The Sessions

Kurze Lebenserwartung? Aber dann bitte MIT Geschlechtsverkehr! Wie kann man(n) die Damenwelt von den eigenen Vorzügen überzeugen, wenn man gelähmt und mit 38 noch Jungfrau ist? Mit Hilfe einer Sextherapeutin, natürlich! John Hawkes, Helen Hunt und William H. Macy als offenherziges Dreamteam der sexuellen Befreiung.

"Mein Penis spricht zu mir, Pater Brendan!" gesteht der Mark (John Hawkes) dem überraschten Gemeindegeistlichen (William H. Macy) mit entwaffnender Ehrlichkeit. Mark ist vom Hals abwärts gelähmt.

Mark O'Brien, 38, hat Bedürfnisse. Spezielle und ganz normale. Er leidet seit seinem 7. Lebensjahr an Kinderlähmung. Bis auf wenige Stunden in der Woche ist er an eine Eiserne Lunge gefesselt, die ihm beim Atmen hilft. Das hat ihn zwar nicht daran gehindert ein Studium an der Universität Berkley zu absolvieren und als freier Journalist und Poet zu publizieren, aber für gefühlsechten Austausch von Zärtlichkeiten hat Marks Mobilität bisher NICHT gereicht. Sex hatte der streng gläubigen Katholiken nie. Erektionen schon. Mark hadert nicht mit seinem Schicksal, sondern mit seiner Jungfräulichkeit. Aber das lässt sich ändern ...

Mit geradezu überbordender Energie, einem kleinen bisschen Angst und einem ganzen Haufen unerfüllter Bedürfnisse landet die 38-jährige, männliche Jungfrau im Bett der attraktiven Sextherapeutin Cheryl (Helen Hunt). Bei ihr gibt's körperliche Liebe gegen Bezahlung zum therapeutischen Zweck. Volltreffer!

The Sessions

Im Gegensatz zu einer Sexarbeiterin bereitet Cheryl ihren Patienten behutsam auf die „Schule der körperlichen Liebe vor". Sechs Sitzungen bleiben Mark, um unter der liebevoll-unterstützenden Anleitung der erfahrenen Therapeutin bei vollem dualen Körpereinsatz seinen Weg zu nie gekannten, körperlichen Lustgipfel zu erkunden. Dass der Optimist dabei die Last seiner Behinderung endlich ausblenden kann, ist nur einer der Höhepunkte ...

Endlich Liebe ohne Barrieren!
Mitleid hatte der echte Mark O’Brien nicht nötig, aufrichtige körperliche Zuwendung schon. Seine Geschichte verarbeitete er 1990 zu dem sehr persönlichen Essay On Seeing A Sex Surrogate, der die Grundlage für The Sessions - Wenn Worte berühren bildete.

Wer diesen Film sieht, ist tatsächlich um eine Erfahrung reicher: Nämlich mit einem anderen Blick für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
 

Aktuell