So schützt eine Chefin ihre Kellnerinnen vor Belästigung

Eine Idee im Kampf gegen sexuelle Belästigung, die NachahmerInnen finden sollte.

Erin Wade leitet ein Restaurant in Oakland, Kalifornien. Sie bemüht sich dort mit ihrem Team um ein "inklusives und vielfältiges" Arbeitsklima. Doch ein Problem war ihr lange nicht so bewusst: wie viel sexueller Belästigung die Kellnerinnen eigentlich ausgesetzt sind.

Auslöser war ein Vorfall, bei dem ein Mann einer Mitarbeiterin unter das T-Shirt griff, als sie gerade den Tisch abräumte. Währenddessen saßen sogar seine vier Kinder mit am Tisch. Erin Wade beschreibt dieses Ereignis in der "Washington Post" und sagt, dass diese Mitarbeiterin sich zunächst nicht getraut habe, den Vorfall zu melden. Stattdessen berichteten aber vier weitere Kolleginnen von ähnlichen Belästigungen.

Für die Chefin war das ein Grund, zu handeln. Sie entwickelte gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen ein Konzept, wie auf solche Vorfälle in Zukunft reagiert werden sollte, um das Servicepersonal besser zu schützen. Das Ergebnis: ein Codesystem mit Farben, mit dessen Hilfe die Mitarbeiterinnen signalisieren können, dass sie belästigt wurden und gleichzeitig auch wie schwerwiegend die Belästigung war.

"Code Red": Aus dem Restaurant geworfen

Gelb bedeutet dabei, einen anstößigen Blick oder "unheimliche" Gefühle, Orange bedeutet bereits Kommentare mit sexuellen Untertönen und Rot signalisiert direkte Berührungen oder sexuelle Bemerkungen. Die Farbe und der Tisch werden dann jeweils untereinander mitgeteilt. Bei Gelb könne die Mitarbeiterin selbst entscheiden, ob sie die betroffenen Gäste weiterhin bedienen möchte, oder ob der Filialleiter/die Filialleiterin übernehmen soll. Im Fall Orange werde sofort die Managerin oder der Manager den Tisch übernehmen. Und bei Rot werden betroffene Gäste aus dem Restaurant geworfen.

Mit dem Ergebnis, dass bereits wesentlich weniger Vorfälle gemeldet werden, so Wade. "Rot ist beinahe nicht mehr existent, die grenzwertigsten Gäste scheinen schon bei Gelb oder Orange ausgebremst zu werden."

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