Sigi Maurer will Schadenersatz von der "Krone"

Die ehemalige Grünen-Abgeordnete Sigrid Maurer verlangt 7.000 Euro für die unerlaubte Verwendung ihres "Stinkefinger"-Fotos.

Im November letzten Jahres postet die ehemalige Abgeordnete der Grünen ein Foto von sich auf Twitter, mit Sektglas und erhobenem Mittelfinger. Das Bild war eine Antwort an all die HassposterInnen, die Maurer nach einem Auftritt in einer Diskussion auf Puls4 zur globalen #MeToo-Debatte erhalten hatte. Unter das Foto schreibt sie "To the Haters with Love" - und lieferte dem Boulevard damit offenbar Grund genug, sie an den Pranger zu stellen. Das soll jetzt nicht ohne Folgen bleiben.

In mehreren Meldungen inszenierten die betroffenen Medien Maurers Tweet als Abschiedsbotschaft an die WählerInnen und zogen es damit eindeutig aus dem ursprünglichen Kontext. "Grüne zeigt zum Abschied den Stinkefinger" titelte die Krone etwa,"Grünen-Politikerin provoziert mit Stinkefinger-Verabschiedung" kann man immer noch auf Oe24 lesen. Später wird auch die für Abgeordnete vorgesehene Gehaltsfortzahlung an Maurer thematisiert, "23.000 € fürs Nichtstun: Riesen-Wirbel um Maurer" heißt es da.

Für die unerlaubte Verwendung ihres Fotos in den betreffenden Artikeln will Maurer nunmehr 7.000 Euro Schadenersatz, die sie an das Frauenvolksbegehren und die Rechtsextremismusforschung spenden möchte.

Dem STANDARD erklärt sie: ""Die Boulevardmedien haben mit keinerlei Konsequenzen zu rechnen, wenn sie Hass und Hetze schüren, es ist gewissermaßen ihr Geschäftsmodell. Mit der Schadenersatzforderung lässt sich zumindest die weitere missbräuchliche Verwendung meines Fotos unterbinden und eine unfreiwillige Spende für die feministische Bewegung und die Rechtsextremismusforschung lukrieren."

 

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