In Schweden kommt "#Metoo" auf den Lehrplan

Eine Schule in Schweden nimmt #MeToo nun in den täglichen Unterricht auf. 

Dass #MeToo reale Auswirkungen hat, zeigt nicht nur, dass die Beschwerden wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz steigen, sondern auch, dass sich langsam aber sicher auch etwas im Bildungssystem tut. Und wie soll es anders sein: Schweden macht wieder den ersten Schritt - eine Schule nimmt die Bewegung nun in ihren Lehrplan auf.

 

In Schweden kommt #MeToo nun auf den Stundenplan

An #MeToo ist in den vergangenen Monaten niemand vorbeigekommen. Also warum nicht auch in der Schule darauf eingehen, dachte sich die Lehrerin Anna Karin Nilsson und plante den neuen Unterricht gemeinsam mit weiteren KollegInnen. Meine Schülerinnen und Schüler "wissen bereits einiges über die #MeToo-Bewegung, sie begreifen oft aber noch nicht, dass es auch sie persönlich betrifft", sagte sie in einem Interview mit The Local. Alle 15-Jährigen Schülerinnen und Schüler der "Tullbroskolan" in Falkenberg nehmen seit der Premiere des Konzepts an einer zweistündigen #MeToo-Einheit teil und lernen so mehr und ausführlich über sexuelle Belästigung und Gewalt.

So sieht der Unterricht aus

Aber wie kann man sich den #MeToo Unterricht vorstellen? Den Lehrkräften war es wichtig, dass Mädchen und Buben für einen Teil des Unterrichts getrennt werden. Lehrer setzen sich dann mit den Buben, Lehrerinnen mit den Mädchen zusammen. Dabei soll den Buben nicht das Gefühl gegeben werden, dass sie unter Generalverdacht stehen, sondern man versucht mit ihnen zu erarbeiten, und darüber zu reden, wie eine gleichberechtigte Gesellschaft aussehen kann und wie sie ihren Teil dazu beitragen können, so Anna Karin Nilsson.

Und der Unterricht trägt Früchte: Ein Schüler erklärt, dass es ihm überhaupt nicht bewusst gewesen sei, wie groß das Problem ist und dass davon so viele Menschen betroffen sind. "Man hört viele Witze und hässliche Worte. Ich denke, dass der Unterricht das etwas reduzieren wird", meint er gegenüber der Tageszeitung SVT.

Ob der neue Unterricht auch in anderen Schulen umgesetzt wird, ist noch unklar - die Reaktionen nach der ersten Einheit sprechen jedoch sehr dafür.

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