"Sea Watch": Mehr als eine Million Euro für Kapitänin Carola Rackete gespendet

Mehr als eine Million Euro wurden nach einem Aufruf von Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf bereits für die in Italien festgenommene Kapitänin der "Sea-Watch 3."

Solidaritätsbekundungen für Carola Rackete

Die Spenden für "Sea-Watch" sind nach der Festnahme ihrer Kapitänin Carola Rackete in die Höhe geschossen. Mehr als eine Million Euro sind bereits bei der Hilfsorganisation eingegangen: über 735.000 Euro konnten über einen Aufruf der Fernsehmoderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf gesammelt werden, auf einer italienischen Facebook-Seite kamen mehr als 410.000 Euro zusammen.

Kapitänin wird in Sizilien vernommen

Carola Rackete, die Kapitänin des deutschen Rettungsschiffes "Sea-Watch 3", ist heute von Lampedusa nach Agrigent gebracht worden. In der sizilianischen Stadt soll sie heute von den ermittelnden StaatsanwältInnen vernommen werden. Die 31-Jährige sei bereit, alle Fragen zu beantworten, sagen ihre Anwälte laut Medien.

In der Nacht auf Samstag hatte sich Rackete über ein Verbot der italienischen Behörden hinweggesetzt und war mit ihrem Rettungsschiff "Sea-Watch 3" nach tagelanger Irrfahrt durchs Mittelmeer im Hafen von Lampedusa eingelaufen. Sie habe den Hafen angesteuert, weil sie befürchtete, MigrantInnen an Bord könnten ins Meer springen, so Rackete. Sie hat so das Leben von 40 Menschen gerettet: Nun könnte sie dafür eine Strafe von drei bis zehn Jahren Haft erhalten.

Salvini: Rackete gehört hinter Gitter

Der italienische Innenminister Matteo Salvini verteidigt das harte Vorgehen gegen die "Sea-Watch"-Kapitänin und hofft, dass über die Kapitänin Untersuchungshaft verhängt wird. Rackete habe die italienischen Gesetze verletzt und gehöre hinter Gitter, sagte Salvini nach Medienangaben. Er drohte den NGOs mit einer hohen Geldstrafe, der Konfiszierung der Schiffe und der Festnahme der Crew, sollten sie unerlaubt italienische Gewässer erreichen.

Solidarität im Netz für #CarolaRackete

Im Netz sehen das einige anders. Dutzende InfluencerInnen posten die Nachricht um Racketes Festnahme und rufen zu Spenden für die Hilforganisation auf. Unter #freerackete verkünden unzählige Menschen ihre Solidarität mit der Kapitänin. Italienische UserInnen liefern sich erbitterte Diskussionen unter den Hashtags #IoStoConCarola (etwa: Ich unterstütze Carola) und #IoStoConSalvini.

Auch einige Politiker finden klare Worte für den Umgang mit der Kapitänin. "Menschenleben zu retten ist eine humanitäre Verpflichtung. Seenotrettung darf nicht kriminalisiert werden", twittert der deutsche Außenminister Heiko Maas am Samstag. "Wer Menschenleben rettet, kann kein Verbrecher sein", sagte der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im ZDF-Sommergespräch. Volle Unterstützung kann sich Carola Rackete auch von "Sea-Watch" selbst erwarten: "Wir sind stolz auf unsere Kapitänin. Sie hat genau richtig gehandelt. Sie hat auf dem Seerecht beharrt und die Menschen in Sicherheit gebracht", sagt "Sea-Watch"-Geschäftsführer Johannes Bayer über seine Kollegin.

 

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