So laut wehrte sich eine Berlinerin gegen sexuelle Belästigung

Die junge Berlinerin Pina Charlotte beweist mit ihrer Geschichte, dass es wichtig ist, sich gegen sexuelle Belästigung zu wehren.

Viele Frauen kennen diese Schockstarre, wenn sie von fremden Männern auf der Straße mit Pfiffen, Rufen oder sogar Grapschern belästigt werden. Einige davon wählen dann den Ausweg, sie komplett zu ignorieren, andere zeigen ihnen den Mittelfinger - und manche stellen sie lautstark zur Rede.

Genau das machte auch die junge Berlinerin Pina Charlotte vergangene Woche, nachdem sie auf der Straße sexuell belästigt wurde.

"Heute ist ein guter Tag. Heute wurde ich sexuell belästigt"

Pina stand gerade mit ihrem Fahrrad an einem Fahrkartenautomat bei der S-Bahn-Station Treptower Park in Berlin, als sie plötzlich einen Schlag und einen Kniff in den Hintern spürte. Dann sah sie, wie ein junger Typ mit seinen johlenden Freunden in die S-Bahn stieg.

Daraufhin stellt sie den Grapscher in der vollen S-Bahn zur Rede: "So Jungs, jetzt reden wir mal! Das kann ruhig die ganze Bahn hören! Wer von euch Muttersöhnchen haut wildfremden Frauen auf den Arsch?" Sie schreibt weiter: "Was ich danach noch von mir gegeben habe, ist mir nicht ganz klar in Erinnerung. Irgendwas mit "Schande für Männlichkeit", "Respektlosigkeit", "erbärmlich", "in der Gruppe stark fühlen" und "schämt euch" ...Ist aber eigentlich auch nicht wirklich wichtig. Wichtig ist, dass ich etwas gesagt habe."

Warum? "Einfach um die Wut los zu werden, dass da jemand ankommt, der meint mich zum Gegenstand einer Wette machen zu können. Über meinen Körper zu verfügen, um Testosteronstände zu vergleichen. Dem offensichtlich jeder Respekt vor der Selbsbestimmtheit einer Frau fehlt."

Fast 14.000 Likes bekam Pina für ihr starkes Posting

Und ihr Wutausbruch kam auch bei den anderen Mitreisenden an: Pina berichtet von anerkennendem Nicken und zustimmenden Daumen nach oben - von Männern und Frauen. Ihre Botschaft: "Macht den Mund auf! Mädels, wenn euch in Spruch, eine Berührung nicht passt, seid laut."

Für Menschen, die ihr Erlebnis mit Menschen auf der Flucht in Verbindung bringen wollen, hat Pina auch eine starke Botschaft. Alltagssexismus könne nicht mit Rassismus begegnet werden, denn dafür ist er viel zu verbreitet. "Der Doppelstandard, den viele 'Volksdeutsche' bezüglich Gleichberechtigung und Feminismus fahren, kotzt mich fast genauso an."

 

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