Sich die Tasche vom Mund absparen: Fashionorexie

Beim Essen sparen, um sich die neue Handtasche oder Designerteilleisten zu können? Gar nicht so absurd, wie es klingt. Laut einer Studie halten das immer mehr Britinnen so.

Täglich Spaghetti aglio e olio statt Abwechslung am Teller - was nach studentischen Ess-Gewohnheiten klingt, gehört in Großbritannien zum Alltag. Fast die Hälfte der Briten, nämlich 44 Prozent, haben sich laut einer Studie angewöhnt, Mahlzeiten auszulassen, bei ihren Eltern zu essen oder ausstehende Rechnungen vor sich herzuschieben. Warum das? Um, ja um sich Schönheitsbehandlungen, Designerkleidung oder Urlaubeleisten zu können. Wichtigster Beweggrund, am Essen zu sparen: Die Aufstockung des Kleiderkastens.

Inszenierung von Essen auf Instagram

Ein Wort für dieses veränderte Konsumverhalten gibt es auch schon: Fashionorexie nämlich. Der Begriff zusammengewürfelt aus Anorexie und, na klar, Fashion.Einigermaßen absurd muten die traurigen Bekenntnisse der befragten Briten insofern an, als dass der Zeitgeist im Internet doch so ganz anders inszeniert wird.

Dort sind appetitlich hergerichtete Essens-Stilleben an der Tagesordnung. Ob auf Instagram, Facebook oder Modeblogs: Wenn es nach den vielen Bildern dort geht, beginnt der Tag mit buntem Obst in der Müslischüssel und endet am Abend mit einem veganen Zweigänge-Menü. Dazwischen: Bunte Törtchen und jede Menge Süßigkeiten. Die Wahrheit scheint aber weniger nach dem großen Fressen als dem freiwilligen Fasten auszusehen.

You did not eat that!

Das dachte sich auch die bislang anonyme Betreiberin des Instagram-Accounts #YouDidNotEatThat. Dort re-postet sie (wir vermuten, dass es sich um eine Frau handelt) die Essensbilder bekannter Social-Media-Größen. Deren frecher Subtext: Das habt Ihr doch sowieso nicht verspeist!

Die Frage, die bleibt: Wie passt das eigentlich alles zusammen?

 

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