So habe ich mir Romantik als Teenie vorgestellt (heute weiß ich, wie toxisch das eigentlich war)

Wenn ich heute darüber nachdenke, was ich mir vor über 10 Jahren unter Liebe und Beziehungen vorgestellt habe, wird mir schlecht.

Diese toxischen Vorstellungen von Liebe & Beziehungen hatte ich als Teenie

Als ich letztens beim Wohnung putzen mal wieder mal Vintage Taylor Swift-Alben durchgehört hab (don’t judge - zu Taylor lässt es sich einfach am besten Staubsaugen), ist mir aufgefallen, wie dramatisch und teilweise toxic die Inhalte einiger ihrer Songs tatsächlich sind. So singt der Popstar etwa in The Way I loved You: "I miss screaming and fighting and kissing in the rain. And it's 2 a.m. and I'm cursing your name. You're so in love that you act insane. And that's the way I loved you." Klingt das für euch nach einer gesunden Beziehung? (Wenn ja, dann solltet ihr vielleicht auch einiges überdenken …).

Bestimmt erinnert ihr euch auch an folgende Taylor Lyrics: "Then you come around again and say 'Baby, I miss you and I swear I’m gonna change, trust me.' Remember how that lasted for a day? I say, 'I hate you,' we break up, you call me, 'I love you.' " Zwar singt Taylor in We Are Never Ever getting Back Together darüber, dass die Beziehung nun endgültig zu Ende ist (ist sie das?), gleichzeitig wird wieder einmal der Eindruck vermittelt, Beziehungen wären zwangsläufig mit Herzschmerz und ständigen Auf und Abs verbunden.

Drama Baby, Drama

Ich möchte Taylor an dieser Stelle nicht die alleinige Schuld dafür geben, dass ich früher eher … ähm, sagen wir fragwürdige Vorstellungen davon hatte, wie Beziehungen und Romantik auszuschauen haben. Einen gewissen Teil machen Taylors Songs sowie andere popkulturelle Werke wie Filme oder Serien, die mich zu der Zeit geprägt haben, allerdings bestimmt aus.

Vielleicht geht es euch ja ähnlich und ihr habt einige Jahre und vieles an Lebenserfahrung gebraucht, um zu erkennen, dass das was ihr für Zuneigung oder Romantik haltet, in Wahrheit vielleicht doch nicht so viel mit Liebe zu tun hat. Schaut mal, ob ihr euch in folgenden Punkten wiedererkennt!

Diese toxischen Vorstellungen von Beziehungen & Romantik hatte ich als Teenager:

1. Gibt‘s kein Drama, dann ist es nicht ernst

Es kann nicht immer alles harmonisch verlaufen, dachte ich lange Zeit über Beziehungen. Kommt es nicht regelmäßig zu dramatischen Auseinandersetzungen mit Trennungen und anschließendem Wiederzueinanderfinden, dann ist es wohl keine "richtige" Beziehung, denn hier müssen die Emotionen schon hochkochen. Heute weiß ich: Hey, tatsächlich geht es schon ohne Drama. Klar, kommt es wohl in den meisten Beziehungen immer mal wieder zu Meinungsverschiedenheiten - mit offener, ehrlicher Kommunikation lässt sich aber das Meiste ziemlich gut bewältigen (hätte ich mit 15 definitiv nicht gedacht).

2. Personen, die nichts von dir wollen, sind interessant

Es gibt da jemanden, der Interesse an dir hat und dir das offen zeigt. Und dann gibt es da jemand anderen, der extrem unnahbar ist, dir vielleicht einmal Aufmerksamkeit geschenkt hat, sonst aber mehr oder weniger die kalte Schulter zeigt. Klar, mein Teenie-Ich fand natürlich Person Nr. 2 um einiges spannender und konzentrierte sich lieber hierauf. Heute habe ich auf "Spielchen" dieser Art absolut keine Lust mehr und bin froh, wenn jemand deutlich sagt, was er*sie möchte.

3. Du wirst im ersten Moment wissen, dass es der*die Richtige ist

Ja, ich habe früher geglaubt, irgendwann trifft man die Person, die perfekt zu einem passt und das wird einem in Sekunde Eins sofort bewusst sein. Mittlerweile weiß ich: Zuneigung & romantisches Interesse können sich auch mit der Zeit entwickeln. Es müssen nicht in der allerersten Sekunde die Funken sprühen, manchmal sprühen sie auch erst nach ein paar Jahren - und das ist doch auch total schön.

4. Du musst dich für deine*n Partner*in aufgeben

Früher dachte ich, wenn man in einer Partnerschaft ist, muss der*die andere Priorität Nummer Eins sein und ich mich selbst zurücknehmen. Inzwischen habe ich begriffen: Hallo, ich selbst sollte meine eigene Nr. Eins sein! Denn (auch wenn das jetzt ein bissi esoterisch klingt): Die Beziehung mit uns selbst, ist die längste und wichtigste, die wir je führen werden. Kümmern wir uns nicht ausreichend um unser eigenes Wohl, funktioniert das mit Beziehungen zu anderen Menschen auch nicht so gut. Und: In einer gesunden und ausgeglichenen Partnerschaft wird der*die andere auch nicht verlangen, dass du dich für sie zurücknimmst oder deine Wünsche und Ziele für sie aufgibst.

5. Oft wirst du nicht wissen, woran du bist – Unvorhersehbarkeit gehört dazu

Und noch einmal muss ich betonen: Dass mit der Geheimniskrämerei ist nicht so cool, wie ich damals dachte. Ehrlich auszusprechen, was man denkt und fühlt kostet oft Überwindung, ist aber nun mal notwendig, um gesunde Beziehungen aufzubauen und Vertrauen zu entwickeln. Dieses ganze Nicht-Wissen, woran man ist, sich ständig fragen, ob er*sie nicht längst wen anderen interessanter findet, ist auf Dauer nur ermüdend - und muss zum Glück aber gar nicht sein!

 

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