In Schweden steht jetzt das erste Recycling-Einkaufszentrum der Welt

Ein Einkaufszentrum, in dem es ausschließlich recycelte und nachhaltige Produkte zu kaufen gibt? In Schweden ist das jetzt Realität.

Ein rein nachhaltiges Einkaufszentrum - das klingt eher wie eine schöne Utopie als Realität. Tatsächlich ist die Idee aber kein Wunschtraum mehr. Denn in Schweden hat gerade das erste Recycling-Einkaufszentrum der Welt, "ReTuna Återbruksgalleria", eröffnet, wie Stern.de berichtet. 

Wieder einmal sind die SchwedInnen Vorreiter, was nachhaltiges Handeln betrifft. Denn neben einem vorbildlichen Recycling-System - 99 Prozent des normalen Hausmülls werden wiederverwertet - hat man mit der "ReTuna Återbruksgalleria" in Eskilstuna, rund 120 Kilometer westlich von Stockholm, einen Ort geschaffen, an dem man seine ungeliebten oder kaputten Möbel, Elektrogeräte, Kleider, etc. nicht nur abgeben kann, sondern auch recycelte oder reparierte Waren erwerben kann. 

So funktioniert das Recycling-Einkaufszentrum

Hausmüll und andere ausgemistete Stücke können an der Deponie neben dem Einkaufszentrum einfach abgegeben werden, anschließend werden diese geprüft und je nach Zustand repariert oder wiederverwertet. Die "neuen" Artikel kann man in einem der insgesamt 14 Geschäfte im Einkaufszentrum erwerben. Alles, was nicht mehr repariert werden kann, wird von den MitarbeiterInnen des Zentrums aussortiert und wandert sachgemäß ins schwedische Recycling-System.

Recycling Einkaufszentrum

Neben Shops befinden sich in dem Einkaufszentrum natürlich auch Cafés und Restaurants, diese bieten ebenfalls - getreu dem nachhaltigen Gesamtkonzept - ausschließlich regionale und biologische Lebensmittel an. Neben dem klassischen Mall-Konzept hat das Zentrum sein Portfolio noch ausgebaut und mit einem Kursangebot erweitert (siehe Video unten). In einer "Recycling-Hochschule" kann man zum Beispiel in Näh-Kursen lernen, wie man kaputte Dinge repariert. In einer Galerie gibt es außerdem die Möglichkeit sich künstlerisch auszuleben oder inspirieren zu lassen. 

Das neue Mall-Konzept kommt auch bei den SchwedInnen sehr gut an, eine Erweiterung des Zentrums ist bereits in Arbeit. Außerdem sollen bereits weitere Standorte dieser Art in Planung sein.

Es ist nicht das erste Mal, dass Schweden der Wegwerfkultur den Kampf ansagt. Bereits in der Vergangenheit hatte man ein Steuermodell beschlossen, das für Reparaturarbeiten an alten Produkte steuerliche Erleichterungen ermöglicht. Das Ziel des skandinavischen Staates ist es bis 2045 klimaneutral zu sein - und im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern scheint man es mit der Umweltpolitik in Schweden auch wirklich ernst zu meinen.

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