Serien-, Film- und Büchertipps für alle, die etwas über Rassismus lernen wollen

Rassismus ist auch heute noch allgegenwärtig – wenngleich für Außenstehende oft kaum bemerkbar. Folgende Bücher, Filme und Serien helfen dabei, Rassismus besser zu verstehen und ihm entgegenzuwirken.

Drei lesende Menschen

Die Ermordung des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten hat auf schmerzliche Art und Weise deutlich gemacht, dass struktureller Rassismus nach wie vor tief in unserer Gesellschaft verankert ist.

Um langfristig etwas gegen Rassismus zu bewirken, müssen wir ihn erst einmal verstehen und uns mit unserem eigenen Rassismus auseinandersetzen. Wenn du nicht genau weißt, wie und wo du am besten anfangen sollst, haben wir hier etwas für dich, und zwar eine Liste an Büchern, Filmen und Serien, die sich mit der Thematik befassen und dir dabei helfen, Rassismus und Diskriminierung besser zu begreifen.

Serien:

"When They See Us“ auf Netflix:

Die Miniserie beschreibt die (leider wahre) Geschichte rund um die Vergewaltigung einer jungen Frau im New Yorker Central Park und die damit zusammenhängende Festnahme fünf unschuldiger, Schwarzer Jugendlicher im Jahr 1989. Die Serie macht deutlich, wie sehr People of Color in den USA unter Polizeigewalt leiden.

"Dear White People“ auf Netflix:

Kann eine Serie über Rassismus lustig sein? Jap, kann sie. Das hat Dear White People auf Netflix eindeutig bewiesen. Worum geht’s? Samantha White (Logan Browning) ist eine der wenigen Schwarzen Student*innen an ihrer Uni. Weil sie erkennt, dass ihre weißen Komiliton*innen kaum Ahnung von Rassismus haben, startet sie beim College-Radio die Sendung "Dear White People“ und erklärt auf unterhaltsame Weise, was es etwa mit White Privilege oder kultureller Aneignung auf sich hat.

"Little Fires Everywhere“ auf Amazon Prime:

Elena Richardson (Reese Witherspoon) ist ein guter Mensch. Davon ist zumindest sie selbst überzeugt. Würde sie sonst ihr leerstehendes Apartment für einen Spottpreis an eine gescheiterte, noch dazu Schwarze Künstlerin (Kerry Washington) und deren Teenie-Tochter vermieten? Eben. Dass es sich bei Elenas Großherzigkeit um eine Fassade und ihren ach so netten Angeboten eher um paternalistische Gesten handelt, wird rasch deutlich. Die Drama-/Mysteryserie behandelt neben Rassismus in den USA der 90er aber auch das Thema Elternschaft und die Frage, was eine gute Mutter ausmacht.

Filme:

"Der 13.“ auf Netflix:

Der Dokumentarfim von Ava DuVernay beschäftigt sich mit der Rassismusgeschichte der Vereinigten Staaten und stellt eine Verbindung der jahrzehntelangen Sklaverei und den Masseninhaftigerungen Schwarzer Menschen in den USA her. Der Titel der Doku bezieht sich auf den 13. Artikel der US-amerikanischen Verfassung, welcher 1865 die Sklaverei abschaffte.

"I am not your Negro“ zu leihen auf Amazon Prime:

I am Not Your Negro ist zugleich eine Erzählung der Geschichte der Rassendiskriminierung im 20. Jahrhundert sowie die Biografie des Autors James Baldwin mit Bezug auf die Lebensgeschichten drei seiner guten Freunde: Martin Luther King, Jr., Malcom X und Medgar Evers – sie alle verbindet eine traurige Gemeinsamkeit: Alle drei setzten sich für die Rechte der Schwarzen Bevölkerung in den USA ein. Alle drei wurden ermordet.

"Blackkklansman" auf Amazon Prime:

Der junge Afroamerikaner Ron Stallworth (John David Washington) beginnt während der Zeit der Bürgerrechtsbewegung Anfang der 70er Jahre als erster Schwarzer Kriminalbeamter bei der Polizei von Colorado Springs. Kurz nach Jobantritt ergibt sich bereits ein äußerst aufregender Fall: Stallworth beginnt gegen den Ku-Klux-Klan zu ermitteln nachdem er sich bei der Ortsgruppe des KKK per Telefon als extremistischer Rassist ausgegeben und das Angebot einer Mitgliedschaft im Klan erhalten hatte. Da ihm bewusst ist, dass er als Schwarzer Mann nur schwer verdeckt im Ku-Klux-Klan ermitteln kann, bringt er seinen weißen, jüdischen Kollegen (Adam Driver) dazu, sich an seiner Stelle im Klan einzuschleichen.

Bücher:

"Exit Racism – Rassismuskritisch denken lernen“ von Tupoka Ogette:

Mit ihrem Buch Exit Racism hilft Tupoka Ogette, Expertin für Vielfalt und Antidiskriminierung, weißen Menschen ihre eigene Rolle in unserer von Rassismus geprägten Gesellschaft zu erkennen. Noch mehr Schlaues teilt Ogette regelmäßig auf ihrem Instagram-Account @tupoka.o.

erschienen im Unrast Verlag, hier erhältlich um 13,20 Euro

"Me and White Supremacy: How to Recognise Your Privilege, Combat Racism and Change the World" von Layla F. Saad:

Wer noch mehr über White Privilege erfahren und den eigenen Rassismus entlernen möchte, dem sei das "Workbook“ von Layla F. Saad ans Herz gelegt. Anhand verschiedener Tasks bringt Saad die Leser*innen dazu, ihre eigenen Denkmuster und Vorurteile zu hinterfragen und ein nachhaltiges Verständnis für Rassismus zu entwickeln.

erschienen im Quercus Verlag, hier erhältlich um 15,99 Euro.

"Zwischen mir und der Welt" von Ta-Nehisi Coates:

In Form eines Briefes, der an seinen Sohn Samori gerichtet ist, verbindet Coates die amerikanische Geschichte mit seiner eigenen. Er schreibt darüber, dass es nicht nur ein Problem individueller Verfehlung ist, wenn in den USA Schwarze von Polizist*innen ermordet werden. Denn rassistische Gewalt ist fest in der amerikanische Identität verankert – sie ist das, worauf das Land gebaut ist.

erschienen im Random House Verlag, hier erhältlich um 19,99 Euro

"Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten" von Alice Hasters

Die deutsche Journalistin Alice Hasters erklärt anhand ihrer eigenen Lebenserfahrungen, wie sich Rassismus in Deutschland anfühlt und was an Fragen wie "Wo kommst du her?“ oder "Darf ich deine Haare anfassen?“ problematisch ist.

erschienen im Hanser Verlag, hier erhältlich um 12,99 Euro

"Re/Visionen: Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland" von Kien Nghi Ha, Nicola Lauré al-Samarai, Sheila Mysorekar

Etwas wissenschaftlicher, aber deshalb nicht weniger spannend: In Re/Visionen erzählen People of Color von ihren Erfahrungen mit Rassismus, Islamophobie sowie ausgrenzenden Migrations- und Integrationsregimes und hinterfragen gleichzeitig die weiße Norm in unserer Gesellschaft.

erschienen im Unrast Verlag, hier erhältich um 16,99 Euro

 

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