben Platz legen und beim Gehen sofort wiederfinden. Die keine Minute ihres Lebens damit verschwenden, panisch in Taschen, Laden und Zeitungsstapeln zu wühlen. - Bitte, es soll ja auch im Himalaya diesen Schneemenschen geben. Der durchschnittliche Mann ist jedenfalls ein Schlüsselsucher. Er kommt bei der Tür herein, Schlüssel in der Hand. Seine Augen visieren etwas an - den Bluseninhalt der Liebsten, den Kühlschrank oder was auch immer - und auf geht's zu neuen Taten. Wann und wo der Schlüssel runtergeklirrt ist, liegt im Nebel der Vergangenheit. Neben der fehlenden Verankerung im Dinge-Gedächtnis leiden Männer zusätzlich unter einem schwachen Suchprogramm. Sie scannen eine Wohnung, als ob sie im Dschungel auf Jagd wären. Hastig, oberflächlich, mit stressverengtem Blickfeld. Das Problem daran ist: Schlüssel sind keine Beutetiere. Die bewegen sich nicht. Die bleiben heimtückisch in ihren Verstecken liegen. Bis die Frauen sie dann finden.

10. Warum Männer nicht treu sind

"Bin ich dir denn nicht genug?" schluchzen wir, wenn wir betrogen werden. Wären Männer so knallhart, wie sie gerne tun, müssten sie darauf antworten: "Genau." Tatsache ist: Ein Mann wird immer Lust auf andere Frauen haben, auch wenn er in einer Beziehung lebt, die ihn voll und ganz ausfüllt. Warum? Weil ihn die Vielfalt reizt. Das immer wieder Neue und Fremdartige. Männer denken da an die unterschiedlichen Brustwarzen, Schamhaare, ihre Unterwäsche, ihre sexuellen Techniken und Handlungen. Es geht nicht darum, dass die andere besser ist. Sie ist einfach nur - anders.

Da aber "Na, weil sie halt anders ist" keine stichhaltige Begründung für einen Seitensprung ist, wird ein Betrüger immer auf der Lauer sein, Ausreden zu erfinden - und wenn er sie nur für sich selbst braucht. "Sie ist zu distanziert", "Sie arbeitet zu viel" oder "Sie hat mit einem anderen geflirtet" - Anlass mögen derlei Spannungen ja sein. Grund sind sie nicht. Primär steht hinter männlicher Untreue: Er will einfach was erleben. Er will in der weiten Welt der Weiblichkeit wildern, weil er davon nie genug kriegen kann.

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