„Sex mit Wasserbüffel“: Autor gibt widerliche Tipps zu Sex in der Schwangerschaft

Ein Ratgeber für werdende Papas widmet ein ganzes Kapitel dem Sex in der Schwangerschaft – und lässt dabei keine sexistisches und frauenfeindliches Klischee aus. Das Buch gibt es mittlerweile in der 14. Auflage.

Autor gibt frauenfeindliche Tipps zum Sex in der Schwangerschaft

"Wie schlafe ich mit einem >>Wasserbüffel>>?", fragt der Autor Christian Busemann in seinem Buches "Papa To Go - Schnellkurs für werdende Väter" gleich im Titel des Kapitels zu Sex in der Schwangerschaft. Es gehe ja eh, beschwichtigt er gleich zu Beginn und beteuert, dass der werte Leser "seine Kleine nach allen Regel der Kunst durch die Bude schieben" könne. Das sei auch in der Schwangerschaft kein Problem.

Zumindest wenn die Frau die "lästigen Begleiterscheinungen" des ersten Trimesters überwunden habe und sich in ein "unersättliches Raubtier" verwandle, die "ihre Beute gierig in ihre Höhle zerrt." Mit Beute ist freilich der Penis samt Anhang des werdenden Vaters gemeint. Höhöhö.

Schwangere Frauen sind weder Wasserbüffel noch Matronen

Die Bildungs-Aktivistin Susanne Mierau hat kürzlich Ausschnitte aus dem erstmals 2010 erschienen Buch auf Twitter geteilt, mehr als 2.500 Likes hat sie für ihre erstaunte Kritik inzwischen gesammelt. Zurecht: Absatz für Absatz lamentiert der Autor über den sich in der Schwangerschaft verändernden Körper. Weil "sündige Desingerstrings" einem "XXXL-Baumwollschlüpfer-Mutterschiff" (was auch immer das sein soll) weichen müssen, und sich "das Kinn auf einem zweiten ausruht."

Empathie und Unterstützung für die schwangere Frau sucht man vergebens, der Autor sorgt sich mehr um eine mögliche tote Hose. Zum Sex "überreden" könne man auch schwangere Frauen, betont er. Weil körperliche und sexuelle Selbstbestimmung für Männer, die nur an sich selbst denken, wohl nicht ins Konzept passen. Übergriffigkeit ist aber ihr genau ihr Ding, da kann sogar noch eine ordentliche Prise Frauenverachtung und Bodyshaming drüber gestreut werden. Statt von Frauen ist im Text von "Wasserbüffeln" und "Matronen" die Rede.

Mit soviel Charme kriegt man das "mürrisch stöhnende, ungelenke Schwangerschaftspummelchen" vielleicht ja sogar zum Fellatio. Denn wonach soll einer Schwangeren mehr der Sinn stehen als ihrem ignoranten Widerling von einem Mann sexuelle Befriedigung zu verschaffen? Das ist doch auch die Aufgabe der Frau, schwanger oder nicht! (Ist es nicht.)

Gewalt hat nichts mit zu wenig Sex zu tun

Andernfalls, so der Autor weiter, würde der Mann immerhin "gewalttätig" und "kriminell" wirken. Könnte er hier etwas ganz heißem auf der Spur sein und die Wurzel allen Übels gewalttätiger Männern aufgedeckt haben? (Nein.) Oder könnte es sein, dass er gefährliche, falsche und zutiefst frauenfeindliche Stereotype in einen vermeintlich "lustigen" Text verpackt und damit antiquitierte Rollenbilder einzementiert? (Ja. Das ist gefährliche Misogynie.)

Der Autor jedenfalls empfiehlt dann Positionen für Sex in der Schwangerschaft. Grundlegend ist das nicht schlecht, weil Sex auch in der Schwangerschaft sehr gut sein kann, so die Schwangere Lust dazu hat. Die Lust der Frau, oder irgendeines ihrer anderen Bedürfnisse, stehen aber nicht zur Debatte. Der Autor will nur, dass seine Fellow-Bros nicht "von einem menschlichen Fleisch-Panzer überrollt werden." Das wäre ja wohl nämlich auch zu schade …

 

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