So haben Sie Burger noch nie gegessen

Der klassische US-Burger bekommt Konkurrenz: Asia Burger überzeugen mit Fisch, Frucht und viel Gemüse.

Rindfleisch, Speck und rauchige Soßen - der klassische US-Burger bekommt Konkurrenz: Seine neuen Mitbewerber um die Gunst der Gaumen: Asia Burger mit Fisch, Frucht und viel Gemüse.

Asiatisch und Burger: Auf den ersten Blick gehört das nicht unbedingt zusammen. Aber seit einigen Jahren haben sich diese Welten angenähert, erklärt die Burgerbuchautorin und Ökotrophologin Sarah Schocke.

Vom Burger bis zum Brötchen: Alles anders

2013 öffnete in Hongkong ein Burgerlokal, das statt traditioneller US-Burger asiatische Varianten serviert. "Dabei sind nicht nur Gewürze und Zutaten aus der asiatischen Küche, sondern auch das Brötchen wurde ausgetauscht", beschreibt Schocke. Der Hefeknödel Bánh Bao dient nun als Bun für den Asia-Burger - er ersetzt also das klassische Laibchen. Ebenfalls 2013, aber in New York, entstand eine weitere Variante: "Dort erfand Keizo Shimamoto den Ramen-Burger", erklärt die Ökotrophologin. Hier werden die asiatischen Ramen-Nudeln mit Gewürzen und Ei gemischt, zu einem Bun geformt und gebraten.

Koriander-Erdnuss-Pesto und Reis im Burger

Auch in unseren Breiten bieten immer mehr Restaurants Asia-Burger an. Dabei ist die Palette groß, und Bánh Bao und Ramen sind nur einzelne Interpretationen. Ulrich Glemnitz vom Kölner Burger-Restaurant und Food-Truck "Bunte Burger" hat den veganen Happy Buddha Asia Burger kreiert. "Er hat nur das Bun und die Zwiebeln mit dem USA-Burger gemein", beschreibt Glemnitz. Als Soße gibt es ein Koriander-Erdnuss-Pesto, und der Patty ist aus Basmati-Reis, gewürzt mit Kurkuma, Curry, Koriander und Chili. Dazu kommen Salat, frische Mango, Sprossen, Austernpilze, Melanzani-Scheiben und Kokosraspeln.

Burger-Expertin Schocke bestätigt: "Der Asia-Burger zeichnet sich vor allem durch asiatische Aromen aus. Erlaubt ist, was schmeckt." So besteht der Patty - das, was klassisch das Fleisch wäre - auch einmal aus Rind- oder Schweinefleisch. Aber es geht auch exotischer: "Beliebt ist Thunfisch", sagt Schocke. Den finde man auf einem US-Burger nicht.

Erlaubt ist, was schmeckt: Kimchi auf Pulled Pork

Sprossen, Zitronengras, Koriander, Wasabi und die japanische Zitrusfrucht Yuzu sind Zutaten, die häufig in Asia-Burgern zum Einsatz kommen. Auch Ingwer, Sesam oder süß-sauer eingelegtes Gemüse passen gut. Aber auch moderne Kombinationen wie geräucherter Kimchi auf Pulled Pork mit Cheddar sind möglich.

Genau damit spielen die Köche im "Pacifico"-Imbiss in Berlin. Für den Asia-Burger Kimcheezy werden fermentierter Chinakohl und Rettich verwendet. "Hier kombinieren wir den klassischen USA-­Burger mit deftigem Angus­Beef und Cheddar mit der koreanischen Traditionsbeilage Kimchi. Das passt hervorragend", sagt Geschäftsführer Bruno Bruni.

Gesünder und kalorienärmer

Dass Asia-Burger grundsätzlich gesünder oder kalorienärmer sind als ihre US-Verwandten, lässt sich nicht sagen. "Sie sind so gesund und kalorienarm wie ihre Füllung", sagt Schocke. Ein Bao-Bun etwa ist kalorienärmer als ein Ramen-Bun, da der Ei enthält und in Öl gebraten wird. Der Rest obliege dem Koch: Ob er ein fettes Stück Fleisch oder mageren Fisch wählt, Gemüse frittiert, dünstet oder roh serviere, eine fett- und zuckerreiche Soße wähle, Käse benutze: "Das sind Schrauben, die entscheiden, ob ein Burger kalorienarm wird oder nicht", betont die Ökotrophologin.

Wer derzeit einen Asia-Burger essen möchte, muss vielerorts noch suchen. Fündig werden Burger-Liebhaber am ehesten in den Großstädten. Manchmal bieten außerdem Foodtrucks die exotische Variante an. "Als Trend würde ich den Asia-Burger noch nicht bezeichnen", sagt Schocke.

Selbst gemacht ist's am frischesten

Alternativ zur Suche nach den seltenen Restaurants lohnt es sich also, den Burger selbst zu machen. "Keep it simple", lautet Brunis Tipp. "Gute, frische Produkte benutzen und die selbst gemachten Soßen immer ein bisschen überwürzen", empfiehlt er. "Und bloß keine süße Soße", warnt der Asia-Burger-Experte.

Wer wie Glemnitz einen Patty auf Reisbasis zubereiten will, muss ein bisschen probieren. "Bis wir die richtige Konsistenz und den abgestimmten Geschmack erreicht hatten, ging einige Zeit ins Land", erzählt er. Wichtig seien das richtige Reis-Wasser-Verhältnis, die Kochzeit und eine ausgewogene Würze.

Nützliche Tipps:

Bei der Auswahl der Zutaten ermutigt Sarah Schocke zu Kreativität. "Einfach asiatische Aromen mit Fleisch oder Fisch und Gemüse kombinieren. Sprossen eignen sich gut, aber auch Zitronengras, Koriander, Sesam, Erdnuss, Wasabi, Rettich oder Ingwer", sagt sie. Ansonsten gelte dasselbe wie für alle Burger: "Die Pattys sollten saftig sein und daher mindestens 20 Prozent Fett enthalten, aber nicht mehr als 40 Prozent, sonst fallen sie beim Braten auseinander", erklärt sie. Vor dem Braten 30 Minuten in den Kühlschrank stellen, damit sie fest werden und sich besser braten lassen.

Als Beilage zum Asia-Burger empfiehlt Glemnitz klassisch Pommes oder Onion-Rings mit einem passenden Dip wie Marille-Chili. Auch Süßkartoffelpommes oder Krautsalat mit Yuzu schmecken zum Asia-Burger. Statt Ketchup und Mayo gibt er häufig eine Salsa, etwa aus Avocado dazu. "Als Getränk passt zum Asia-Burger hervorragend ein Craftbier oder hausgemachte koreanische Limonade", empfiehlt er.

 

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