Sei dir selbst die beste Liebhaberin!

Denn wann kann man schon mal gleichzeitig was für die Gleichberechtigung und fürs Immunsystem tun? WIENERIN-Kolumnistin Theresa Lachner über einen der unterschätzesten Survival-Kills momentan: freundlich zu sich selbst zu sein. Ja, auch sexuell.

Illustration einer Frau unter der Bettdecke

Guten Tag. Wie geht 's? Muss ja. Ja, muss. Aber weil Solidarität und Zusammenhalten ja gerade gerne als wichtigste Tugenden überhaupt hochgehalten werden, hier ein kleiner Reminder, zwischen allem anderen Wahnsinn auch mal an den Menschen zu denken, zu dem man grundsätzlich am allerfreundlichsten überhaupt sein sollte, weil man es mit ihm einfach jeden Tag 24 Stunden lang aushalten muss: an sich selbst. Diese Person mit den bisschen komisch schrumpeligen Knien, diesem bandbreitentechnisch echt übertriebenen Gefühlshaushalt und der aktuell recht obsoleten Lippenstiftsammlung. Ist sie nicht irgendwie auch sehr süß? Deswegen, bitte: einmal die rechte Hand ausstrecken, dann zur linken Schulter führen und fünfmal beherzt tätscheln. Bis hierher geschafft? Herzlichen Glückwunsch! Jetzt bitte mal kurz in den Spiegel schauen und sich selbst mindestens drei ernst gemeinte Komplimente machen. Und da geht sicher noch mehr.

Als Nächstes eine Liste mit allen Dingen schreiben, die einem schon mal gute Laune bereitet haben. Von dieser Liste mindestens drei Dinge tun.

Orgasmen für das Immunsystem

Serviervorschlag meinerseits: Ingwer-Kurkuma-Grapefruit-Shot mit CBD-Öl und dazu Lizzo hören und in Wollsocken durch die Wohnung tanzen. Und nachdem das hier immer noch eine Sexkolumne ist: Selbstbefriedigung! Möglichst viel davon! Denn: Orgasmen stärken das Immunsystem, schütten Endorphine aus, bauen Stress ab, lindern Menstruationsprobleme und helfen beim Einschlafen.

Aber: Laut Kinsey Institute befriedigen sich nur 40 bis 60 Prozent aller Frauen regelmäßig selbst, bei den Männern sind es ganze 95 bis 99 Prozent. Durch penetrativen Geschlechtsverkehr kommen jedoch nur 18 Prozent aller Frauen zum Höhepunkt.

Also: Ran an die Klitoris, denn wann kann man schon mal gleichzeitig was für die Gleichberechtigung und fürs Immunsystem tun? Ab heute sind wir uns selbst die aufregendsten Liebhaberinnen der Welt. Gut gemacht, weiter so. Netter Arsch, übrigens!

 

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