Shawn Mendes: Ich habe zu viel Angst davor kein guter Mann zu sein, dass mich das manchmal zu einem Schlechten macht

Justin Baldoni startet gerade eine Revolution gegen die Definition von Männlichkeit. Unter dem Titel Man Enough spricht er in einem Buch, Podcast und einer Videoserie darüber, dass er keine Lust mehr auf toxische Männlichkeit hat und gewinnt prominente Verbündete wie Shawn Mendes.

Shawn Mendes: Ich habe zu viel Angst davor kein guter Mann zu sein, dass mich das manchmal zu einem Schlechten macht

Viele von uns kennen diesen Ted-Talk, der alles ins Rollen gebracht hat. Manche von uns haben ihn vielleicht unserem Freund, Partner, Vater oder Bruder weitergeschickt. Darin erklärt Justin Baldoni "Ich will kein guter Mann sein, ich möchte ein guter Mensch sein." Und sagt damit auch, dass sich diese zwei Dinge manchmal gegenseitig ausschließen.

Bin ich genug?

Bin ich männlich genug? Bin ich groß genug, klug genug, mutig genug, selbstbewusst genug? Bin ich genug? Diese Fragen stellt sich Schauspieler Justin Baldoni in seinem neuen Buch Man Enough – Undefining my Masculinity (erschienen bei Harper Collins, € 24,99) und ruft Männer dazu auf, das Patriarchat von innen aufbrechen.

"Warum sollte ich ein System stürzen wollen, von dem ich mein ganzes Leben profitiert habe? Zum Teil, weil ich weiß, dass es das Richtige ist und ich jetzt ein Vater bin, der seinen Kindern eine bessere Zukunft bieten möchte. Und zum Teil, weil ich mich gefangen fühle in einer Matrix, aus der ich wirklich, wirklich raus möchte", so der Jane-the-Virgin-Star und Regisseur. In seinem Buch spricht er darüber, wie das Patriarchat auch für Männer unerreichbare Standards rund um Männlichkeit definiert und die toxischen Mechanismen gegenüber Frauen, die dadurch entstehen.

Prominente Verbündete

Vor zwei Wochen hat Justin Baldoni zusätzlich einen gleichnamigen Podcast gelauncht und in der zweiten Episode bereits Weltstar Shawn Mendes zu Wort kommen lassen. Der 22-jährige Musiker spricht darüber, wie er selbst nach und nach merkt, dass er im innersten Kreis des Privilegs ist. Und das aktiv ändern möchte. Das macht er einerseits mitseiner Musik und schreibt Lyrics wie "I wonder, when I cry into my hands, why I'm conditioned to feel like it makes me less of a man". Diese Zeile aus dem Lied Wonder scheint mit vielen Männern zu resonieren und der Sänger erklärt, wie viele sich dazu bei ihm melden.

Good Guy or Bad Guy?

Auch die toxischen Mechanismen gegenüber Frauen, die durch Männlichkeit entstehen, kennt er. Er spricht darüber, wie gefährlich es ist, selbst davon überzeugt zu sein, bereits ein guter Mann zu sein und erzählt von einem Streit mit seiner Freundin Camila Cabello. Nachdem er die Stimme ihr gegenüber erhoben hat und sie ihn darauf aufmerksam machte, wurde er defensiv. Er gab ihr die Schuld für sein Verhalten und merkte wie sie in diesem Moment schrumpfte, während er größer wurde. Und er erkannte, dass das nicht in Ordnung ist.

"Ich habe solche Angst davor, schlecht zu sein, dass ich mich so stark verteidigt habe, damit ihr klar wird, dass ich nicht böse bin. Doch genau diese Angst davor, nicht der böse Typ zu sein, macht mich manchmal zu einem schlechten Menschen. In dem Moment wo ich ihr erkläre, welche Angst davor ich habe, kümmert sie sich um mich und tröstet mich und es geht wieder um mich und rechtfertigt mein Verhalten. Hier muss ich und müssen wir als Männer besser werden", erklärt er und erkennt, wie er seine Freundin damit manipuliert.

Er sieht Männer in der Verantwortung, an sich selbst zu arbeiten und Frauen in ihrem Leben nicht als selbstverständlich zu empfinden. Mehr rund die Arbeit von Man Enough findet ihr hier, die Folge mit Shawn Mendes kann man hier nachhören.

 

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