So schlimm ist das Fliegen für übergewichtige Menschen

Die Twitter-Nutzerin "your fat friend" berichtet über ihre Erfahrungen beim Fliegen - und sie sind nicht schön.

Das Thema Flugzeug und Übergewicht löst bei vielen Menschen Reaktionen aus - meistens negative. Fakt ist aber: Es gibt übergewichtige Menschen. Und auch sie wollen und müssen fliegen.

Über ihre Erfahrungen beim Fliegen twitterte kürzlich die Userin "your fat friend", und sie beleuchtet damit eine Sichtweise, die nicht so oft gehört wird. "Ich steige heute in ein Flugzeug. Hier erzähle ich, wie ich mich darauf vorbereitet habe, als fette Person zu fliegen", fängt sie an. Und was danach kommt, ist eine lange Aufzählung von Dingen, die sie als übergewichtige Person macht, um so wenig Probleme wie möglich zu bekommen. Die bekommt sie meistens aber trotzdem.

"Ich recherchiere zuerst die ,Übergewichtigen'-Regeln der Fluglinien - viele davon haben das Recht, mich rauszuschmeißen", schreibt sie. "Die anderen wollen, dass ich einen zweiten Sitz buche. Wenn ich vorher keinen kaufe, muss ich dann den Tagespreis zahlen. Heute sind das 800 Dollar in eine Richtung."

Schikanen von Übergewichtigen

Den zweiten Sitz muss sie zahlen, egal, ob einer zur Verfügung steht oder nicht. "Ich zahle das Doppelte, nur um das Privileg zu haben, im Flugzeug bleiben zu können." Denn auch wenn sie vorher ein Ticket kauft, kann die Fluglinie es einem anderen Passagier geben. Wenn sie das tun, wird sie weder verständigt noch kriegt sie ihr Geld zurück.

Außerdem bringt sie ihren eigenen Gurt-Erweiterer ins Flugzeug mit, der unter Umständen bei den Sicherheitskontrollen weggenommen werden kann. Es sei ihr zwar nicht unangenehm, beim Personal nach einem Gurt-Erweiterer zu fragen, doch sie wolle nicht, dass andere davon Wind bekommen und sich anschließend beschweren. "Wenn das der Fall ist, wird ein Dominoeffekt an Problemen für mich in Gang gesetzt", schreibt sie.

In den vergangenen zwei Jahren hätten sich 50 Prozent der PassagierInnen, die in ihrer Reihe saßen, über sie beschwert. Immer wenn das passiert, werde lautstark über ihren Körper diskutiert. "Als sehr dicke Person im Flugzeug werde ich wie Gepäck behandelt – eine sperrige, ärgerliche Unannehmlichkeit. Leblos und ohne Gefühle."

Sie setzt sich in die 1.Klasse, um nicht beschimpft zu werden

Um weniger Probleme und mehr Platz zu haben, bucht sie manchmal sogar ein Ticket in der 1. Klasse. Auch dort gibt es aber zu wenig Platz, weil sie das Tischchen nicht herunterklappen kann, um zu arbeiten oder zu essen.

Ihre Tweets lösten viele Reaktionen aus - gute und schlechte. Doch die Frau will sich nicht davon abhalten lassen, zu fliegen: "Ich fliege trotzdem, weil es mein Leben ist und die vorgefasste Meinung anderer über mich und meinen Körper dieses nicht kontrollieren können. Aber sie können es mir sehr schwer machen."

 

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