Shitstorm für neue Netflix-Serie wegen Fatshamings

Der Trailer zur Teenie-Serie "Insatiable" sorgt für empörte Kritik: Die Serie mache sich über Übergewichtige und Mobbingopfer lustig. Eine Petition will den Serienstart verhindern.

Es sei eine "typische Rachegeschichte" teasert Netflix im Trailer zu "Insatiable", während ein leicht bekleidetes, schlankes Mädchen, die blonden Haare und verträumte Beachwaves gelegt, eine brennbare Flüssigkeit über einen schlafenden Männerkörper gießt und ein Streichholz entflammen lässt. "Ich wollte mehr, ich war unersättlich", sagt ihre Stimme aus dem Off.

Die Geschichte ist tatsächlich schnell erzählt: Patty ist ein dickes Mädchen und wird von ihren Mitschülern deshalb gemobbt. "Dank" eines Kieferbruchs verliert sie über den Sommer Unmengen an Gewicht und ist, wie eine Mitschülerin auch im Trailer erstaunt kundtut, plötzlich "HEISS!". Anstatt sich ihrer neuen sozialen Stellung zu erfreuen, schwört sie Rache an allen, die sie gequält haben - und das auf brutale Weise. Die veröffentlichten Trailer zeigen einige gewalttätige Prügelszenen.

Netflix-Serie "Insatiable" sei Fatshaming und Objektifizierung

Ob die Netflix-Eigenproduktion wie geplant ab 10. August verfügbar sein wird, ist unklar. Eine Petition auf change.org will den Serienstart verhindern. "Insatiable" sei Body- und Fatshaming. "Das Narrativ erzählt Frauen und jungen, leicht zu beeinflussenden Mädchen seit Ewigkeiten das Gleiche: um beliebt zu sein, Freunde zu haben, um für den männlichen Blick begehrenswert zu sein und damit sowas wie wertvoll zu sein... müssen sie dünn sein", kritisiert Initiatorin Florence.

Einwände, es handle sich doch nur um eine Serie, lässt sie nicht gelten. "Das ist kein isolierter Einzelfall, es ist Teil eines weitaus größeren Problems, das sich jeder einzelnen Frau irgendwann in ihrem Leben stellt. Sie machen ihren Wert von ihren Körpern abhängig. Davon, ein begehrenswertes Objekt für den männlichen Blick zu sein." Die Serie würde genau das tun: "Sie zementiert nicht nur die toxische Diätkultur, sondern auch die Objektifizierung von Frauenkörpern ein."

Die Serie vermittle, dass "gewalttätige Rache ein legitimes Mittel gegen Mobbing" sei, heißt es weiter. Inzwischen haben bereits mehr als 166.000 Menschen die Petition unterzeichnet.

Cast verteidigt "Insatiable"

Die DarstellerInnen verteidigen die Serie in sozialen Medien. Alyssa Milano twittert: "Wir shamen Patty nicht. Wir machen (durch Humor) auf den Schaden aufmerksam, der durch Fatshaming entstehen kann [...]"

Hauptdarstellerin Debbie Ryan veröffentlicht ein langes Statement auf Twitter: „[...] Wir zeigen etwas, was Realität ist. Auch wenn es schwierig ist und Leuten Angst macht. Ich hoffe, dass die Fans sich die Serie zumindest erst einmal anschauen, bevor sie sie werten.“

Netflix selbst hat sich zu der Kritik bislang nicht geäußert.

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