So schleimen Sie sich bei Ihrer Schwiegermutter ein

Geteiltes Leid ist halbes Leid: Im Buch "Vorsicht Schwiegermutter!" erzählen Schwiegertöchter und -söhne von den witzigsten Erlebnissen mit der Mutter des Partners. Und geben Tipps, wie man die "SchwieMu" für sich gewinnt.

Der schlechte Ruf eilt ihnen voraus: Schwiegermütter gelten als besserwisserische, sich überall einmischende Monster, denen der Partner ihres Kindes einfach nichts recht machen kann. Aber stimmt's wirklich? Heike Abidi und Anja Koeseling ("Schlachtfeld Elternabend") haben für ihr Buch "Vorsicht Schwiegermutter!" die absurdesten Erlebnisse und Geschichten zusammengetragen: Da erzählen Paare von Schwiegermüttern, die bei jedem Besuch sofort zum Putzlappen greifen, ebenso wie von der "liebsten Schwiegermutter", zu der man letztendlich irgendwann ein besseres Verhältnis hat als zum eigentlichen Partner.

Man sollte nie außer Acht lassen, dass die Schwiegermutter ja immerhin die Mutter des Menschen ist, den man liebt - und den sie natürlich ebenfalls liebt."
von Heike Abidi

Neben der Kategorisierung der unterschiedlichen Schwiegermutter-Typen und einem - nicht ganz ernstzunehmenden - Selbsttest geben die beiden Herausgeberinnen auch Tipps, wie man sich mit ein paar kleinen psychologischen Tricks das Leben mit der (zweit-)wichtigsten Frau im Leben des Partners ein wenig leichter machen kann:

Die 7 ultimativen Einschleim-Tipps


1. Springen Sie über Ihren eigenen Schatten

Der Hammer kommt gleich zu Beginn: Fragen Sie Ihre Schwiegermutter um Rat! So schwer es Ihnen auch fällt. Bitten Sie sie um Haushaltstipps – selbst wenn Sie im wirklichen Leben eine erfolgreiche Businessfrau sind und bei Ihnen zu Hause eine Perle den Feudel schwingt. Notieren Sie die Geheimtipps Ihrer Schwiegermutter, wie sich Rotweinflecken entfernen, Hemdenkragen stärken und Fenster streifenfrei reinigen lassen. Vielleicht lernen Sie ja wirklich was dabei?Es kann ja nicht schaden zu wissen, wie man das Silberbesteck blitzsauber bekommt oder welche Sträucher man im Garten wann zurückschneiden muss.

Selbst wenn Sie das alles nicht die Bohne interessiert: Tun Sie so, als ob. Ihre Schwiegermutter weiß viel – und sie wird sich geehrt fühlen, wenn sie dieses Wissen an die nächste Generation weitergeben kann.

2. Starten Sie ein Anti-Eifersuchts-Programm!

Ihre Schwiegermutter hat Ihnen vielleicht mal gesagt, sie habe "keinen Sohn verloren, sondern eine Tochter dazugewonnen". Achtung: Glauben Sie ihr nur bedingt! Mütter können, wie eingangs gesagt, tierisch eifersüchtig sein, denn ihr Sohn ist die wahre große Liebe einer Frau. Dagegen können Sie nichts tun. Aber Sie können etwas dafür tun, dass Ihre Schwiegermutter Sie nicht als Nebenbuhlerin ansieht, sondern als liebenswerte Partnerin ihres Sohnes. Ganz einfach, indem Sie den beiden Zeit zu zweit schenken. Ein bisschen jedenfalls. Warum sollten Mutter und Sohn nicht mal zusammen ins Kino gehen?

Es lohnt sich, ab und zu mal einen Abend auf den Herzallerliebsten zu verzichten und stattdessen mit Gesichtsmaske, Prosecco und einem guten Buch in der Badewanne zu liegen. Oder mit Freundinnen was Schönes zu unternehmen. Oder …

3. Hat sie ihn nicht toll hingekriegt?

Ihr Mann ist ein super Typ, oder? Muss er ja wohl sein, sonst hätten Sie sich nicht in ihn verliebt. Ist Ihnen klar, dass Ihre Schwiegermutter es als ihren ureigensten Verdienst ansieht, dass der Knabe so wohlgeraten ist?

Auch wenn Ihr Partner in Wahrheit gewisse machohafte Züge hat und dies einzig und allein darauf zurückzuführen ist, dass seine Mutter ihn nach allen Regeln der Kunst verwöhnt hat: Schlucken Sie bissige Kommentare herunter und äußern Sie sich dankbar darüber, zu was für einem wundervollen Prachtexemplar von Mann sie ihren Sohn erzogen hat. Aber bitte: nicht lachen! Das ginge garantiert nach hinten los und käme weder bei Ihrem Schatz noch Ihrer Schwiegermutter gut an.

