So loben Sie Ihre Kinder richtig

Warum lobende Worte zu einer guten Erziehung gehören und Kinder anspornen, dabei aber auch Fehler gemacht werden können.

"Das hast du wirklich gut gemacht! Super!" Lob ist für Ihr Kind wichtig, doch dabei können auch Fehler gemacht werden. Falsch dosiertes oder falsch formuliertes Lob kann auch verunsichern und verängstigen. Wie lobe ich richtig?

Ein paar Tipps:

1) Das Lob dosieren

Das Loben kann auch übertrieben werden. Wenn man sein Kind zu oft lobt, kann das Kleine die Information nicht mehr richtig aufnehmen. Wichtig: Gehen Sie mit Lob sparsam um und setzen Sie es gezielt ein und formulieren Sie es auch möglichst abwechslungsreich. Das Kind merkt, dass Sie sich wirklich mit seinen Leistungen beschäftigen.

2) Vergleichendes Lob vermeiden

Kann der kleine Bruder etwas besser als der große, so wird ab und an dazu geneigt: "Super, du kannst ja besser Fußball spielen als dein Bruder." So fördert man nicht wirklich das Selbstbewusstsein des kleineren, sondern stachelt einen Zweikampf zwischen den beiden Kindern an. Besser wäre es das Können des Einzelnen hervorzuheben.

3) Leistungen und nicht Eigenschaften loben

"Du bist ja ein super Bastler", können Kinder leicht demotivieren. Warum? Die Kinder bekommen den Eindruck, Eigenschaften wie künstlerisches Talent oder auch Intelligenz seien festgelegt und man könne dies nicht verändern. Die Kleinen fürchten, das positive Bild von ihnen nicht bestätigen zu können.

In der Folge neigen die Kinder dazu, sich eher auf die Aufgaben, die sie in der Vergangenheit bewältigt haben, zu konzentrieren. Tipp: Es ist besser, konkrete Taten zu würdigen und Leistungen zu betonen, die das Kind durch Anstrengung verändern kann. Zum Beispiel: "Die Figur hast du wirklich sehr schön ausgemalt." Zu diesem Ergebnis kam unter anderem eine Studie der Psychologin Eva Pomerantz von der University of Illinois aus dem Jahr 2013.

4) Loben Sie die Kinder unterschiedlich

Selbstbewusste Kinder reagieren anders auf Lob als weniger selbstbewusste. Das fand Eddie Brummelman in einer weiteren Studie heraus. Brummlemann und sein Team ließen einen fiktiven Künstler die Werke von 240 Teilnehmern eines Malkurses zwischen acht und zwölf Jahren bewerten. Der vermeintliche Experte lobte die Kinder entweder in normalem Tonfall wie etwa: "Du hast ein schönes Bild gemalt." Oder schwärmerisch: "Du hast ein unglaublich schönes Bild gemalt." Außerdem erfassten die Forscher das Selbstbewusstsein der Nachwuchskünstler.

Das Ergebnis: Selbstsichere Kinder wurden durch diese Aussagen motiviert, weitere Bilder zu malen. Weniger selbstbewusste gingen nach dem Lob weiteren Herausforderungen eher aus dem Weg.

5) Den Lösungsweg und nicht das Ergebnis loben

Misserfolge wie eine schlechte Schularbeit oder ein verlorenes Spiel entmutigen Kinder teilweise. Um das Kind aufzubauen, heben Sie am besten immer wieder die Anstrengung und das Durchhaltevermögen hervor. Beispiel: "Du hast dich wirklich angestrengt. Das ist toll!"

 

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