So gering ist der Unterschied zwischen teuren und billigen Jeans

Der TV-Sender ARD hat im Rahmen der Reihe „Der Markencheck“ Jeans unter die Lupe genommen. Der Vergleich zwischen Modellen vom Mode-Diskonter und teurer Markenware zeigt: Der Preisunterschied ist den Jeans nicht immer anzusehen.

Sie ist fester Bestandteil unserer Garderobe und über jeden kurzlebigen Modetrend erhaben: Die Jeans, ursprünglich als Arbeitshose für die Goldschürfer des amerikanischen Westens erdacht, ist bei Mann und Frau gleichermaßen beliebt. Aber ist Jeans gleich Jeans oder zahlt sich der Griff zum teureren Markenmodell tatsächlich aus? Im Rahmen des ARD-Markenchecks hat der deutsche TV-Sender Modelle von H&M, G-Star, Levis und kik in den Kategorien Optik, Haltbarkeit und Produktionsbedingungen verglichen.

Die Optik

Die Jeans der vier Hersteller liegen in unterschiedlichen Preiskategorien, teilweise kommt eine Differenz von 90 Euro zustande. Aber sieht billig auch billig aus? Im ersten Test bewerten Passanten auf der Straße die Jeans, ohne zu wissen, welches Modell von welchem Hersteller kommt. Am besten kommt dabei das Modell von H&M an, gefolgt von G-Star und kik. Den letzten Platz belegt das Markenmodell von Levis.
Was sagt der Mann vom Fach? Ein Designer überprüft die Passform der Jeans. Den weiblichen Testmodels passen kik und G-Star, die Herren die Hosen von Levis und kik.
Anschließend werden die Modelle im Rahmen einer Modenschau den Zuschauern präsentiert, die, im Anschluss nach ihrem Eindruck befragt, das Modell von G-Star am ansprechendsten fanden, kik schnitt am schlechtesten ab.

Fazit: Optisch ist den Jeans-Modellen der Preisunterschied nicht anzusehen.

Die Qualität

Um die Haltbarkeit der Jeans zu testen, werden keine Mühen gescheut: Die Modelle werden zwischen zwei Pferde gespannt – wer sich da an das Logo auf der Lederplakette der Levis-Jeans erinnert fühlt, hat Recht: Genauso soll Levi Strauss im Jahr 1886 seine neu „erfundene“ Jeans angepriesen haben.

Als Gewinner aus diesem Härtestest geht dann auch tatsächlich die Levis-Jeans hervor, sie reißt nach 15 Sekunden. Dicht gefolgt von G-Star mit 12 Sekunden, die Modelle von H&M und kik reißen nach etwa fünf Sekunden.

Nächster Test: Wie gut halten die Jeans dem Waschgang stand? Die kik-Jeans schneiden im Labor am schlechtesten ab, was Verwaschungen und Schleudertest betrifft. Die Markenjeans von Levis hingegen geht am stärksten ein.

Fazit: Das Sprichwort „Wer billig kauft, kauft teuer“ bewahrheitet sich: Wer Qualität und Haltbarkeit haben möchte, muss dafür auch mehr bezahlen. Die günstigen Modelle von kik oder H&M haben eine wesentlich kürzere Lebensdauer.

Die Produktionsbedingungen

Sowohl die Markenproduzenten G-Star und Levis als auch die günstigen Modehändler kik und H&M kaufen ihre Jeans von Produzenten aus China. H&M und Levis wollten den Redakteuren des ARD-Markenchecks ihre Fabriken nicht nennen, die Produktionsstätten von kik und G-Star wurden vor Ort besucht. Die folgenden Aufnahmen der Arbeitsbedingungen – Hitze, Staub, Sandstrahler, Chemikalien, keine Schutzbekleidung – bestätigen das folgende Urteil:

Fazit: Keine der vier unter die Lupe genommenen Marken produziert unter fairen Bedingungen, unabhängig vom Verkaufspreis der Jeans.

 

Aktuell