Silbermond

Silbermond ist auch nach dem dritten Album der Ruhm noch nicht zu Kopf gestiegen. Hier erzählt die Band, was sie gegen Castingshows und Beauty-OPs haben und warum sie auf allen Hochzeiten tanzen.

DSDS läuft gerade. Würdest Du da mitmachen wollen, Stefanie?
Nein! Das hat für mich nicht viel mit Musik zu tun. Wir sind ja in erster Linie Musiker, wollen den ganzen Entstehungsprozess – von einer Idee zum Text bis hin zum fertigproduzierten Song miterarbeiten.

Ein Album-Song heißt ja „Ich bereue nichts“ – Tut ihr das wirklich?
Thomas: Na klar, wir hätten manche Dinge anders machen können. Aber wenn man’s nicht selbst ausprobiert und mal auf die Nase fällt, wird man nie wissen, was am besten ist. Stefanie: Ja! Für alles, was wir bisher gemacht haben, – so blöd das klingt – sind wir echt dankbar.

Das klingt ja fast zu gut. Hand aufs Herz: Gab es nicht einen unschönen Moment?
Stefanie: Mhm. Na ja! Als wir angefangen haben im Musik-Bizz, waren wir noch recht jung. Und da gab’s schon so einige unangenehme Momente der Unsicherheit. Nowi: Man kann schon sagen, dass auch wir viel „Scheiße gefressen“ haben und so manch dunklen Flur durchschreiten mussten. Aber: Life is learning by doing!

Was hat euch diese Zeit denn gebracht?
Bodenhaftung! Die werden wir, dank unserer Bandgeschichte wohl immer haben. Diese 10 Jahre Silbermond waren voller Highlights, auch weil wir uns gegenseitig geholfen haben.

Stefanie, Du als einzige Frau unter drei Männern, wie ist das so?
Gar nicht so schlimm! Es ist sogar einfacher. Wir vier passen kitschiggut zusammen – wie die Faust aufs Aug´ sozusagen.

Gibt es denn wirklich gar keine Streitigkeiten?
Johannes: Na ja, der einzige geschlechterspezifische Unterschied ist wohl der, dass es Stefanie nie warm genug sein kann. Sie friert immer und uns Jungs ist es ständig zu warm. Das kann schon nervig sein beim Proben. Wir in Shirts, sie mit Mütze, Schal und Tee. Weglachen hilft da!

Für viele ist ja Österreich nur das Land des Wiener Schnitzels, für euch auch?
Stefanie: Schmecken tut das ja auf jeden Fall! Letzten Sommer waren wir für einige Wochen am Ossiacher See. Dort haben wir mit dem Schreiben fürs 3. Album begonnen. Anfags haben wir sehr schwer in den Schreibprozess reingefunden. Tretboot-Sessions, Rafting und gutes Essen haben uns dabei geholfen. Und ganz nebenbei haben wir uns in die österreichische Gelassenheit verliebt!

Ich war letzten Sommer auf vielen Hochzeiten. Und überall haben sie „Das Beste“ von euch gespielt ...
Thomas: Emotionale Lieder machen emotionale Momente eben noch schöner. Schön, dass wir das Gefühl, das wir beim Produzieren hatten, mit Paaren teilen können und dass wir sie bei diesem Lebensabschnitt begleiten dürfen – ist doch cool!

AproposLebensabschnitt: Wie steht ihr so zum Älterwerden?
Stefanie: Man wird uns sicher nicht bei Beauty-Docs treffen. Da bin ich voll dagegen! Dieses Verformen ist einfach nur feig. Falten sind doch das Accessoire des Lebens.

 

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