Schwangerschafts- demenz: Das steckt dahinter

Gedächtnislücken haben nichts mit Demenz zu tun

Während Schwangerschaft und Stillzeit neigen viele Frauen zu Vergesslichkeit, Verwirrtheit und sogar zu Wortfindungsstörungen. Was im Volksmund als schusselige "Schwangerschafts- oder Stilldemenz" belächelt wird, hat tatsächlich nichts mit einer Demenz, also dem irreparablen Abbau von Gehirnzellen, zu tun. Die Beeinträchtigungen von schwangeren und stillenden Frauen ist jedoch zeitlich begrenzt und geht ohne bleibende Schäden vorüber.

Hormone und Verschiebung der Prioritäten sind schuld an Defiziten

Für die Vergesslichkeit sind keine strukturellen Veränderungen im Gehirn verantwortlich. Vielmehr geht die Wissenschaft auf Grund zahlreicher Studien davon aus, dass hormonelle Abläufe und Veränderungen das Gedächtnis beeinflussen: Vor allem die hormonell gesteuerete Fokussierung auf das Kind führt zu einer Art Tunnelblick bei der Mutter, andere, im Moment unwichtigere Lebensbereiche und dafür relevante Informationen werden ausgespart, also einfach vergessen.

Rund um die Geburt Symptome am schlimmsten

2007 bestätigte eine groß angelegte Untersuchung, dass Frauen vor und nach der Geburt die größten Defizite in der Gedächtnisleistung zeigten: Die getesteten Frauen konnten Wörter, die sie zuvor gelernt hatten, zwar wiedererkennen, sie aber aus dem Kopf beim freien Abruf schlechter aufzählen.

Nach der Geburt und damit während einer eventuelle Stillzeit kommt zu den hormonellen Beeinträchtigungen auch noch teils enormer Schlafmangel hinzu, der die Gedächtnisleistung noch zusätzlich negativ beeinflusst.

Kein Mittel gegen "Schwangerschaftsdemenz"

Behandlungen oder gar Medikamente gegen die Symptome gibt es nicht. Experten raten jedoch dazu, nach Möglichkeit das alltägliche Stresslevel zu senken und für ausreichend Schlaf - zumindest vor der Geburt - zu sorgen. Zusätzlich kann, wenn möglich, der Partner Planung und Aufgaben übernehmen.

 

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