So funktioniert Clown Contouring

Kein Kind von Traurigkeit: Clown Contouring ist der neue Beauty-Trend im Netz. Macht die neue Make-up-Technik Sinn? Die WIENERIN macht den Tauglichkeits-Test.

Was ist denn bitte "Clown Contouring"?

YouTuberin Bella de Lune hat mit ihrem Video einen Trend losgetreten. Sie malt sich einen zugegebenermaßen süßen Clown auf das Gesicht, verblendet alles mit einem Schwämmchen und beeindruckt ein paar Schnitte später mit einem ordentlichen Make-up. Das Video wurde über 3 Millionen mal geklickt und gab den Startschuss für hunderte weitere Clown-, Sugar Scull- und Harlekin-Contouring-Tutorials. Der Haken an der Sache: Bella de Lune schummelt ein bisschen. Sie verteilt die Farbe in ihrem Gesicht. Man denkt sich: Das kann ja nichts werden. Es folgt ein Schnitt und zack: Perfektes (wenn auch extrem dickes) Make-up. Das braune Häufchen auf der Stirn und die roten Ecken unter den Augen gibt es nicht mehr und die rosafarbenen Kreise auf der Wange sind apricotfarbenen Frühlingsbäckchen gewichen. Das ist entweder Zauberei oder aber Kamera ausschalten – die falschen Farben abschminken – neue, richtigere drauf – dazu Eyeliner, falsche Wimpern und ordentlich dunkler Lippenstift – tadaaa! Hat alles insgesamt sicher nur etwa drei Stunden gedauert.

Woher kommt's?

Wir nehmen an, dass die Technik frei erfunden ist, entstanden aus dem aktuellen Contouring-Trend. Die Idee ist witzig. Der Sinn dahinter gleich Null. Wir haben den Hype zum Anlass genommen auszuprobieren, wie Clown Contouring im echten Leben funktionieren könnte.


Was bringt's?

Unterhaltung. Es ist eine Spielerei und eine nette Aufgabe, wenn man schminken üben will. Mit weniger Material und ein bisschen Farbtheorie als Hintergrund, kann es auch eine Art Make-up-Technik für Faule sein. Ähnlich wie der Kochtrend One Pot Pasta, bei dem alle Zutaten in einen Topf geworfen, aufgekocht und gut verrührt werden. Am Ende hat man ein ordentliches Gericht oder, im Fall Clown Contouring, ein ordentliches Gesicht.

Der Test - WIENERIN-Redakteurin Lena Schmidkunz hat's probiert:

Den Contouring-Regeln folgend trage ich eine Creme-Grundierung auf, die ein paar Töne dunkler als meine normale Hautfarbe ist: unter den Wangenknochen, im Halbkreis die Stirn entlang, in die Lidfalten und links und rechts vom Nasensteg.

Helle Grundierung kommt auf den Nasensteg, kunstvoll geschwungen auf Stirn- und Kinnmitte und in Dreiecken unter die Augen.

Zum Clown werde ich durch rosafarbene Cremerouge-Bäckchen – sie sollen das normale Rouge ersetzten –, lachsfarbene Dreiecke am Unterlid, um dunkle Augenringe zu neutralisieren, und grüne Tupfer auf Stirn und Kinn, um die Rötungen dort zu neutralisieren.

Als i-Tüpfelchen kommen kleine Tränen aus Schimmerhighlighter unter die Augen und ein Tupfer Cremerouge auf die Lippen. Schaut lieb aus mein Clown!

Danach verblende ich die Farben mit sauberen Schminkpinseln: einem großen Grundierpinsel für die großflächigen Bereiche, wie Stirn und Wangen, und einem kleinen für Nase, Augen usw.. Das Verpinseln und Verreiben braucht seine Zeit, aber letztendlich funktioniert die Technik so viel besser als angenommen, dass ich komplett zufrieden bin. Ich brauche nur noch Wimperntusche und meinen gewohnten Lidstrich und bin ausgehfertig.

Fazit: Aus Spaß wird Ernst. Eine Fantasietechnik, die tatsächlich funktionieren kann. Wir sind positiv überrascht, bleiben aber mit unserem Enthusiasmus am Boden: Der Hype ist nämlich trotzdem total übertrieben.

 

Aktuell