Simulation von Vergewaltigung bei neuen Sexrobotern

Auf der Unternehmens-Website wird damit geworben, dass der weibliche Sexroboter es nicht mag, an intimen Stellen berührt zu werden. Vergewaltigung wird damit legitimiert.

Während der technologische Fortschritt mit Künstlicher Intelligenz & Co. weiter voranschreitet, scheint es mit dem moralischen Kompass der Menschheit immer weiter zurückzuschreiten.

Das beste Beispiel ist der neue Sexroboter "Roxxxy TrueCompanion", der auf der Unternehmens-Website unter anderem mit einem "Frigid"-Modus beworben wird ($9,995). Vergewaltigung kann hier mit nur einem Knopfdruck simuliert werden.

Sexroboter, die Vergewaltigungen vortäuschen?

Der weibliche Roboter hat 5 verschiedene "Persönlichkeiten": Frigid Farrah, Wild Wendy, S&M Susan, Young Yoko, Mature Martha. Sie alle haben unterschiedliche sexuelle Präferenzen - oder wie im Falle von Frigid Farrah eben gar keine. Sie sei "schüchtern und reserviert", steht auf der Website. Die Firma beschreibt, dass, wenn man sie "in einem privaten Bereich berührt, wird sie nicht sehr viel Verständnis für euren Vorstoß empfinden". In anderen Worten: der Sexroboter hat einen Vergewaltigungs-Modus.

Doch nicht nur diese Sexroboter-"Persönlichkeit" wird kritisiert, wie der "Independent" berichtet. Auch Young Yoko, die "kaum 18 ist und darauf wartet, von dir belehrt zu werden", ist ein eher fragwürdiges Konzept.

Erst kürzlich wurde in einem Bericht der Foundation for Responsible Robotics (FRR) davor gewarnt, welche moralischen Fragen mit Sexrobotern in Zukunft auf uns zukommen werden. In dem Report wurde etwa deutlich, dass Männer viel interessierter an Sex mit Robotern sind als Frauen. Suzanne Moore vom "Guardian" schreibt, dass Hersteller eine Simulation einer Frau herstellen, so wie es sich Männer wünschen würden. Sexroboter seien daher reine Masturbationshilfen für Männer, und würden die Gesellschaft nicht weiterbringen.

"Vergewaltigung ist kein Akt sexueller Leidenschaft"

Der Co-Autor der Studie, Noel Sharkey, sagte gegenüber JournalistInnen: "Manche Menschen denken, dass es besser ist, wenn die Männer Roboter statt Menschen vergewaltigen. Andere wiederum kritisieren, dass es Vergewaltiger nur weiter ermutigen würde."

"Roboter haben keine Emotionen, die Beziehung ist einseitig. Du liebst ein Artefakt, das dich nicht zurücklieben kann - und das ist das Traurige daran", so Prof. Sharkey.

Laura Bates, Gründerin des Everyday Sexism-Projekts, schreibt in der New York Times über das Problem mit Sexrobotern: "Vergewaltigung ist kein Akt sexueller Leidenschaft. Es ist ein Gewaltverbrechen." Und weiter: "Wir sollten Vergewaltiger nicht dazu ermutigen, einen ,sicheren' Weg zu finden, zu vergewaltigen. Genauso wenig sollten wir Mördern realistische Puppen geben, die sie zu Tode stechen können." Das Thema der Zustimmung würde so weiter verschwimmen - und die Annahme verbreitet, männliche Gewalt sei angeboren und unumgänglich.

 

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