So benutzt man öffentliche Toiletten richtig

Öffentliche WCs genießen in Sachen Sauberkeit und Hygiene bei weitem nicht den besten Ruf. Weil sich ein Besuch manchmal aber leider nicht vermeiden lässt, gibt's hier fünf antibakterielle Tipps.

Manche mögen sich in die lustigsten Positionen verrenken, manche verbringen gefühlt Stunden damit, die Klobrille mit Papier abzudecken (zusammengekniffene Beine inklusive), nur um sich dann zu ärgern, dass ein einziger Luftzug das Anti-Bakterien-Kunstwerk in die Klomuschel befördert. Kurz: Der Besuch einer öffentlichen Toilette ist alles andere als lustig.

Die gute Nachricht: Sie können sich die Papier-Auslegerei sparen, denn der Toilettensitz ist der hygienischste Ort, den Sie in der Kabine finden werden – unglaublich, aber wahr! Wieso das so ist, erklären die Wissenschafter Chuck Gerba und Kelly Reynolds von der Universität von Arizona.

Denn: Über den Tag wischen viele Personen über die Brille, teilweise sogar mit Desinfektionsmittel, oder versuchen sich am eingangs erwähnten Kunstwerk, Schmutz wird also immer wieder entfernt. Darüber hinaus ist nur eine geringe Zahl jener Bakterien, die sich auf der Brille finden, für tatsächliche Infektionen verantwortlich (wären sie es, würde auch der Papiersitz nichts helfen).

Der gefährlichste Ort ist tatsächlich der Boden öffentlicher Klos: Wird gespült, fallen Tropfen, manch einer verfehlt das Ziel, dazu kommen zu Boden geworfenes oder gefallenes, teilweise benutztes Toilettenpapier und regulärer Straßenschmutz. Also: Keinesfalls die Handtasche auf dem Boden abstellen!


Der hygienische Weg, öffentliche Toiletten zu benützen

1. Toilettenpapier oder Taschentücher bereithalten

Auch Griffe, Klopapierhalter oder kleine Ablageflächen sind beliebtes zu Hause für Bakterien und Viren. Wichtigste Maßnahme: Papiertaschentücher. Um für den – durchaus häufig auftretenden – Fall von fehlendem Toilettenpapier gerüstet zu sein. Denn wer Spülung und Türgriffe durch ein Tuch hindurch berührt, vermeidet den Kontakt mit den meisten Bakterien – klingt pingelig, ist aber eine Tatsache.

2. Achtung, Spülung!

Gehen Sie nicht unmittelbar nach der Vorderfrau in die Kabine. Hat sie gerade gespült, können sich noch Bakterien in der Luft befinden. Nach dem Verrichten des eigenen Geschäfts unbedingt aufstiehen und sich wieder anziehen, bevor Sie selbst die Spülung drücken, denn dann spritzt das Klowasser auch nach oben – die eigenen Bakterien können einem natürlich nichts tun, die Chance, dass sich immer noch Spuren von den Personen davor in der Muschel befinden, besteht jedoch.

3. Hinsetzen, nicht hockerln

Obwohl wie weiter oben erwähnt, der Papier-Toilettensitz keine wirklicher Schutz vor Verunreinigung ist, so hilft das Sitzen grundsätzlich dabei, die Toilette allgemein sauberer zu halten, weil der Urin dorthin geht, wo er hin soll. Schon alleine aus Respekt vor der nachfolgenden Person.

4. Ja nichts auf den Boden legen

Das Telefon kurz auf dem Toilettenboden ablegen? Hat wohl jeder schon mal gemacht. Tja, ab sofort wohl nicht mehr! Taschen, Schlüssel oder Smartphones haben auf dem Boden nichts verloren, denn der ist voller Schmutz, den man über seine persönlichen Gegenstände weiter transportiert (stellen Sie sich einfach mal vor, dass jene Seite des Handys, die Sie an Ihr Ohr halten, eben noch auf dem Kloboden lag ... eben).

5. Hände waschen

Eine allgemeine Hygienemaßnahme, sollte man meinen. Viele sehen sie leider trotzdem als überflüssige Übung. Besser nicht: Gute 20 Sekunden muss man schon schrubben, um den Großteil der Bakterien und Viren zu entfernen. Eine kleine Hilfe: Eine Runde „Happy Birthday“ dabei singen. Und für den Notfall Händedesinfektionsmittel oder Reinigungstücher für die Handtasche besorgen und damit den Weg bis zum nächsten gefüllten Seifenständer überbrücken.

Fazit: Sie werden's überleben!

Am Besuch öffentlicher Toiletten ist noch niemand gestorben. Der Igitt!-Faktor ist aber immer mit dabei - er mag mal kleiner, mal größer sein, lässt sich aber durch einige Handgriffe im Zaum halten.

 

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