4. Vorsichtige Verschwesterung

Das scheint Ihnen vielleicht ein Widerspruch zum vorigen Punkt zu sein. Ist es aber nicht, denn alles hat schließlich zwei Seiten – auch ein stolzes Mutterherz. Wenn jemand die Schwächen Ihres Mannes kennt, dann Ihre Schwiegermutter! Hier können Sie zur vorsichtigen Verschwesterung ansetzen, indem Sie eine seiner Macken erwähnen (»Überall lässt er seine Socken rumliegen«). Sie wird genau wissen, was Sie meinen (»Das hat er schon als kleiner Junge getan«) und Verständnis signalisieren. Es folgt ein gemeinsames Seufzen und solidarisches Schulterzucken: Männer!

Ganz einfach ist diese Methode allerdings nicht, Sie brauchen dabei jede Menge Fingerspitzengefühl. Mäkeln Sie nur an Kleinigkeiten herum, die auch als liebenswerte Marotte durchgehen könnten, denn ernsthafte Kritik an ihrem Sohnemann wird Ihre Schwiegermutter nicht akzeptieren. Dazu ist sie einfach zu stolz auf ihn.

5. Familienanschluss inklusive

Am liebsten wäre es Ihnen, Ihre Schwiegermutter würde ihre Besuche auf Geburtstage, Feiertage und die Abende, an denen sie babysitten soll, reduzieren? Seien Sie doch fair: Diese Frau hat jede Menge Zeit und wenig Abwechslung. Vielleicht ist sie bereits in Rente oder schon immer Hausfrau gewesen, womöglich inzwischen alleinstehend … Es gibt für sie nichts Schöneres, als Zeit mit der Familie zu verbringen. Was im Klartext heißt: mit Ihrer Familie. Unerbetene Erziehungstipps inklusive. Ignorieren Sie diese einfach, genauso wie alles andere, worüber Sie sich eigentlich am liebsten aufregen würden. Signalisieren Sie ihr stattdessen, dass sie dazugehört. Keine Sorge, sie wird sich schon nicht einnisten. Notfalls drehen Sie einfach die Musik laut und lassen Sie die Kinder Horden von Freunden einladen.

Spätestens wenn Sie ordentlich niesen, kommentiert von einem »Ich glaub, ich hab mir was eingefangen«, wird Ihre Schwiegermutter von der Sehnsucht nach ihren eigenen vier Wänden überwältigt werden!

6. Up to date

Mütter sind gern informiert! Leider sind Männer – und damit auch Söhne – nicht gerade Helden in Sachen Kommunikation. Gern vergessen sie mal, das ein oder andere Detail aus ihrem Leben zu erwähnen, das ihre Mutter doch so brennend interessiert hätte. Hier kommen Sie ins Spiel! Rufen Sie Ihre Schwiegermutter hin und wieder an und halten Sie sie auf dem Laufenden. Erzählen Sie ihr, dass Sie Urlaub gebucht haben, im Theater waren oder Großtante Trudchen getroffen haben. Vergessen Sie auch nicht zu erwähnen, dass Großtante Trudchen eine neue Haarfarbe hat, die einfach unmöglich aussieht, und dass sie liebe Grüße bestellt.

Mit anderen Worten: Seien Sie die kommunikative Schnittstelle Ihrer Schwiegermutter zum Rest der Familie. Sie wird das sehr zu schätzen wissen!

7. Vorsichtige Verschwesterung, die Zweite

Nun ist es Zeit, in den Freundinnen-Modus überzugehen. Unternehmen Sie einfach mal was gemeinsam mit Ihrer Schwiegermutter. Nur Sie beide. Gehen Sie ins Theater, in eine Ausstellung, zu einem Konzert. Veranstaltungen wie diese haben den Vorteil, dass man die meiste Zeit über gar nicht reden darf – und wenn die Situation es doch erfordert, hat man gleich ein Thema, sodass kein peinliches Schweigen aufkommt.

Die Steigerung dazu wäre ein Anlass, bei dem mehr Konversation angesagt ist. Etwa ein Mädelsabend mit Beautykram und so. Aber passen Sie auf, dass die Gespräche nach ein, zwei Gläsern Prosecco nicht zu intim werden! Es gibt Dinge, die wollen Sie über Ihren Schwiegervater definitiv nicht hören – und über Ihren Mann nicht erzählen. Schon gar nicht seiner Mutter.


Ob in der Beziehung zur "SchwieMu" nun Liebe oder Hass regiert: Mit ein wenig Humor lässt sie sich auf alle Fälle besser ertragen.

Vorsicht Schwiegermutter Eden Books

"Vorsicht Schwiegermutter! Widerstand zwecklos. Schwiegertöchter und -söhne berichten", herausgegeben von Heike Abidi und Anja Koeseling. Erschienen bei Eden Books, ca. € 10,30.

 

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