Schwedenexport

Für alle, die genug von Kommerz à la Gaga und Madonna haben, gibt’s zum Glück Robyn Hood, Retterin des Schweden-Pops mit Herz, Rächerin der Entnervten.

Kann sich noch wer positiv an das Madonna-Konzert 2008 auf der Donauinsel erinnern? Falls ja, dann liegt das einzig an ihrem Support Act Robyn. Die hatte schon damals die bessere Stimme, kein Playback nötig – und begriffen, dass eine Entsexualisierung im Popbiz überfällig war. Auch 2010 hat Robyn mit den „Ooops I did it again“-Stereotypinnen der Branche ungefähr so viel gemein wie Berlusconi mit Alice Schwarzer. In ihren Videos wird nicht mit dem Arsch gewackelt, sondern die Musik in den Vordergrund gestellt. In ihrer Heimat Schweden ist die 31-jährige Robin Miriam Carlsson aka Robyn längst ein umjubelter Popstar. Bereits 1997 schaffte sie es mit Hits wie Show me Love (nicht zu verwechseln mit Robin S. und deren gleichnamigem Hit von 1993) in die US-Charts. Eine Tour mit den Backstreet Boys musste die damals 18-Jährige aber wegen Erschöpfung abbrechen und landete so schnell am Abstellgleis.

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Später kaufte sie sich von ihrer Plattenfirma frei. Die Herrn Plattenbosse waren von ihrem großartigen Album Who’s that Girl nicht besonders begeistert. Seitdem macht sie auf ihrem eigenen Label Konichiwa Records Popmusik – irgendwo zwischen Hip-Hop und Elektro, Kunst und Kommerz. Und damit hat sie auch das erreicht, wovon eine Madonna nur träumen darf: Das Feuilleton liebt sie.

DIE ROBYN-TRILOGIE.
Nach Teil 1 & 2 erscheint nun Body Talk 3 (Warner). Weil sie das Albumformat für „halbtot“ hält, bringt sie lieber drei Minialben raus.

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