Schwedische Studentin stoppt Abschiebung mit Protest in Flugzeug

Die Protestaktion hat Elin Ersson mit ihrer Handykamera festgehalten - und wird jetzt weltweit dafür bejubelt.

Dieses Video geht derzeit um die Welt. Was es zeigt? Eine junge Studentin, Elin Ersson, wie sie ein ganzes Flugzeug in Aufruhr bringt. Für den guten Zweck. Denn die schwedische Studentin verhindert damit eine Abschiebung nach Afghanistan - letztendlich auch mit Erfolg.

Ersson, die laut ihrem Facebook-Eintrag Studentin der Universität Göteborg ist, hat sich ein Ticket für einen Flug von Göteborg in die Türkei gekauft, nachdem sie und andere AktivistInnen erfahren hatten, dass ein junger Mann nach Afghanistan abgeschoben werden sollte. Mit einem Facebook-Live-Video begleitete die Studentin den Protest - das Video wurde bereits über zwei Millionen Mal angesehen.

"Ich will nicht, dass ein Mann stirbt, nur weil sie ihren Flug nicht versäumen wollen", sagte Ersson. "Ich werde mich solange nicht setzen, bis der Mann das Flugzeug wieder verlassen hat."

Unterstützung der PassagierInnen

Die junge Frau nützte damit die Vorschrift, dass ein Flugzeug nicht abheben kann, solange ein Passagier steht. Nach der Aufforderung eines Flugbegleiters, ihre Aktion zu stoppen, konterte die junge Frau auch damit, dass sie nichts Illegales mache und sich an die Regeln halten werde, sobald der Mann das Flugzeug wieder verlassen habe. Sie versuche in erster Linie, die Regeln ihres Landes zu ändern, denn: "Es ist nicht rechtens, Menschen in die Hölle zu schicken". Ersson kritisiert die Abschiebepolitik Schwedens und anderer europäischer Länder, obwohl Afghanistan nicht sicher ist.

Die Mitreisenden fanden die Aktion der Studentin gut, sie applaudierten, als der Mann schließlich in Begleitung von drei Sicherheitsleuten das Flugzeug verließ. Die "Deutsche Welle" berichtet, dass der Mann derzeit auf seinen neuen Abschiebetermin wartet.

 

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