So klappt der Urlaub mit Kindern

Wenn der Nachwuchs mal da ist, wird’s mit vielen Dingen kompliziert. Auch mit dem Urlaub. Aber stimmt das wirklich? Wir räumen mit einigen Vorbehalten auf und machen uns auf die Reise.


„Sind wir schon da?!“
„Sind wir schon da?!“
„Sind wir schon da?!“
„Sind wir schon da?!“
So sieht Urlaub bei der gelben Zeichentrickfamilie Die Simpsons aus. Der Familienwagen ist bis ins letzte Winkelchen vollgestopft. Vater Homer, Mutter Marge und zweieinhalb Kinder mit Hund auf den Rücksitz gequetscht, das Schlauchboot auf dem Autodach. Die Kleinen sowieso immer am Quengeln. Und dann noch die falsche Ausfahrt erwischt. Chaos­ pur. So weit, so Filmklischee.

Reisen mit Kleinkindern haben nicht nur Potenzial für Familienkomödien – für junge Eltern sind sie auch eine Quelle für Unsicherheit. Unser Würmchen ist jetzt da – aber was darf man mit ihm unternehmen und was nicht? Ab wann ist ein Kleinkind überhaupt reisetauglich?

Reise-Mama

„Das hängt weniger vom Alter als von der Persönlichkeit des Kindes ab“, sagt Christine Sinterhauf. Sie selbst hat etwas getan, das ihre Bekannten große Augen machen ließ: Sie ging auf eine einjährige Weltreise mit ihrem Mann und ihren zwei Buben, damals zwei und vier Jahre alt. Mittlerweile sind ihre Jungs schon Teenager, Christine Sinterhauf hat ein Buch über ihre Erfahrung geschrieben (Mit Kindern die Welt entdecken. Ein Reisehandbuch, Berg & Tal, € 23,60) und betreibt einen Reiseblog (reise-kids.de). Für sie war die Weltreise vor allem eine Lektion in einfacherem Leben und Loslassen. „Wenn man auf ganz viele Bequemlichkeiten verzichten muss, merkt man erst, an was für Stereotype man sich ständig klammert“, sagt sie heute. „Und wenn kein Wickeltisch da ist, dann legt man das Kind eben auf den Boden.“

Bodenständig

Geschadet hat die viele Reiserei ihren Kindern jedenfalls nicht. Sinterhauf rät allen frischgebackenen Eltern, keine Angst zu haben. „Am wichtigsten ist es, seine eigene Belastbarkeit und die des Kindes realistisch einschätzen zu können.“ Wer vor dem Baby schon von Island bis Timbuktu überall gewesen ist, der kann sich auch mit Nachwuchs mehr zutrauen. Wenn’s bisher nur bis zum Pool im All-inclusive-Club gereicht hat, geht man wohl lieber auf Nummer sicher.

So einfach?

Das klingt ja alles schön und gut. Aber was ist, wenn ich zwanzig Stunden in die USA ­fliegen will? Packt das mein Baby? Da gibt der Reisemediziner Entwarnung: „Mit einem gesunden Neugeborenen sind auch längere Flugreisen kein Problem“, sagt Georg Stühlinger, dessen Praxis (traveldoc.at) auf Reisemedizin spezialisiert ist. Auch bei langen Autofahrten sieht der Arzt keine körperlichen Hindernisse. Ob man sich eine achtstündige Autofahrt zumutet, hat mehr mit der Belastbarkeit der Eltern als der Kinder zu tun. Dass es gerade mit den Kleinsten oft erstaunlich unproblematisch ist, hört man von vielen Globetrotter-Mamas und -Papas. Je älter sie werden, desto komplizierter. Also ab in den Urlaub – solange sie noch klein sind …

Lesen Sie die Tipps des Reisemediziners für den sicheren Urlaub mit Kindern.

 

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