Schwedische Prinzessin Victoria spricht über ihre Essstörung

Gesellschaftliche Ansprüche und ständiger Druck durch die Klatschpresse: Schwedens Prinzessin Victoria spricht offen über ihre Magersucht in Teenager-Tagen.

Anlässlich eines Portraits zu ihrem 40. Geburtstag im schwedischen Fernsehen redet die schwedische Kronprinzessin Victoria erstmals seit langem über ihre vergangene Magersucht.

"Ich wollte mehr, als ich leisten konnte"

Fast zwanzig Jahre ist es mittlerweile her, dass diverse Klatschblätter Prinzessin Victorias abgemagertes Aussehen auf ihren Titelseiten plakativ ausstellten und thematisierten. Schließlich bestätigte auch das schwedischen Königshaus, was lange Zeit gemunkelt wurde: Victoria litt an einer Magersucht. Der ständige gesellschaftliche Druck auf sie und ihr Aussehen nagten damals lange Zeit am Teenager. "Ich wollte immer so viel mehr als das, was ich leisten konnte", sagt die heute 40-Jährige über ihre damaligen Zustand.

Ihre Eltern entschlossen sich schließlich, Victoria in die USA zu schicken, wo sie ohne den medialen Druck der Boulevard-Medien genesen konnte.

Dort begann sie ihr Studium an der Yale University und ließ sich professionell betreuen. "In den USA erhielt ich professionelle Hilfe, das war sehr wichtig für mich", erzählt sie heute und betont, wie wichtig ärztliche Unterstützung bei Essstörungen sei.

Steigender Leistungsanspruch und Körperdruck in den sozialen Medien zählen (damals wie heute) zu den Auslösern von Essstörungen - besonders junge Frauen sind gefährdet. Schätzungsweise bis zu 97% der von Essstörung Betroffenen sind Mädchen und junge Frauen. Die Anzahl der stationären Spitalsaufenthalte hat sich auch in Österreich in den letzten Jahren stark erhöht. Umso wichtiger ist es, darüber offen zu reden - und das Problem ernst zu nehmen.

Hier kannst du dir Hilfe holen:
Selbsthilfegruppe für Betroffene

Essstörungs-Hotline: 0800 - 20 11 20, kostenlos - anonym - bundesweit
Montag bis Donnerstag von 12-17 Uhr

Mehr lesen: Reportage „Eine Essstörung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Sensibilität"

 

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