Sexistische Fragen für die neuseeländische Premierministerin

In einem Interview mit der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern fielen dem Journalisten jede Menge sexistischer Fragen ein.

Der Journalist Charles Wooley hätte Jacinda Ardern vieles fragen können. Ganz allgemein politisch, weil ein Staatsoberhaupt kein alltäglicher Interviewgast ist. Oder vielleicht ein bisschen feministisch, immerhin sind nur 28 aller amtierenden, gewählten Staats- und RegierungschefInnen weiblich. Wooley hat sich in seinem Interview mit der neuseeländischen Premierministerin stattdessen für einen sexistischen Zugang entschieden, und gleich zu Beginn Arderns Aussehen kommentiert.

Er habe schon viele PremierministerInnen getroffen, doch keine sei so jung und so attraktiv gewesen wie Jacinda Ardern, merkte Wooley gleich zu Beginn seines Interviews im australischen TV-Format "60 Minutes" an. Außerem sei er - wie der Rest Neuseelands - ein bisschen verliebt in Ardern.

Eine "sehr wichtige, politische Frage" hatte Wooley zu Arderns Schwangerschaft: den genauen Geburtstermin des Kindes. Warum? Damit Wooley die Premierministerin und ihren Partner Clarke Gayford im nächsten Atemzug nach dem Zeugungstermin fragen kann. "Warum sollte ein Kind nicht während eines Wahlkampfes gezeugt werden?", fragt er das peinlich berührte Paar.

Jacinda Arden sei "jung, ehrlich und schwanger"

Der australische Sender Channel Nine setzte bei den Ankündigungen für das Interview auch mehr auf Sexismus und Sensationsgier, als auf Jacinda Ardern als Person: Das Interview sei ein "Hinter-den-Kulissen-Spezial" mit einer einzigartigen Führungskraft - "jung, ehrlich und schwanger". In den sozialen Medien sorgte das für einiges an Kritik.

Im Jänner hat Ardern ihre Schwangerschaft über die sozialen Medien verkündet und die schwierige Aufgabe der Vereinbarkeit von Beruf und Familie angesprochen.

 

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