So riechen die neuen Düfte von Aerin Lauder

Die Enkelin von Estée Lauder hat sich selbst zur Marke gemacht. Martina Parker schnuppert sich durch die neuen Aerin Düfte.

Letztens lud mich Estée Lauder zum High Tee. Natürlich nicht die Kosmetikmacherin selbst, die ist schon längst tot, sondern die PR-Dame, die ihr Erbe hütet. Vorgestellt wurden die neuen Düfte aus der Aerin Kollektion, die es in Österreich nur in ausgewählten Douglasfilialen und bei Kastner & Öhler in Graz sowie online gibt.

Aerin ist die Enkeltochter von Estée Lauder und ist mit ihrer gleichnamigen Lifestylemarke in den USA höchst erfolgreich.

Aerin Lauder ist schön, reich und eine Park Avenue Prinzessin, wie sie im Buche steht. Und die Frage, die mich beschäftigte lautete: Wie gut ist die Duftkollektion von jemand, der unbeschränkte finanzielle Mittel hat und auf die besten Parfümeure und Designer der Welt zurückgreifen kann?

Der erste Eindruck. Alle Aerin Düfte sind bildschön. Die Kartons sind mit Illustrationen bedruckt, die wie kleine Kunstwerke aussehen. Damit würde ich mir sofort mein Schlafzimmer tapezieren.

Duftprobe Nummer 1 ist Waterlily Sun. Für mich ein bisschen enttäuschend. Parfümeurin Annie Buzantian wollte den olfaktorischen Glückrausch einfangen, den man in der freien Natur bekommt. Die Kombi aus Bergamotte, Wasserlilie und Jasmin ist aber so gar nicht mein Geschmack. Ein wässrig grüner Blumenduft mit tropischen Akzenten, die ich als zu vorlaut und stechend in der Nase empfinde.

In den zweiten Neuling Iris Meadow von Dora Baghriche setzte ich große Hoffnungen, der Duft selbst hat eine tolle Kopfnote, verändert sich dann und wird in der Basisnote etwas altmodisch. Wenn Sie Iris mögen, greifen Sie lieber zu Iris Poudre von Frederic Malle.

Es scheint, als hätte keine der beiden Parfümeurinnen Aerin verstanden. Doch dann rieche ich an Rose de Grasse und mein Vertrauen in die Parfümkunst kehrt zurück.

"Wer hat den gemacht?", frage ich. Die Antwort muss erst recherchiert werden und kommt am nächsten Tag per Mail. Sie lautet Olivier Cresp. Das erklärt einiges.

Parfümistas wissen, dass dieser Mann einst Angel für Thierry Mugler kreiert hat. Im Interview hat mir Thierry Mugler einmal erzählt, das Briefing zu diesem Projekt wäre für ihn wie eine Psychotherapie gewesen. Thierry Mugler hätte Olivier Cresp von seiner Kindheit in Straßburg erzählt und von der Schokolade und den gebrannten Nüssen auf den Jahrmärkten, die es dort gab. Das Ergebnis war der erste Gourmandduft aller Zeiten.

Diesmal dürfte Olivier Cresp wieder gut zugehört haben. Rose de Grasse ist der beste Rosenduft seit Stella von Stella McCartney. Er ist haargenau so, wie man sich Aerin Lauder als Person vorstellt: elegant, bezaubernd, distanziert und modern.

Letzeres ist für einen Rosenduft fast unmöglich, aber hier ist die Quadratur des Kreises gelungen. Rose de Grasse dürfte sogar Frauen gefallen, die Rosendüfte hassen.

Aerin Waterlily Sun und Aerin Iris Meadow sind ab Mitte Februar bei Douglas House of Beauty, Douglas Online, Douglas Getreidegasse Salzburg und Kastner & Öhler Graz erhältlich. Die Eau de Parfum Sprays 50ml werden je € 94,- kosten. Zu beiden Düften gibt es auch eine Bodylotion.

Aerin Rose de Grasse ist ab Mitte April 2016 erhältlich, der Eau de Parfum Spray 50ml wird € 157,- kosten. Diese Duftserie wird nur bei Douglas House of Beauty und Kastner & Öhler in Graz sowie online erhältlich sein.

Alle genannten Düfte gibt es auch auf esteelauder.at

Alle Parfumtests von Martina Parker im Überblick >>

 

Aktuell