Snapchat zeigt gewaltverharmlosende Werbung mit Rihanna

Eine sexistische Werbung, die die häusliche Gewalt gegen Sängerin Rihanna verharmlost, hat es durch die Zensur bei Snapchat geschafft.

Nur Tage nach dem Eklat um ein rassistisches GIF, das über die Kooperation mit Giphy in den sozialen Netzwerken Instagram und Snapchat landete, sorgt Snapchat für einen neuen Skandal: Die gewaltverherrlichende und sexistische Werbung eines Drittanbieters fragt NutzerInnen, ob sie lieber Rihanna einen Klaps geben, oder ihrem gewalttätigen Exfreund Chris Brown eine reinhauen würden.

Einfach so kann das nicht passieren. Werbungen, die auf Snapchat von Dritten geschalten werden, werden kontrolliert und müssen von der Plattform selbst genehmigt werden. Snapchat hat eine Werbung, die sich über häusliche Gewalt lustig macht, also als unbedenklich eingestuft und freigegeben.

Die Werbung spielt auf Chris Browns Verurteilung wegen Körperverletzung im Jahr 2009 an. Nach einer Pre-Grammy-Party hatte der Sänger seine damalige Freundin Rihanna geschlagen - Bilder ihres von blauen Flecken und Platzwunden übersäten Gesichts gingen um die Welt. Brown wurde wegen Bedrohung und Körperverletzung verhaftet und bekannte sich später vor Gericht der Körperverletzung schuldig. Er wurde zu fünf Jahren Haft auf Bewährung und 190 Sozialstunden verurteilt und musste an einem Anti-Aggressionsprogramm teilnehmen.

Snapchat-NutzerInnen zeigten sich ob des verharmlosenden Umgangs der Werbung mit dem Vorfall schockiert. Die Aktivistin Brittany Packnett teilte einen Screenshot auf Twitter. Chelsea Clinton, Tochter der ehemaligen Präsidentschaftskandidatin und US-Außenministerin Hillary Clinton, fasste zusammen:

"Es ist furchtbar, dass irgendjemand das lustig findet. Furchtbar, dass irgendjemand denken könnte, das sei angemessen."

Snapchat tut der "Klaps für Rihanna" leid

Snapchat entschuldigte sich für den Vorfall. Ein Sprecher sagte der Sun Online: "Die Werbung wurde fälschlicherweise freigegeben, sie verstößt gegen unsere Richtlinien. Wir haben die Werbung sofort entfernt, als wir darauf aufmerksam wurden. Es tut uns leid, dass das passiert."

 

Aktuell