Sind Menschen mit Kindern glücklicher?

Sind Eltern die glücklicheren Menschen? Oder haben Kinderlose das große Glück, Geld und alle Möglichkeiten? Die Antwort liegt laut einer Studie irgendwo dazwischen. Selbstbestimmung spielt dabei eine große Rolle.

Sind Menschen mit Kindern glücklicher?

Sind Menschen mit oder ohne Kinder glücklicher? Dieser Frage ging die Michigan State University auf den Grund. Während heute noch glückliche Familien die Werbeplakat-Motive Nr. 1 sind, entscheiden sich trotzdem immer mehr Menschen bewusst gegen Kinder. Rund 25 % der Millenials wollen ganz bewusst auf Kinder verzichten, wobei die Gründe dafür unterschiedlich sind. Die Zahl der bewusst Kinderlosen ist in den letzten Jahren extrem gestiegen. In früheren Studien waren es nur zwei bis neun Prozent. Jüngere Generationen sind also der Meinung, dass Kinder nicht mehr der Weg zum großen Glück sind. Und auch die Studie bestätigt, dass sie für ein glückliches Leben nicht zwingend notwendig sind.

Nach der Geburt mehr Glück

Die Studie ergab nämlich, dass es keine Unterschiede in der Zufriedenheit zwischen Menschen mit und ohne Kinder gibt. Die Forscher stellten fest, dass der Bildungsstand und eine zufriedene Partnerschaft wichtiger seien, als eigene Kinder. Wichtig sei dabei aber, dass die Entscheidung bewusst getroffen wurde. Denn ungewollt kinderlose Menschen seien potenziell durchaus unglücklicher. Spannend bei der Studie ist, dass auch Menschen, die unbedingt Kinder wollten und diese haben, dadurch nicht viel glücklicher geworden seien. Nach der Geburt steigt die Zufriedenheit zwar an, sinkt aber nach den ersten paar Lebensjahren wieder.

Unterschiedliche Meinungen

Der Standard hat einen sehr ausführlichen Artikel zu diesem Thema publiziert und wie so oft hat das Standardforum nicht enttäuscht. Denn sowohl kinderlose als auch Eltern sind der Meinung die richtige Antwort auf die Frage nach dem Lebensglück gefunden zu haben und teilen ihre Meinungen und Erfahrungen.

„Irgendwie glaubt man mit Anfang 30 schon alles an Gefühlen erlebt zu haben. Dann kommt ein Kind und stellt dein Leben auf den Kopf: Überforderung, Verantwortung und Angst das dem kleinen was passiert. Ich verstehe, dass viele das nicht wollen. Aber dieses eine Gefühl, wenn du in das Lächeln deines kleinen Zwerges schaust, das kann nichts auf der Welt dir geben. Kein Geld, kein Auto, keine Macht, kein Erfolg. Das kann man auch niemanden erklären. Das muss man einfach erleben“, beschreibt einer der Leser*innen.

„Mich frei in meinen 4 Wänden auszuleben ist mir sehr wichtig. Ich möchte mich z.B. nicht in meinem Sexleben limitieren lassen. Für ein Kind würde ich auch in einem Job arbeiten, den ich hasse, nur um das Kind abzusichern. Vielleicht sogar in einer Beziehung bleiben, die ich nicht möchte. Die Sorge, dass ihm/ihr etwas passiert will ich auch nicht empfinden. Am Ende ist es die Freiheit und eigentlich Egoismus warum ich keine Kinder möchte“, wird darauf gekontert.

Bewusste Entscheidung

Was sich dabei vor allem zeigt: Wie auch in der Studie bewiesen, ist es wohl am wichtigsten, dass man sich bewusst für seine Zukunft entscheidet. Je mehr Menschen sich gegen Kinder entscheiden, umso akzeptierter wird die Entscheidung für sich die beste Wahl zu treffen. Auch das ist eine wichtige Form von körperlicher Selbstbestimmung.

 

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