Sensible Haut

Warum reagiert die Haut sensibel?

Sensible Haut kann Veranlagung sein, aber auch durch falsche Pflege entstehen. Denn wird die empfindliche Hautbarriere z. B. durch Stress, Umweltbelastungen oder zu aggressive Reinigungsprodukte gestört, verliert die Haut Feuchtigkeit und Schadstoffe dringen schneller ein. Wichtig ist herauszufinden, was Ihrer Haut guttut, und was sie aus dem Gleichgewicht bringt. So mag manch empfindlicher Teint keine ätherischen Öle, andere wiederum profitieren von den Pflanzenwirkstoffen.

Woran erkennt man empfindliche Haut?

Während gesunde Haut fähig ist, fremde und schädliche Störfaktoren zu erkennen und zu eliminieren, ist empfindliche Haut damit schlicht überfordert. Wenn ihr ein bestimmter Reiz wie Temperaturschwankungen, UV-Strahlen, Stress oder Inhaltsstoffe von Kosmetika und Nahrungsmitteln nicht gefällt, reagiert sie sofort mit Irritationen. Und das sieht man nicht nur (Rötungen), man spürt es auch: Empfindliche Haut kann jucken, brennen und ein Hitzegefühl entwickeln.

Gut zu wissen: Sensible Haut ist kein Hauttyp, sondern ein Zustand. Studien haben bewiesen, dass sowohl trockene als auch fettige oder Mischhaut empfindlich reagieren kann.

Empfindlich oder empfindsam?

54 Prozent aller Frauen glauben, dass sie empfindliche Haut haben. Allerdings stimmt diese subjektive Einschätzung nicht immer mit der objektiven Diagnose durch einen Hautarzt überein. Warum wir uns irren: Einerseits ist unsere Generation besonders stark mit schädlichen Umwelteinflüssen konfrontiert, wodurch es schon mal zu vorübergehenden Hautirritationen kommen kann. Andererseits spielt auch die Psyche eine
große Rolle. Powerfrauen sehnen sich oft unbewusst nach Schutz. Fühlen wir uns nicht wohl in unserer Haut, lautet die Botschaft dahinter oft: „Seht ihr nicht, wie sensibel ich eigentlich bin?“ Ist empfindliche Haut stressbedingt, lohnt es sich zu hinterfragen, wer oder was sie so „berührt“, dass sie so gereizt reagiert. Was dann hilft: Pflegen Sie Ihre Haut besonders liebevoll.

Sensitivpflege für alle?

Vielen Frauen ist Pflege für ­sensible Haut aufgrund der beruhigenden Wirkung einfach sympathisch. Aber was passiert, wenn man zu diesen Produkten greift, obwohl man gar keine sensible Haut hat? Zunächst einmal nicht viel. Die Formulierungen für empfindliche Haut setzen vor allem darauf, die Haut im Gleichgewicht zu halten. Allerdings enthalten hypoallergene Kosmetikpräparate deshalb auch keine aktiven Wirkstoffe, die etwa die Zellbildung anregen und somit den Teint verjüngen. Auch andere bewährte Anti-Aging-Wirkstoffe wie Fruchtsäuren oder Retinol kommen aufgrund ihres möglichen Reizpotenzials nicht in den Tiegel. Wenn Sie der Hautalterung vorbeugen wollen, erreichen Sie daher mit anderen hauttypgerechten Cremes und ­Seren pflegetechnisch weitaus mehr.

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Welche Pflege ist im Sommer wichtig?

Im Sommer brauchen Sie eine leichte Creme, die Feuchtigkeit spendet und den Hautschutzmantel stärkt. Das erschwert auch das Eindringen von Blütenpollen. Allergiegeprüfte Inhaltsstoffe wie Aloe vera, Hamamelis, Süßholz oder Haferextrakt beruhigen, hemmen Entzündungen und stärken die Abwehrkräfte. Auch Pflege mit Thermalwasser wirkt gegen Irritationen. Ideal sind pH-neutrale Formulierungen ohne Parfum, Farbstoffe, Silikone und Parabene.

Welche Sonnenpflege ist richtig?

Chemische Sonnenschutzfilter dringen in die Haut ein, physikalische bleiben an der Hautoberfläche liegen und reflektieren das Sonnenlicht. Letztere sind für Menschen mit sensibler Haut die erste Wahl. Achten Sie auf duft- und konservierungsfreie Produkte. Und meiden Sie die direkte Sonne zwischen 11 und 16 Uhr.


Tipps für Mimosenhaut:

  • Vermeiden Sie Stress. Sensible Haut verträgt keine Hektik: Sie reagiert darauf mit Rötungen, Flecken und Juckreiz. Versuchen Sie Stresssituationen durch Entspannungsübungen zu entschärfen. Ideal sind Yoga oder autogenes Training. Durch mehr innere Ruhe und Ausgeglichenheit stabilisiert sich auch der Hautzustand.
  • Verzichten Sie auf Genussmittel. Kaffee, Tee und Alkohol regen die Durchblutung an. Trinken Sie stattdessen Brennnesseltee. Vier bis fünf Tassen täglich wirken hautberuhigend.
  • Keine Experimente. Wer sensible Haut hat, ist sich oft unsicher, welche die richtige Pflege ist. Viele Frauen probieren deshalb ständig neue Produkte aus – mit dem Ergebnis, dass die Haut immer sensibler wird. Denn jedes zusätzliche Präparat enthält wieder neue Wirkstoffe und auf jeden einzelnen kann die Haut empfindlich reagieren.
  • Weniger ist mehr. Das Pflegeprogramm sollte nur aus wenigen, perfekt aufeinander abgestimmten Produkten bestehen, damit die Haut nicht zusätzlich irritiert wird.
  • Sanfte Reinigung. Stundenlanges Duschen oder Baden ist Gift für empfindliche Haut. Vermeiden Sie zu kaltes oder zu heißes Wasser. Verwenden Sie ausschließlich milde rückfettende Badeöle und Duschzusätze. Kräftiges Abfrottieren und Peelingcremes sind tabu. Beides übt ­einen zu starken mechanischen Reiz aus.
  • Milde Waschmittel. Wenn man im Sommer stärker schwitzt, können sich Waschmittelrückstände aus der Wäsche lösen, die die Haut reizen. Tipp: Verwenden Sie Spezialprodukte für ­sensible Haut oder biologische Waschnüsse.
 

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