Schweiz: Protest gegen teure Tampons mit "Blut-Brunnen"

Mit einer ungewöhnlichen, aber effektiven, Aktion macht ein feministisches Kollektiv gegen hohe Tamponpreise mobil.

10.000 bis 17.000 Tampons bzw. Binden verbraucht eine Frau im Laufe ihres Lebens und gibt dafür in Österreich insgesamt zwischen €2.500,- und €4.500,- für ihre Monatsblutung aus. [mehr dazu hier]

Das ist kein Einzelfall: Die hohen Preise auf Damen-Hygieneartikel erhitzen mittlerweile weltweit die Gemüter. Kein Wunder: Schließlich gelten Tampons in vielen Staaten weiterhin als "Luxusartikel" und sind dementsprechend hoch besteuert.

Auch in der Schweiz regt sich Widerstand: Das feministische Kollektiv "Aktivistin.Ch" machte nun mit einer kreativen Protestaktion gestern auf das Problem aufmerksam:

Sie färbten 13 Brunnen in der Schweizer Stadt Zürich in blutroter Lebensmittelfarbe. Unter dem Hashtag #happytobleed wurden die Bilder der Aktion im Netz verbreitet, wo sie für viel Aufregung und jede Menge Aufmerksamkeit sorgten.

Wir bluten, na und?

Mit der Aktion wollte man aber nicht nur auf die Preispolitik aufmerksam machen, sondern auch das Thema Menstruation und Blut entstigmatisieren. Frauen sollten sich nicht mehr für ihre Perioden schämen, so das Kollektiv.

"Die Mehrwertsteuer bei Tampons und anderen Artikeln, die Frau* während ihrer Menstruation braucht, ist aus für uns nicht erklärbaren Gründen bei 8% angesetzt und nicht wie bei anderen Produkten des alltäglichen Verbrauchs bei 2.5%", schreiben die Schweizer Aktivistinnen in einer Erklärung auf ihrer Website. [In Österreich zahlt frau sogar 20% MwSt. für Tampons!]

Weiter heißt es von den Aktivistinnen: "Diese Industrie macht sich die Unwissenheit über hormonelle Vorgänge im Körper vieler Frauen* und auch das gesellschaftliche Tabuthema Menstruation an sich zu Nutze. Seitens dieser Industrie besteht kein Interesse, die Menstruation zu enttabuisieren und ihre Natürlichkeit ernsthaft Gegenstand einer offenen Diskussion zu machen."

#happytobleed

Ein von moni_z (@moni_z) gepostetes Foto am

Stadt wenig begeistert

Während die Reaktionen zum Protest in den sozialen Medien unterschiedlich ausfallen, zeigt sich die lokale Wasserversorgung der Stadt Zürich wenig begeistert, wie 20Min.ch berichtet.

Die Reinigung gestalte sich bisher zwar "unkompliziert", allerdings sei es für die "Bevölkerung irritierend", dass das "saubere Lebensmittel Wasser zu Propagandazwecken missbraucht wird", so der zuständige Sprecher Hans Gonella.

 

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